Schon vor dem Schlussgang stand der Sieger fest: Der 21-jährige Sinisha Lüscher aus Muhen gewinnt das Guggibad-Schwinget.
«Sinisha Lüscher war klar der beste Schwinger» – so urteilten die Schwingexperten auf dem Guggibad. Im ersten Gang ...
Schon vor dem Schlussgang stand der Sieger fest: Der 21-jährige Sinisha Lüscher aus Muhen gewinnt das Guggibad-Schwinget.
«Sinisha Lüscher war klar der beste Schwinger» – so urteilten die Schwingexperten auf dem Guggibad. Im ersten Gang verletzt sich sein Gegner Tim Roth an der Schulter. Lüscher erhält mit dem Teilverbandskranzer Samuel Schmid einen würdigen Ersatzgegner (den er bezwingt). Auch Dominik Schwegler und Eidgenosse Lars Voggensperger räumt er aus dem Weg. Danach bezwingt er beide Joho-Brüder, die Defensivspezialisten (die einen eigenen Fanclub dabei haben). Erst Pascal, dann Philip. Im Schlussgang ist auch Lukas Döbeli an der Reihe. Sechs Gänge, sechs Siege, 59.00 Punkte. Überzeugend. «Es hat alles zusammengepasst», sagt der 20-Jährige. «Mit Döbeli hatte ich im Schlussgang einen starken Gegner. Aber auch da ist alles aufgegangen», sagt der Eidgenosse, bevor er im dichten Nebel Siegerkalb «Sissi» in Empfang nimmt. Er sei gerne am Guggibad-Schwinget, wie er sagt. «Es ist toll organisiert, ein wunderbares Fest im schwingbegeisterten Freiamt.» Einzig das Wetter hätte besser sein können. Denn die letzten drei Stunden des Guggibad-Schwingets fanden bei garstigen Bedingungen statt.
Die Favoriten finden sich beim Guggibad-Schwinget alle vorne in der Rangliste. Unter den ersten sechs sind fast alles Eidgenossen. Einzig Pascal Joho schwingt sich mitten hinein. Der 21-jährige Sarmenstorfer feiert vier Siege, schafft einen Gestellten und verliert nur gegen Festsieger Lüscher. Der Lohn: Rang 2b. Und das bei seinem Comeback nach seiner Schulter-OP. «Ich bin absolut zufrieden», sagt Joho. Auch der 21-jährige Boswiler Niklas Stocker (drei Siege, zwei Gestellte, eine Niederlage) darf mit Rang 6c (56.00 Punkten) zufrieden sein.
«Sieg oder Sarg»
«Das waren Welten», sagt Lukas Döbeli nach dem Schlussgang am Guggibad-Schwinget. Vor zwei Wochen, am Hallenschwinget Lenzburg, zeigte er eine enttäuschende Leistung. Doch am Sonntag sieht seine Schwingerwelt schon ein wenig sonniger aus. «Ich schwinge lieber draussen als drinnen», sagt der Sarmenstorfer lachend. Döbeli meistert seine Aufgabe gut. Er stellt gegen Eidgenosse Marius Frank und Teilverbandskranzer Simon Schmutz. Die restlichen vier Gegner (alles Kranzer oder Nicht-Kranzer) besiegt er. Darunter auch Timo Gisler im Ausschwingen. So rutschte Döbeli in den Schlussgang gegen Sinisha Lüscher. Jener Finaldurchgang war allerdings sportlich ohne Bedeutung. Lüscher hatte solch einen grossen Vorsprung, dass er uneinholbar bereits als Festsieger feststand. Mit der Einstellung «Sieg oder Sarg» ging Döbeli in den Schlussgang, den er eher als «Zusatzgang» sah. Der «Schlungg»-Versuch geht nach hinten los. Lüscher kontert und gewinnt. «Es lief gut. Viele Dinge funktionieren immer besser. Aber es ist noch lange nicht perfekt», sagt der 26-Jährige, der am Heimfest Schwingpraxis sammelt und Selbstvertrauen tankt.
Stefan Sprenger