Ein Blick hinter die Kulissen der Badi Unterkulm
20.08.2026 UnterkulmWenn es heiss ist, gehört für viele ein Besuch in der Badi zum Abkühlungsprogramm. Betriebsleiter Beni Portner gewährt einen Einblick in die Arbeit im Regionalen Schwimmbad Mittleres Wynental.
Die Schweiz erlebt in diesem Jahr einen Sommer, der wohl ...
Wenn es heiss ist, gehört für viele ein Besuch in der Badi zum Abkühlungsprogramm. Betriebsleiter Beni Portner gewährt einen Einblick in die Arbeit im Regionalen Schwimmbad Mittleres Wynental.
Die Schweiz erlebt in diesem Jahr einen Sommer, der wohl seinesgleichen sucht. Hitzewelle reiht sich an Hitzewelle. Für das Regionale Schwimmbad Mittleres Wynental heisst das mehr Besucher, mehr Umsatz aber auch mehr Arbeit. «Mitte der Saison haben wir schon die Marke von 30‘000 Besuchern geknackt», erklärt Betriebsleiter Beni Portner im Gespräch. So viele Besucher zählte die Badi in der ganzen Saison 2025. «Bei Temperaturen ab 30 Grad aufwärts haben wir über 1000 Personen pro Tag, die die Badi benutzen. Wenn es etwas kälter ist, sind es zwischen 300 und 800 Schwimmfreudige.»
Melanie Köchli
Damit alle Wasserfreunde eine saubere, funktionierende Badi antreffen, muss am Morgen und über den ganzen Tag hinweg einiges an Arbeit geleistet werden. «Wir sind ein Team von 15 Personen und kümmern uns um die Aufsicht, den Unterhalt, die Kasse sowie die Reinigung», beschreibt Portner die verschiedenen Aufgaben. Jeder dieser Bereiche bringt weitere Verantwortlichkeiten mit sich wie der Unterhalt der Schwimmbecken, die Durchsetzung der Regeln oder auch der Sanitätsdienst. Beni Portner koordiniert, welche Person wo im Einsatz steht, und ist bei Problemen der Ansprechpartner. «Nur mit einem engagierten Team ist es möglich, dass die Badi jeden Tag so reibungslos läuft», lobt Portner seine Mitarbeitenden.
Während die Badi jeweils um 9 Uhr öffnet, ist Portner bereits zwischen 5 und 6 Uhr vor Ort: «Ich habe am Morgen einen klaren Ablauf. So laufen über Nacht beispielsweise die Reinigungsroboter in den Becken. Diese müssen rausgenommen und für ihre nächste Schicht vorbereitet werden.» Ausserdem müssen die Wasserwerte gemessen, kontrolliert und protokolliert werden. «Das schreibt der Kanton so vor.» Die Wasserwerte werden teilweise automatisch durch ein Messsystem überwacht. «Zwei Mal am Tag messen wir mit einer Handmessung.» Wenn am Morgen bei der ersten Messung die Werte nicht stimmen, kann der Betriebsleiter noch reagieren und Anpassungen vornehmen.
Maschinen, die still arbeiten
In den für die Besucherinnen und Besucher abgesperrten Bereichen stehen grosse Maschinen, die verschiedene Funktionen erfüllen. So wird das Wasser gefiltert, die Menge an Chlor reguliert und das aufbereitete Wasser wieder den Becken zugeführt. «Wir haben für jedes Schwimmbecken ein gleich grosses Speicherbecken», erklärt Portner. Diese befinden sich unterirdisch und sind nicht sichtbar. Auch diese werden von den Maschinen geprüft. Das alles hat Beni Portner im Blick und nimmt Anpassungen vor, wenn es nötig wird. «Deswegen sieht man mich manchmal für eine Stunde oder so nicht.»
«Ab 18 Grad Aussentemperatur kommen zwischen 10 und 20 Stammgäste, die am Morgen ihre Bahnen ziehen. Die älteste Schwimmerin, die wir haben, ist 94 Jahre alt, aber sie kommt nicht mehr jeden Morgen», sagt Portner schmunzelnd. Natürlich kommt auch der Schwimmnachwuchs nicht zu kurz, so finden im Sommer Schwimmkurse statt. «Die werden von Schwimmschulen oder anderen Kursanbietern organisiert. Sie zahlen uns Wassermiete und wir schauen, dass alles passt.»
Der Mann für alles
Während er den Blick über die Badi gleiten lässt, spricht er das Alter einiger Anlagen an: «Die Rutschbahn hat Jahrgang 1987. Sie hat das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und irgendwann muss es eine neue geben.» Es ist ihm wichtig, die Badi aktuell und attraktiv für die Bevölkerung zu halten. «Dazu braucht es die Unterstützung der Einwohnerinnen und Einwohner von Unterkulm, Oberkulm und Teufenthal.» Die drei Einwohnergemeinden bilden die Trägerschaft des Schwimmbads. Er ist dankbar für die Unterstützung der Gemeinden, denn ohne sie würde es nicht funktionieren, ist sich der Betriebsleiter sicher. «Eine Badi kostet Geld», meint Portner weiter, «aber es ist auch ein Dienst an der Bevölkerung.»
Seit eineinhalb Jahren ist Beni Portner Betriebsleiter des Regionalen Schwimmbads Mittleres Wynental. Die Arbeit macht dem gelernten Hauswart sichtlich Freude. «Ich liebe meinen Job», sagt er bestimmt. «Klar gibt es auch weniger schöne Momente, zum Beispiel wenn sich Leute nicht an die Regeln halten.» Generell habe der Respekt gegenüber dem Personal etwas nachgelassen. Hier greift Portner klar durch: «Ich kann und muss mich durchsetzen. Zudem handle ich lieber, bevor etwas passiert, so kommt es gar nicht erst zu grossen Problemen.»
Er selbst nennt sich schmunzelnd «Mann für alles»: «Je nach Situation bin ich mal Psychiater, Sanitäter, Mechaniker oder eben die Reinigungskraft.» All diese Fertigkeiten und noch viel mehr braucht es, damit die Badi ein Ort der Erholung, des Spasses und an heissen Tagen auch der Abkühlung bleibt.





