Bereits seit längerem bestehen Probleme in der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Menziken-Reinach. Nach der Versammlung im November wurde von der Römisch-Katholischen Landeskirche eine Untersuchung eingeleitet. Deren Ergebnisse liegen nun vor.
In der ...
Bereits seit längerem bestehen Probleme in der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Menziken-Reinach. Nach der Versammlung im November wurde von der Römisch-Katholischen Landeskirche eine Untersuchung eingeleitet. Deren Ergebnisse liegen nun vor.
In der Ausgabe vom 20. November 2025 berichtete das Wynentaler Blatt unter dem Titel «Chaos im Haus Gottes» über die Kirchgemeindeversammlung der Kath. Kirchgemeinde Menziken-Reinach, welche aussergewöhnlich turbulent verlief. Besonders beim Traktandum zum Budget 2026 kam es zu heftigen Auseinandersetzungen. «Es kam zu Zwischenrufen, Buhrufen, Klatschen und kleinen Inseln, in denen persönliche Konflike ausgetragen wurden», schrieb das WB damals. Diese Vorkommnisse bewegte den Kirchenrat der Römisch-Katholischen Landeskirche zu Beginn dieses Jahres dazu, eine externe Untersuchung einzuleiten. Rechtsanwalt und ehemaliger Vizestadtpräsident der Stadt Aarau Werner Schib führte diese durch.
«Sein Bericht zeigt auf, dass die demokratischen Rechte in der Kirchgemeindeversammlung vom 18. November 2025 nicht gewahrt wurden», schreibt die Landeskirche in einer Mitteilung. Weder der Finanzverantwortliche noch Kirchenpflegepräsident Martin Sigg haben zum Budget Auskunft gegeben, heisst es weiter. «Pfarrer Piotr Palczynski nahm dagegen als Kirchenpflegemitglied in einer Art und Weise Stellung, die im Bericht als «dominante und unverhältnismässige Intervention in die Behandlung bzw. Abstimmung über das Budget» bezeichnet wird.» Werner Schib kommt in seinem Bericht weiter zum Schluss, dass die Versammlungsleitung und das Kirchenpflegemitglied Piotr Palczynski ihre Pflichten verletzt haben.
Weitere Informationen im Juni
Weiter befasst sich die Untersuchung mit der illegalen Wahl Ende August letzten Jahres. Martin Sigg setzte den Wahltermin ohne Befugnis eigenmächtig fest. Dagegen wurde eine Beschwerde erhoben, worauf der Kirchenrat die Wahl annullierte und deren Durchführung untersagte (das WB berichtete). «Martin Sigg ignorierte diese Weisung und führte den Wahlgang durch. Das Wahlresultat wurde jedoch nicht anerkannt und es musste eine Sachwaltung eingesetzt werden, die die Wahl zum Jahreswechsel korrekt durchführte», schreibt die Landeskirche. Die Kosten der illegalen Wahl belaufen sich auf 8767.50 Franken, welche die Kirchgemeinde gemäss Untersuchung bei Martin Sigg einfordern kann. «Insgesamt bietet der Bericht somit keinen Anlass für schwerwiegende aufsichtsrechtliche Eingriffe wie einen vollständigen Entzug der Selbstverwaltung der Kirchgemeinde Menziken-Reinach oder eine Amtsenthebung von Mitgliedern der Kirchenpflege», schreibt die Landeskirche in der Medienmitteilung. Die Kirchenpflege der Kirchgemeinde Menziken-Reinach werde aktuell zu den Massnahmen angehört, danach werde der Kirchenrat entscheiden. Anfang Juni soll die Öffentlichkeit über allfällige Massnahmen des Kirchenrats informiert werden.
Melanie Köchli