Die Wyna ist auch in Luzern ein Thema
23.04.2026 RegionVergangene Woche berichtete das Wynentaler Blatt über die Antworten des Aargauer Regierungsrats zu den erhöhten Werten von Deltamethrin, die im vergangenen Herbst in der Wyna gefunden wurden. Der Kanton Luzern setzt nun eine Arbeitsgruppe zur weiteren Reduktion der Einträge ...
Vergangene Woche berichtete das Wynentaler Blatt über die Antworten des Aargauer Regierungsrats zu den erhöhten Werten von Deltamethrin, die im vergangenen Herbst in der Wyna gefunden wurden. Der Kanton Luzern setzt nun eine Arbeitsgruppe zur weiteren Reduktion der Einträge von Pflanzenschutzmitteln ein.
«Rückstände von Medikamenten, Pflanzenschutzmitteln (PSM) und anderen Mikroverunreinigungen beeinträchtigen die Wasserqualität von Gewässern und wirken sich damit negativ auf die Fortpflanzung, Entwicklung und Gesundheit empfindlicher Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen aus», schreibt der Kanton Luzern in einer Mitteilung. Seit 2023 gibt es das Projekt «Absenkpfad Pflanzenschutzmittel», mit dem die Risiken und Einträge von PSM reduziert werden sollen. Im Rahmen dieses Projektes gibt es seit 2024 einen Runden Tisch, der im Jahresrhythmus stattfindet. Wie der Kanton Luzern schreibt, war die Wyna bereits im Februar 2025 der Fokus des Runden Tisches. Vor kurzem fand der zweite solche Austausch betreffs der Wyna statt. Der Bach Wyna bei Beromünster wurde ausgewählt «da sie aufgrund der Zusammensetzung von landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen, Siedlungsraum sowie der Grösse des Fliessgewässers einen idealen Projektperimeter darstellt», schreibt der Kanton Luzern.
Neue Arbeitsgruppe
Dabei standen die Wasserqualitätsmessungen von 2024 und 2025 im Zentrum. Gleichzeitig besprach man die möglichen Ursachen und Handlungsoptionen. Ein wichtiges Thema waren auch die Deltamethrin-Werte in der Wyna, die im Herbst 2025 gemessen wurden und zu Beginn des Jahres durch die Medien an die Öffentlichkeit gerieten. «Der Kanton Luzern hat den Kanton Aargau vor Bekanntwerden der Belastung durch die Presse nicht informiert», schrieb der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Interpellation, die von verschiedenen Aargauern Politikern eingereicht wurde.
«Darüber hinaus dienen die Messdaten als Grundlage für die Erarbeitung und Umsetzung wirksamer Massnahmen im Projektperimeter», erklärt der Kanton Luzern weiter. Am Runden Tisch nahmen neben Landwirtinnen und Landwirten Gemeindemitarbeitende, Vertreterinnen und Vertreter des Gartenbaus sowie Anwendende von Pflanzenschutzmitteln teil. Weitere Anspruchsgruppen aus dem Einzugsgebiet der Wyna waren ebenfalls zugegen.
«Im Nachgang zum zweiten Runden Tisch wird eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Diese setzt sich aus Landwirtinnen und Landwirten sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern des Einzugsgebiets der Wyna, des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbands (LBV), der Projektgruppe sowie weiteren relevanten Akteuren zusammen.» Die Messperioden 2024 und 2025 sollen vertieft analysiert und konkrete Massnahmen entwickelt werden. Die Umsetzung der Massnahmen soll ebenfalls geprüft werden. «Ziel ist, ein koordiniertes und wirksames Vorgehen zur weiteren Reduktion von PSM-Einträgen in der Wyna zu erarbeiten. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen zudem gezielt für die Weiterentwicklung und Umsetzung von Massnahmen auf kantonaler und nationaler Ebene genutzt werden. Der Kanton Luzern setzt damit auf einen lösungsorientierten Dialog und eine enge Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren, um wichtige Verbesserungen im Pflanzenschutz zu erreichen.»
Melanie Köchli

