Elf Jahre ist es her, als sich die Schützengesellschaft Beinwil am See das letzte Mal auf den Weg zu einem Eidgenössischen Schützenfest machte. Nachdem das «Luzernische» 2021 pandemiebedingt dezentral auf dem Heimstand geschossen werden musste, war es endlich ...
Elf Jahre ist es her, als sich die Schützengesellschaft Beinwil am See das letzte Mal auf den Weg zu einem Eidgenössischen Schützenfest machte. Nachdem das «Luzernische» 2021 pandemiebedingt dezentral auf dem Heimstand geschossen werden musste, war es endlich wieder so weit: Das Abenteuer Graubünden konnte starten.
(Eing.) Bereits am Donnerstagmittag trafen sich die ersten neun unerschrockenen Schützen und Motivationspersonal, um im Vorfeld die Liegend-Meisterschaft 300m (6x10 Schuss) zu schiessen. Nach entspannter Anreise wurden die organisatorischen Vorbereitungen wie Gewehrkontrolle, Hotelbezug in Flims und Bierdegustation abgeschlossen. Somit war alles für den 1. Schiesstag angerichtet.
Am Freitag um 07.30 Uhr wurde auf der Schiessanlage Rossboden in Chur das «Feuer» auf die 48 Scheiben freigegeben und die ersten Schüsse suchten ihr Ziel. Und sie suchten und suchten, sah doch die Scheibenmitte anfänglich sehr gelangweilt aus. Trotz recht konstanten Licht- und Wetterbedingungen musste um jeden Punkt gekämpft werden. Erschwerend kamen noch individuelle Funktionsprobleme, wie lotternde Visiere und altersschwache Abzüge hinzu, die aber schnell behoben werden konnten. Nach überstandener Eingewöhnungsphase kamen dann aber mehr oder weniger die gewünschten Ergebnisse. Mit etwas Zittern und Bangen konnten am Ende erfreulicherweise alle Böjuer Schützen einen Meisterschaftskranz ihr Eigen nennen.
Gegen Mittag wuchs das Grüppchen zu einer Gesellschaft zusammen, die restlichen Schützen waren in Chur eingetroffen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen kam man zum gemütlichen Teil des Tages, eine entspannte Gondelfahrt von Flims zur Bergstation Foppa stand auf dem Programm. Oben angekommen, wartete bereits ein Apéro. Nach ein paar Erfrischungsgetränken und guter Stimmung schwebten man wieder Hang abwärts.
Vor dem ersten Hahnenschrei standen alle Schützen Gewehr bei Fuss, der Hauptschiesstag war angebrochen und das Ringen um die begehrten Kränze entbrannte. Es lief wie geschmiert, die Kränze konnten wie vom Fliessband verbucht werden. Nach dem Mittag wurde es dann laut, die «Patrouille Suisse» zeigte mit atemberaubenden Flugeinlagen und Tiefflügen ihr ganzes Können. Nachdem die Ablenkung verflogen war, wurde noch bis in den späten Nachmittag geschossen und die meisten Schützen hatten ihre gesteckten Ziele bereits erreicht.
Am Sonntagvormittag beendeten dann noch die restlichen Schützen ihr gelöstes Programm und der eine oder andere konnte die Schmach vom Vortag noch in Erfolg umwandeln. Von 207 geschossenen Stichen konnten 156 mit einem Kranz belohnt werden, was einer guten Quote von rund 75 Prozent entspricht. Trotz einiger dürftiger Ergebnisse versierter Schützen errang die SG Beinwil am See in der Vereinskonkurrenz gute 93,59 Punkte. Zur grossen Freude konnten sich alle Teilnehmer eine Auszeichnung an die Brust heften, was bei einem «Eidgenössischen» für Schützen etwas ganz Besonderes ist. Mit einer guten Mischung aus Schiesssport, Geselligkeit und Ferien war das Wochenende eine gelungene Auszeit vom harten Berufsleben und Pensionsstress.