Kari und Heidi Hirt initiierten vor 50 Jahren die Erstellung des Schulbiotops. An der Führung mit Bähram Alagheband gaben sie dem Wynentaler Blatt einen kleinen Einblick in ihre Arbeit und ihre Hoffnungen für die Zukunft.
«Ursprünglich war nur ein ...
Kari und Heidi Hirt initiierten vor 50 Jahren die Erstellung des Schulbiotops. An der Führung mit Bähram Alagheband gaben sie dem Wynentaler Blatt einen kleinen Einblick in ihre Arbeit und ihre Hoffnungen für die Zukunft.
«Ursprünglich war nur ein Weiher geplant», erklärt Heidi Hirt am Mittwochabend, während sie auf das Biotop schaut. «Doch dann wurde die Idee grösser», fügt ihr Mann Kari lachend an. Vor rund 50 Jahren entstand auf die Initiative der beiden Naturliebhaber das Schulbiotop, das noch heute ein wertvoller Lebensraum und ein Klassenzimmer im Grünen ist.
«Gemeinsam haben wir die Pläne gemacht. Wir konnten auch immer auf die Unterstützung der anderen Lehrer zählen. Sie standen auch hinter dem Projekt», sagt das Paar mit hörbarem Stolz in ihren Stimmen. Gemacht wurde das Biotop gemeinsam mit einer Gärtnergruppe aus Menziken. Auf viele verschiedene Details wurde geachtet und alles so angelegt, dass es zu Unterrichtszwecken verwendet werden kann. «Ich habe mich insgesamt 30 Jahre lang um das Biotop gekümmert, ein Teil davon als Lehrer und ein Teil auch nach meiner Pensionierung», erklärt Kari Hirt. Leider sei momentan niemand für das Biotop zuständig. «Daher ist es etwas verwildert», sagt Heidi, aber auch darin sieht sie etwas Positives: «Die Natur kann dafür genau das machen, was sie will.»
Vom Korn zum Brot
Wer Kari und Heidi Hirt zuhört, der merkt sofort, welche Leidenschaft und Freude sie an der Natur haben. Sie kennen unzählige Pflanzen und Tiere, die sich im Biotop angesiedelt haben, wissen welchen Nutzen sie haben und wo sie sich befinden. «Hier war früher einmal ein kleines Feld voller Getreide», sagt Heidi Hirt, während sie auf eine kleine Fläche unmittelbar neben einem Schuleingang zeigt. «Da ging ich als Lehrerin mit meinen Schülern die Getreidekörner mit Steinen zu Mehl mahlen. Mit etwas gekauftem Mehl vermischt haben wir daraus Teig gemacht und Brote gebacken.» Ihre Augen leuchten regelrecht bei der Erinnerung. Für die Schulkinder war dies auch eine wertvolle Erfahrung. Sie sahen den gesamten Prozess, den es braucht, um ein Lebensmittel wie Brot herzustellen.
Das Biotop ist in den letzten Jahren leider etwas vergessen gegangen als Unterrichtsinstrument für die Schülerinnen und Schüler. Aber an der Führung am Mittwoch wurde deutlich, dass es neue Ideen gibt, um dieses «grüne Schulzimmer» wieder zu aktivieren. Das würde auch Kari und Heidi Hirt freuen: «Das Bewusstsein für die Natur ist wieder stärker geworden. Es wäre schön, wenn dies an die Kinder weitergegeben werden kann.»
Melanie Köchli