An der Kilbi in Pfeffikon drehten wie alle Jahre die Glücksräder und wie immer traten zahlreiche der Lebkuchenherzen den Weg über die Kantonsgrenze an, denn das Ereignis wird in den Terminkalendern im ganzen Oberwynental notiert.
Auch seit Pfeffikon Teil ...
An der Kilbi in Pfeffikon drehten wie alle Jahre die Glücksräder und wie immer traten zahlreiche der Lebkuchenherzen den Weg über die Kantonsgrenze an, denn das Ereignis wird in den Terminkalendern im ganzen Oberwynental notiert.
Auch seit Pfeffikon Teil der Gemeinde Rickenbach ist, und wenn die Kilbis in Rickenbach und Pfeffikon, wie heuer auf den selben Sonntag fallen, drückt das nicht auf den Publikumsaufmarsch im Oberwynentaler Ortsteil. Der Anlass wird immer kurz und heftig am zweiten Oktobersonntag gefeiert. Die Festwirtschaft vom Pfeffiker Älpli war zwar schon zur Mittagszeit in Betrieb, der offizielle Beginn ist allerdings um 13 Uhr. Dann ist der Startschuss für die Glücksräder. Auf dem begrenzten Raum bei der Kirche kreiseln nicht weniger als drei solcher Räder, die immerhin ein etwas unterschiedliches Gewinnangebot präsentieren. Jenes vom Jodlerklub Oberwynental drehte sich bei vierzig Durchgängen im Wesentlichen um die traditionellen Lebkuchen und Lebkuchenherzen. Bei der Musikgesellschaft Pfeffikon gab es bei 32 Durchgängen ebenso oft Willisauerringli, Gummibärli und als Hauptgewinne Grittibänze oder einen der beliebten Rosenkuchen aus der Bäckerei Eichenberger zu gewinnen. Der Rosenkuchen übrigens gewissermassen eine Pfeffiker Spezialität. Bei der Männerriege konnte das Los in insgesamt dreissig Durchgängen auf ein grosses Lebkuchenherz treffen, aber auch auf einen Kilbikuchen, ein Stück Bündnerfleisch, auf eine Toblerone oder auch mal auf ein Badetuch.
Komplettiert wurde das Angebot von Ständen anderer Vereine. Die Guuggenmusig Stompegosler bot den Kindern Entenfischen an, während die Grösseren «Human-Buzzer» spielen konnten. Nach Vorbild eines Einarmigen Banditen mussten drei gleiche Symbole in eine Reihe gebracht werden. Den Zufallsgenerator spielte dabei nicht die Elektrotechnik, sondern drei Stompegoslerinnen, die Fähnchen mit den Symbolen emporhielten. Auch die Theatergruppe führte einen Stand. Sie verkaufte «Heissi Marroni». Weil man in den reformierten Aargauer Nachbargemeinden keine Kirchweihe feiert, ist der Aufmarsch von Gästen über die Kantonsgrenze jeweils gross. Es ist gleichzeitig ein besonderes Merkmal der Pfeffiker Kilbi, das dafür sorgt, dass die Tradition im kleinen – aber zuletzt unübersehbar wachsenden – Dorf blüht wie eh und je.
Die Kilbi klingt gerne in der Älpli-Festwirtschaft aus. Zum Beispiel bei einem Becher «Holdrio» oder einem Teller Älplermagronen mit Apfelmus.
Es gab auch Älpli-Fondue, das ist ein Hot Dog, in dem keine Wurst steckt, sondern Fondue eingefüllt wird.
Weil diverse Älpli-Mitglieder auch Teil der Musikgesellschaft sind, pflegt das Kilbirad der Musikgesellschaft für die letzten Durchgänge jeweils zu dieser Festwirtschaft vors Pfarrhaus zu ziehen. Das hat folgenden Grund: «Die Plätze auf den Festbänken sind sehr gefragt und deshalb bleiben die, die einen ergattert haben, gerne sitzen», erklärt Daniela Furrer vom Pfeffiker Älpli.
Fehlt noch die Erklärung, warum in Rickenbach und Pfeffikon manchmal gleichzeitig Kilbi ist und manchmal nicht. In Pfeffikon findet die Kilbi immer am zweiten Oktober-Sonntag statt. In Rickenbach bezieht sich der Termin auf den Weihetag der Pfarrkirche St. Margaretha am 5. Oktober im Jahr 1958. Die Kilbi in Rickenbach findet immer am Sonntag danach statt.
Martin Sommerhalder