Medienberichte machten im Januar 2026 öffentlich, dass im Fluss Wyna im Kanton Luzern extrem hohe Konzentrationen des hochgiftigen Insektizids Deltamethrin nachgewiesen wurden. Ein überparteilicher Vorstoss mit 11 Mitunterzeichnenden – u. a. Grossrätin Lucia Lanz – ...
Medienberichte machten im Januar 2026 öffentlich, dass im Fluss Wyna im Kanton Luzern extrem hohe Konzentrationen des hochgiftigen Insektizids Deltamethrin nachgewiesen wurden. Ein überparteilicher Vorstoss mit 11 Mitunterzeichnenden – u. a. Grossrätin Lucia Lanz – forderte daraufhin Antworten vom Aargauer Regierungsrat. Das hochbrisante Thema wurde unmittelbar vor dem Ende der Ratsbefragung debattiert.
Zwar lieferte der Regierungsrat wichtige Daten zur Qualität der Aargauer Flüsse und Bäche, doch die Antwort deckte auch deutliche Defizite auf. Pestizide sind in den Aargauer Gewässern allgegenwärtig; an den Messstellen werden regelmässig Wirkstoffe nachgewiesen. Besonders kritisch sind Pyrethroide wie Deltamethrin, die für Wasserorganismen hochgradig giftig sind. Laut regionalem Monitoring wurde das Qualitätskriterium für Deltamethrin im Aargau erheblich überschritten.
Das Problem: Das kantonale Monitoring dient primär der langfristigen Zustandsbeurteilung. Kurze, aber verheerende Belastungsspitzen werden damit nicht zuverlässig erfasst. Ohne diese präzisen Daten lassen sich konkrete Verursacher jedoch kaum identifizieren. Die Quellen für den Eintrag sind vielfältig: Neben der Landwirtschaft und Abwasserreinigungsanlagen (ARA) spielen auch Starkregen sowie mangelhafte Waschplätze eine Rolle.
Die Interpellanten anerkennen die kantonalen Bemühungen wie etwa die Waschplatzkontrollen. Doch es braucht definitv mehr. Bei auffälligen Werten muss der Kanton künftig sofort mit gezielten Nachmessungen und Ursachenabklärungen reagieren. Um diese Lücken zu schliessen, wurde ein Folgepostulat eingereicht, welches der Regierungsrat entgegennehmen will.
Das Ziel bleibt klar: Weg von der reinen Stichprobe, hin zur gemeinsamen Verantwortung – vom Landwirt bis zum verantwortungsvollen Hobbygärtner. Dazu wünscht sich der Regierungsrat bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und toxischen Stoffen konkrete Ergänzungen und Verschärfungen auf Bundesebene. Mit einer neuen kantonalen Wasserstrategie soll langfristig sichergestellt werden, dass die Gewässer als Lebensraum und Trinkwasserressource erhalten bleiben.
Lucia Lanz
Grössrätin SP
Beinwil am See