Gelungene Premiere für «De Yeti vom Chrüzmoor». Das eingespielte Ensemble des Theaters Improvisorisch Gränichen stand am vergangenen Wochenende gleich drei Mal mit seiner neusten Inszenierung auf der Bühne der Aula.
UFOs, das Ungeheuer von ...
Gelungene Premiere für «De Yeti vom Chrüzmoor». Das eingespielte Ensemble des Theaters Improvisorisch Gränichen stand am vergangenen Wochenende gleich drei Mal mit seiner neusten Inszenierung auf der Bühne der Aula.
UFOs, das Ungeheuer von Loch Ness oder eben der Yeti haben eines gemeinsam: Wo immer sie auftauchen oder zumindest jemand meint, sie gesehen zu haben, finden sich rasch Medien, die darüber berichten und alsbald auch Schaulustige, die das Phänomen mit eigenen Augen sehen wollen. Diesen «Yeti-Effekt» machten sich sowohl die Improvisorischen zu nutze, − Präsidentin Theres Hediger blickte bei ihrer Begrüssung in einen vollen Saal − als auch der Hauptdarsteller im Stück, der Wirt Franz, dargestellt von Marc Ribolla. Dieser führt zusammen mit seiner Frau Vera (Michèle Berner) und Servierdame Käthi (Morena Kleeb) sein heruntergekommenes Gasthaus Chrüzmoor fernab grosser Touristenströme. Der Gränicher Silvano Bardoscia schuf dafür mit viel Herzblut eine schöne Kulisse.
Geniale Marketing-Idee
Um das Geschäft anzukurbeln und neue Gäste anzulocken, erfindet Franz einen Yeti, der im nahegelegenen Moor sein Unwesen treibe. Ein willkommenes Thema für News-Journalistin Anna (Margrith Hunziker), die neben der verschollenen Moorleiche, auf deren Suche sie ist, nun noch eine zweite preisverdächtige Story wittert. Auch auf der Suche ist der begeisterungsfähige Naturforscher Heiri (Daniel Scheidegger), allerdings gilt sein Interesse hauptsächlich einer seltenen Schmetterlingsart. Dass Anna und Heiri nun wegen der angeblichen Yeti-Sichtung fast jeden Preis für eine Unterkunft bezahlen, ist so gar nicht nach dem Gusto des schmierigen Edi (Dirk Scharrenbach), der eigentlich das Gasthaus übernehmen und ein eindeutig zweideutiges Etablissement eröffnen möchte. Edi und seine Gespielin Jenny, wunderbar naiv dargestellt von Eva Tschanz, passen aber mit ihrem protzigen Leder- und Glitzerfummel so gar nicht in die herbe Naturlandschaft. Und schliesslich taucht auch noch die kurzsichtige Trophäensammlerin Sonja auf, die mit ihrem Gewehr in alle Richtungen zielt.
Profi für Regiearbeit
Erstmals in der 19-jährigen Vereinsgeschichte hat Improvisorisch für die Regiearbeit mit Richard Wehrli einen Profi engagiert. Die neue Zusammenarbeit, so ist von den Mitgliedern unisono zu hören, habe gut funktioniert.
Viele Lacher im Publikum und langer Applaus am Ende der Vorstellung waren eine schöne Bestätigung für den Effort. Und dass sich Regisseur Wehrli am Ende der Premiere gar vor seinem Ensemble verneigte, war ein klares Zeichen, dass auch er mit dem Gebotenen zufrieden war.
Drei weitere Vorstellungen
Welchen Yeti Sonja trifft, ob Heiri den Schmetterling, Edi und Jenny ihr Etablissement und Anna ihre Hammer-Story tatsächlich finden und ob die Zukunft des Gasthauses gesichert werden kann, sei an dieser Stelle nicht verraten. Wer es wissen und das Ende der Geschichte erfahren will, hat am kommenden Wochenende, Freitag und Samstag jeweils um 20 Uhr, am Sonntag um 14 Uhr, weitere Gelegenheiten. Alle wichtigen Informationen findet man auf improvisorisch.ch.
Roland Marti