Seit gut zwei Jahren führt Jürgen Gaulke (54) das Suhrental Alterszentrum in Schöftland. Im Gespräch mit dem Wynentaler Blatt erzählt der gebürtige Norddeutsche, weshalb er sich im Suhrental Alterszentrum sofort zu Hause fühlte, welche Vision er verfolgt ...
Seit gut zwei Jahren führt Jürgen Gaulke (54) das Suhrental Alterszentrum in Schöftland. Im Gespräch mit dem Wynentaler Blatt erzählt der gebürtige Norddeutsche, weshalb er sich im Suhrental Alterszentrum sofort zu Hause fühlte, welche Vision er verfolgt und warum das Jubiläumsfest vor allem ein Dankeschön an die Bevölkerung ist.
Wynentaler Blatt: Jürgen Gaulke, Sie stammen aus Norddeutschland und haben an vielen Orten gearbeitet. Wie sind Sie schliesslich in Schöftland gelandet?
Jürgen Gaulke: Ich bin ursprünglich Schlosser und kam über den Zivildienst in die Pflege. Danach war ich rund 20 Jahre mit grosser Leidenschaft in der Intensivpflege tätig. Als ich gefragt wurde, ob ich die Leitung des Alterszentrums übernehmen möchte, war ich zunächst skeptisch. Intensivpflege ist etwas völlig anderes. Deshalb sagte ich: Ich komme zuerst ins Café, schaue den Menschen zu und entscheide dann. Das Bild, das ich gesehen habe, hat mich überzeugt.
Was hat Sie so beeindruckt?
Die Menschen. Die Mitarbeitenden hatten Freude am Umgang miteinander, alle begegneten mir offen und freundlich – obwohl niemand wusste, wer ich bin. Da habe ich gespürt: Hier steht der Mensch im Mittelpunkt. Heute frage ich mich manchmal, weshalb ich diesen Schritt nicht schon viel früher gemacht habe. Es ist eine unglaublich sinnstiftende Aufgabe.
Was macht das Suhrental Alterszentrum besonders?
Wir verstehen uns längst nicht mehr nur als Altersheim. Natürlich gehören Pflege und Betreuung zu unserem Auftrag. Aber wir wollen auch ein offenes Haus sein – ein Ort der Begegnung. Man soll hier einen Kaffee trinken, sich treffen oder einfach kurz verweilen können. Diese Offenheit wird mit dem Neubau noch stärker sichtbar werden.
Die Bevölkerung konnte am Jubiläumsfest die Projekte für den Ersatzneubau besichtigen. Wie weit entspricht das Siegerprojekt bereits dem späteren Bau?
Ich bin überzeugt, dass wir dem Endergebnis schon sehr nahe sind. Natürlich gibt es noch Details, die wir optimieren werden. Genau dafür beginnt jetzt die nächste Planungsphase. Entscheidend ist, dass wir ein Gebäude erhalten, das unseren Bedürfnissen und denen der Bewohnerinnen und Bewohner langfristig gerecht wird.
Wann könnte der Neubau Realität werden?
Wenn alles optimal läuft, könnten wir 2027 oder 2028 mit den Ersatzwohnungen beginnen. Danach folgen die weiteren Etappen. Realistisch wäre eine Fertigstellung zwischen 2033 und 2034. Aber bei einem Projekt dieser Grösse spielen Bewilligungsverfahren und mögliche Einsprachen eine wichtige Rolle. Wichtig ist für mich: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind bereit.
Zum Schluss noch zum Jubiläumsfest: Weshalb war Ihnen dieses Fest so wichtig?
Es war in erster Linie ein Dankeschön an die Bevölkerung. Das ursprüngliche Alterszentrum entstand überhaupt erst, weil die Menschen aus der Region Geld sammelten und sich mit grossem Engagement dafür einsetzten. Ohne diese Initiative gäbe es das Haus nicht. Jetzt, genau 60 Jahre später und kurz vor einem neuen Kapitel, wollten wir diesen Menschen etwas zurückgeben. Deshalb ging es nie um einen finanziellen Erfolg, sondern darum, gemeinsam zu feiern und Danke zu sagen. Interview:
Roland Marti