Rund 200 Gäste liessen es sich am Donnerstag, 6. August, nicht nehmen, beim Tag der offenen Tür im Huus74 vorbeizuschauen. Für viele war es ein Wiedersehen mit ihrem Stammlokal, für andere eine erste Begegnung mit Anja Arnold und Bernd Georgi, dem neuen ...
Rund 200 Gäste liessen es sich am Donnerstag, 6. August, nicht nehmen, beim Tag der offenen Tür im Huus74 vorbeizuschauen. Für viele war es ein Wiedersehen mit ihrem Stammlokal, für andere eine erste Begegnung mit Anja Arnold und Bernd Georgi, dem neuen Pächterpaar. Und so herrschte im und rund um das Huus74 eine ungezwungene und gemütliche Atmosphäre.
Die Sonne heizte an diesem Nachmittag zwar ordentlich ein. Unter den Bäumen vor und neben dem Huus74 liess sie sich aber gut aushalten. Dort trafen sich alte Bekannte, Stammgäste und neugierige Besucher zum Apéro riche, stiessen miteinander an und erkundeten das Haus. Drei Weinhändler präsentierten ihre besten Tropfen.
Sehr gefragt waren die Rundgänge durch die Hotelzimmer. Diese präsentieren sich individuell und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Viel Holz, historische Elemente und allerlei Kuriositäten sorgen für eine ganz eigene Atmosphäre. In einem Zimmer ist beispielsweise eine originale Steinwand sichtbar. Aus energetischen Gründen wurde sie verglast, geblieben ist sie aber als markanter Blickfang.
In den Zimmern und im Treppenhaus gibt es einiges zu entdecken. Verschiedene Plumpsklos erinnern als Dekoration an vergangene Zeiten. Gleichzeitig verfügen die Zimmer fast ausnahmslos über moderne sanitäre Einrichtungen. In der Gaststube sorgt unter anderem ein grosser Kachelofen für das urige Ambiente.
Bekannte Gesichter
Für Anja Arnold und Bernd Georgi war der Eröffnungstag gleichzeitig ein Wiedersehen mit vielen ihrer bisherigen Gäste vom «Panorama» in Schlierbach. Zahlreiche Besucher begrüssten die beiden mit Namen. Als perfekter Gastgeber wusste Georgi bei vielen Gästen noch, wer welchen Wein bevorzugt. So war schnell eine vertraute Atmosphäre geschaffen. Man ist per Du, man kennt sich. Und wer neu dazukam, wurde ebenso herzlich empfangen.
Auch das Küchen- und Serviceteam, das die beiden aus Schlierbach mitgebracht haben, war im Einsatz. Die Mitarbeitenden wirkten bestens eingespielt und umsorgten die Gäste aufmerksam.
Mitten im Geschehen waren auch Felix und Ursi Matthias. Die Besitzer des Huus74 freuten sich sichtlich darüber, dass nach einer längeren Suche ein neues Pächterpaar gefunden werden konnte. Felix Matthias erzählte, er habe nach der Vertragsunterzeichnung mit dem Pächterpaar, das so perfekt auf sein Anforderungsprofil passte, einen Freudensprung gemacht.
Drei symbolische Schlüssel
Beim offiziellen Teil der Eröffnung blickte Felix Matthias auf die vergangenen Monate zurück. Nachdem der letzte Pächter ausgeschieden war, habe es 16 Monate gedauert, bis mit Anja Arnold und Bernd Georgi eine neue Lösung gefunden worden sei. Nun übergab er dem Pächterpaar symbolisch einen Schlüsselbund.
Drei Schlüssel standen dabei für drei Wünsche: Vertrauen, Erfolg und Freude.Vertrauen in die Gastgeber, die Mitarbeitenden und das Haus. Erfolg mit einem möglichst vollen Haus, zufriedenen Gästen und guten Entscheidungen. Und Freude an der Arbeit – trotz der Herausforderungen, mit denen die Gastronomie heute konfrontiert ist.
Gleichzeitig machte Felix Matthias dem neuen Pächterpaar Mut, das Huus74 weiterzuentwickeln. Sie müssten nicht einfach das bisherige Konzept kopieren, sondern dürften dem Haus ihren eigenen Stempel aufdrücken.
Anja Arnold und Bernd Georgi wollen dabei vor allem eines: die Herzlichkeit des Hauses weiterführen. «Wir sind Gastronomen, wir sind leidenschaftlich», erklärten sie. Auch Hochzeiten und Veranstaltungen sollen Schritt für Schritt wieder stattfinden. Ihr Wunsch ist, dass das Huus74 weiterlebt und seinen Platz in Menziken behält.
Eine besondere Geschichte
Dass das 1849 erbaute ehemalige Fabrikantenhaus mit Scheune heute mehr ist als einfach ein Restaurant mit Hotelzimmern, wird beim Rundgang schnell deutlich. Die Geschichte des Hauses ist allgegenwärtig. Felix Matthias erinnerte beim offiziellen Teil daran, dass das Huus74 am 8. September 2016 erstmals seine Türen öffnete – an einem Ort, an dem zuvor weder ein Hotel noch eine Beiz gestanden hatte. Ursprünglich schwebte ihm sogar eine Alters-WG vor, kombiniert mit einem Drei-Sterne-Hotel und Restaurant.
Nun hat das Haus ein neues Pächterpaar. Und der Eröffnungstag zeigte: Die Freude darüber ist auf allen Seiten gross. Musikalisch umrahmt wurde die offizielle Betriebsübergabe von Alphornklängen. Brigitte Stoffel, die Schwester von Felix Matthias, sorgte damit für eine besondere Überraschung.
Nach 16 Monaten ohne Pächter ist im Huus74 nun wieder Leben eingekehrt. Anja Arnold und Bernd Georgi wollen das Haus mit ihrer eigenen Handschrift weiterführen – und gleichzeitig dafür sorgen, dass sich die bisherigen Gäste weiterhin zu Hause fühlen. Der erste Eindruck am Tag der offenen Tür liess jedenfalls erkennen: Der Neustart ist geglückt.
Roland Marti