Das Theater am Bahnhof stellt die Organisation für Bühne und AtelierKino neu auf. Die Betriebsleitung für das ganze Haus teilen sich Daniela Eggs, Stefan Jablonski und Roland Schmid − und das TaB bekommt mit Sven Bachmann einen neuen ...
Das Theater am Bahnhof stellt die Organisation für Bühne und AtelierKino neu auf. Die Betriebsleitung für das ganze Haus teilen sich Daniela Eggs, Stefan Jablonski und Roland Schmid − und das TaB bekommt mit Sven Bachmann einen neuen Präsidenten.
Nach dem Abgang von Daniel Hölzinger, als Betriebsleiter des Theaters (das Wynentaler Blatt berichtete), haben vorerst die beiden Verantwortlichen für das AtelierKino, Daniela Eggs und Stefan Jablonski das operative Zepter übernommen. Neu im Boot ist nun auch Roland Schmid. Alle drei sind in einem Teilpensum angestellt, wobei die Trennlinie zwischen Bühne und Kino bewusst unschärfer geworden ist. Bezahlt werden die drei Leiter für die administrativen und buchhalterischen Arbeiten und für die Programmgestaltung sowohl für die Bühne, wie auch für das Kino.
Das Engagement der drei Angestellten geht aber weit über die bezahlte Tätigkeit hinaus. Präsenzzeiten an Veranstaltungen erbringen sie neben gewöhnlichen beruflichen Tätigkeiten auch weiterhin im Ehrenamt. Schon seit geraumer Zeit intensivierte man in diesem Zusammenhang Kooperationen, sei es mit der reformierten Kirche, dem Jugendhaus «Onderwerch», dem Frauenverein, mit der Kreisschule aargauSüd oder der Volkshochschule. «Unsere Partner kommen mit einer Idee auf uns zu und wir machen die praktische Umsetzung im Sinne der Infrastruktur, Technik usw.» erklärt Stefan Jablonski, der vom Trio am längsten im TaB Verantwortung trägt. Daniela Eggs, die zwei Jahre im Kinobetrieb eingebunden ist, wird künftig die Mitgliederverwaltung und Buchhaltung für das ganze Haus übernehmen. Sie sagt: «Auch der KinoKlub ist stets gewachsen. Das Prinzip, wonach die Mitglieder die Filme samt Rahmenprogramm mitbestimmen können, hat sich sehr bewährt.» Kinofilme mit Podiumsgesprächen, Besuche von Regisseuren und Schauspielerinnen und eine Theatergruppe runden das Angebot ab. «Dank dieser Partizipation füllen wir das Kino regelmässig», freut sich Jablonski und unterstreicht, dass es rund 30 helfende Hände sind, die an allen Veranstaltungen im Hause regelmässig ehrenamtlich arbeiten. «Ohne diese Hilfe ginge es gar nicht.»
Neue Nachbarn für das Kulturhaus
In den nächsten Monaten werden die 141 Wohnungen in der angrenzenden Überbauung Weihermattpark bezogen. Über den Daumen gerechnet sind das 300 neue Nachbarn für das Theater am Bahnhof. «Ob sich das auf unsere Besucherzahlen auswirkt, weiss ich nicht», dämpft Jablonski die Erwartungen, «der Gedanke daran, quasi in den Finken ins Kino oder ins Theater gehen zu können, ist aber sicher interessant. In diesem Teil der Gemeinde wächst Reinach, das Dorfzentrum wird grösser». Dazu kommt, dass das Theater am Bahnhof weit herum das einzige Kulturhaus seiner Art ist.
Es drängt sich also die Frage auf, ob sich der Charakter des Hauses verändert, ob es mehr «Mainstream» geben wird. «Wir wollen ein offenes Haus sein für jedes Geschlecht, für jedes Alter und für jede Herkunft», sagt der neue Mann im Bunde, Roland Schmid. Der Spitalpädagoge und Yogalehrer aus Beinwil am See erstellt das Programm für «Kultur im Zelt», das dieses Jahr ab August stattfindet. An Ideen mangelt es ihm nicht. «Wir wollen Menschen zusammenbringen und in alle Richtungen denken und wir werden wie bisher ein vielseitiges Programm für die Bühne gestalten.» Im Kino werde der Studiofilm weiterhin mehr Leinwandzeit haben als der Blockbuster, «aber auch hier gibt es eine Balance, damit sich das Haus finanzieren kann», ergänzt Jablonski.
Wie das neue Programm für die Bühne aussieht – das erste unter der Leitung von Roland Schmid ‒ wird nach den Sommerferien bekannt gegeben. Bis dahin werden das Quartier und auch das Voco-Areal neu belebt. Und mittendrin ein kleines schmuckes Kulturhaus mit Bühne und Kino.
Remo Conoci