Brückenplatte in alarmierendem Zustand
15.10.2026 ReinachDie Brücke B-620 über den Wynakanal in Reinach muss ersetzt werden. Nun liegt das Baugesuch der Abteilung Tiefbau auf.
«Die über 100-jährige Brückenplatte sowie vor allem die Träger sind in einem schlechten bzw. alarmierenden ...
Die Brücke B-620 über den Wynakanal in Reinach muss ersetzt werden. Nun liegt das Baugesuch der Abteilung Tiefbau auf.
«Die über 100-jährige Brückenplatte sowie vor allem die Träger sind in einem schlechten bzw. alarmierenden Zustand», heisst es im Bericht zum Massnahmenprojekt, welches auf der Gemeinde Reinach und auf der Website des Kanton Aargaus aufliegt. Die Brücke ist Teil der Alzbachstrasse und sorgt dafür, dass die Wyna überquert werden kann. Wegen des schlechten Zustands soll die Platte ersetzt und so wieder sicher gemacht werden.
Die Alzbachstrasse ist Teil der Kantonsstrasse K333 und führt vom Reinacher Hochhaus-Knoten nach Gontenschwil. Rund 4000 Fahrzeuge befahren die Strasse täglich. Es handelt sich bei der Brücke B-620 also nicht um eine kaum benutzte Brücke, sondern um eine, die eine wichtige Verbindung zwischen Reinach und Gontenschwil darstellt. Mit der kompletten Erneuerung der Brückenplatte soll das Objekt so instandgesetzt werden, damit während mindestens 25 bis 30 Jahren keine Erhaltungsmassnahmen notwendig werden. Die Platte wird mit einer Dicke von 60 cm ausgeführt.
Die Fundamente der Brücke befinden sich aktuell in einem guten Zustand und erfordern keine Massnahmen. Dies, weil bereits früher Massnahmen zu deren Sicherung ergriffen wurden. Die Widerlagerwand Gontenschwil und die Widerlagerwand Reinach hingegen sind beide in einem schlechten Zustand. Es zeigen sich vereinzelt Risse im Verputz der Mauern. Der obere Teil der Widerlagerwände wird abgebrochen und bis Unterkante neue Brückenplatte aufbetoniert. So kann der Teil, der sich in einem «akzeptablen Zustand» befindet, erhalten und gleichzeitig die Stabilität verbessert werden.
35% der Kosten trägt die Gemeinde
Aufgrund des Ersatzes der Platte müssen auch die Werkleitungen im Bereich der Wynaquerung erneuert werden. Dabei sollen alle acht Kabelschutzrohre (KSR) durch die neue Brückenplatte geführt werden. «Die Wasserleitung kann voraussichtlich während der Bauarbeiten gekappt werden», heisst es im Bericht. Die neue Leitung kann nicht durch die Platte geführt werden und wird stattdessen auf der Unterwasserseite unter der kleinen Konsole geführt. Weitere Werkleitungen sind ebenfalls betroffen und wurden im Bauprojekt berücksichtigt.
Neben den rund 4000 Fahrzeugen, die die Brücke täglich queren, wird die Brücke auch von Fussgängern genutzt. Aktuell gibt es dazu zwei Gehwege, wovon einer 2 m breit und der andere 1,1 m breit ist. «Unterwasserseitig soll der Gehweg – in Absprache mit der Gemeinde – neu auf die minimale Gehwegbreite von 1.5m vergrössert werden.» Dieser Gehweg kann in Zukunft Richtung Westen erweitert werden. Auf beiden Seiten der Brücke wird ein Geländer angebracht. Da die Brücke aktuell einen Fussgängerstreifen aufweist, welcher als Schulwegquerung von Schülerinnen und Schülern genutzt wird, ist auf der neuen Brückenplatte ebenfalls ein Fussgängerstreifen geplant. «Während der Bauarbeiten kann bei Bedarf eine provisorische Fussgänger-Querungsstelle östlich der Einmündung Kornfeldweg eingerichtet werden», schreibt das Departement Bau, Verkehr und Umwelt.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 550‘000 Franken inkl. Mehrwertsteuer. Nicht enthalten darin sind die Kosten für die Verlegung der Werkleitungen. Gemäss Bericht sind «diese Kosten durch die jeweiligen Werkleitungseigentümer zu tragen.» Die Gemeinde Reinach trägt einen Anteil von 35% am Brückenplattenersatz. Das entspricht 192‘500 Franken.
Melanie Köchli

