Wenn Eheleute unterschiedlicher Meinung sind, kann das schlecht fürs Geschäft sein. Und auf dem «Chräiehof» gilt das gleich doppelt. Mit einer Erbschaft im Gepäck wollen Lotti und Lisel den Stall erweitern. Ihre Ehemänner sind dagegen. Sie planen, einen ...
Wenn Eheleute unterschiedlicher Meinung sind, kann das schlecht fürs Geschäft sein. Und auf dem «Chräiehof» gilt das gleich doppelt. Mit einer Erbschaft im Gepäck wollen Lotti und Lisel den Stall erweitern. Ihre Ehemänner sind dagegen. Sie planen, einen Unfall vorzutäuschen. Und natürlich taucht noch eine unbekannte Fremde auf – die perfekten Gegebenheiten für eine Komödie.
«Brauchen wir diese Wand?» Fragend schauen Gül Kirez Barth und Martha Fehlmann Richtung Robert Stierli.
Er analysiert kurz die schon aufgebaute Kulisse. «Ja, ich denke, die kommt neben das Fenster.» Langsam entsteht auf der Bühne des Saalbaus die Wohnstube des Chräiehof. Der Prozess kostet einige Schweisstropfen. Aber die Darstellerinnen und Darsteller der Musikgesellschaft parlieren parallel fleissig. Wer kennt schon wie viel vom Text? Und wie wird der überhaupt am besten geübt?
Gül Kirez Barth steht zum ersten Mal auf den Brettern, die in Boniswil die Welt bedeuten. «Ich gehörte seit vielen Jahren zu den begeisterten Zuschauern, habe mit dem Gedanken des Mitmachens gespielt, mich aber lange nicht getraut.» Dementsprechend hat sie auch heute schon Lampenfieber, wenn sie an ihren Auftritt denkt. Christian Kunz sieht das entspannter. Bühnenerfahrung hat er unter anderem mit seiner Band «Swagmans» gesammelt. «Ausserdem habe ich gar nicht so viel Text. Da hat unsere Lore als «Lotti» viel mehr zu lernen.» Einstimmiges Nicken in der Runde. «Und davor habe ich höchsten Respekt», fügt Gül Kirez Barth hinzu. Feixend zieht Robert Stierli Souffleuse Erika Sonderer auf: «Und im schlimmsten Fall rettest ja du uns.»
«En Guete»
Nicht zu vergessen ist das Publikum der Theaterabende, das dem Schauspielteam stets wohlgesonnen ist. «Dessen Lachen zeigt uns, dass wir gute Arbeit leisten. Und das zählt», findet Georg Bussmann. «Vielleicht ist ein Grund für die gute Laune aber auch, dass wir sie vor dem Stück kulinarisch aufs Beste versorgen», merkt Robert Stierli schmunzelnd an, bevor er ein wenig ernster hinzufügt: «Der Spaghetti-Plausch ist eine Tradition. Salat, verschiedene Saucen, ein gewaltiges Desserbuffet – das ist zusammen mit einer guten Komödie alles, was es für einen gelungenen Abend braucht. Hunger und Neugier werden sich lohnen.»
Graziella Jämsä
Mehr Infos auf www.mgboniswil.ch