Eine Neuerung bei der Parkplatzbewirtschaftung beim Coop in Gränichen sorgt derzeit für Aufreger, und das obwohl die Parkuhr beim Eingang zur Filiale schon vor geraumer Zeit installiert wurde. Was viele nicht wissen: Der Grossverteiler Coop steckt nicht hinter der ...
Eine Neuerung bei der Parkplatzbewirtschaftung beim Coop in Gränichen sorgt derzeit für Aufreger, und das obwohl die Parkuhr beim Eingang zur Filiale schon vor geraumer Zeit installiert wurde. Was viele nicht wissen: Der Grossverteiler Coop steckt nicht hinter der Bewirtschaftung.
«Wir haben seit längerer Zeit ein Problem mit Langzeitparkenden, vor allem am Abend und über das Wochenende», sagt Manuela Bühler, Sachbearbeiterin bei der iLarina AG. Der Firma mit Sitz in Kölliken gehört das Grundstück, auf dem sich Ladenfläche und Kundenparkplätze der Coop-Filiale Gränichen befinden. «Aus diesem Grund haben wir die Firma Secu24 beauftragt, den Parkplatz zu bewirtschaften und Kontrollen durchzuführen.» Die ersten 45 Minuten seien dabei gratis, dennoch müsse man seine Autonummer nach der Ankunft eingeben, um die Gratis-Parkzeit auszulösen.
Viele übersehen die Parkuhr
Kontrollen werden aber nicht nur am Abend und an Wochenenden durchgeführt, sondern auch während den Ladenöffnungszeiten. In den sozialen Medien ärgern sich derzeit viele Leute über ausgesprochene «Bussen», weil sie die Parkuhr schlicht übersehen haben, oder «Nur kurz im Laden» waren. «Dem wurde entgegengewirkt, indem deutlich sichtbare Schilder angebracht wurden», hält Manuela Bühler dazu fest. Tatsächlich weisen Zettel, die mit dickem gelben Klebstreifen befestigt wurden, auf die Parkuhr hin. Auf einem der Schilder steht: «Wenn Sie keine Busse wollen, bitte an der Parkuhr das Fahrzeugkennzeichen immer registrieren!» An der Seite der Parkuhr ist ein Zettel mit einem Plastikmäppchen befestigt, auf dem ein Twint-Code zu sehen ist. Die ganze Umsetzung wirkt etwas unprofessionell.
«Wir verteilen keine Bussen»
Die Betreiberin der Parkuhr ist die Secu24 GmbH mit Sitz in Zug. Die Firma bietet Grundbesitzern die Bewirtschaftung der Parkflächen kostenlos an. Sie finanziert ihre Aufwendungen mit den «Umtriebsentschädigungen», die im Übertretungsfall ausgesprochen werden. Nikola Sukacev, Inhaber der Firma Secu24, erklärt gegenüber dem Wynentaler Blatt, man handle rechtlich absolut korrekt. «Wir sind nicht die Polizei, wir sprechen keine Bussen aus, sondern erheben eine Umtriebsentschädigung. Wir erfüllen den Auftrag unserer Kundin, die eine bestehende Beschränkung durchsetzen will». Tatsächlich ist seit 2022 ein richterliches Verbot in Kraft, das an den Einfahrten zum Parkplatz ausgeschildert ist und «Unberechtigten» die Benutzung verbietet. Mit der Inbetriebnahme der Parkuhr ist nun auch klar, ab wann eine unberechtigte Benutztung vorliegt. «Wer glaubt, unsere Forderung sei nicht gerechtfertigt, hat die Möglichkeit die Secu24 zu kontaktieren und wir schauen uns den Fall genau an», versichert das Unternehmen.
Aktuell werden in sozialen Medien negative Erfahrungen sehr häufig geteilt und das, obwohl die Parkuhr laut Betreiberin schon vor Monaten installiert worden ist. «Ich war zehn Minuten im Laden und habe eine Busse von 60 Franken bekommen», schreibt eine Frau. Eine andere Frau berichtet, «der Schwatz vor dem Coop» sei sie teuer zu stehen gekommen. In einem weiteren Kommentar ist zu lesen, es sei trotz Eingabe am Automaten eine Busse gekommen. Einige Leute ziehen bereits die Konsequenzen und wollen nie wieder im Coop Gränichen einkaufen gehen. Andere wiederum finden die Beschilderung zwar laienhaft, aber doch recht gut erkennbar.
Bally-Platz bleibt gratis
Rechtlich ist also alles in Ordnung. Die Coop-Filiale hat mit der Bewirtschaftung des Parkplatzes jedoch nichts zu tun, ein Boykott des Grossverteilers nur aus diesem Grund ist nicht gerechtfertigt . Man habe Coop über die Änderung informiert, versichert Manuela Bühler von der Liegenschaftsverwaltung iLarina AG. «Wir prüfen, ob der Hinweis auf die Parkuhr in Zusammenarbeit mit der Coop-Filiale noch deutlicher gemacht werden kann, damit niemand in die Falle tappt.» Auch die Secu24 will die Beschilderungen besser ins Sichtfeld rücken.
Das Parkierungsregime im Zentrum Gränichens gibt schon seit einiger Zeit zu reden. Lange durfte man auf dem benachbarten Bally-Platz sein Auto so lange gratis abstellen wie man wollte. Seit 2023 besteht jedoch eine Parkzeitbeschränkung von 12 Stunden, weil «Personen ihre Fahrzeuge teilweise mehrere Tage abstellen», wie der Gemeinderat damals mitteilte. Eine in Aussicht gestellte mögliche Bewirtschaftung des Bally-Platzes ist laut Gemeindekanzlei aktuell kein Thema.
Remo Conoci