Ein Zuhause für mehrere Generationen Literatur

  30.07.2026 Seetal, Birrwil, Meisterschwanden

Aktuell bietet die Bibliotheksförderung des kantonalen Departements Bildung, Kultur und Sport regionalen Büchereien eine fertig programmierte Umfrage samt Auswertung an. 16 Institutionen im Aargau nutzen diese Möglichkeit. Eine von ihnen ist in Birrwil.

«Was wünschen sich die Nutzerinnen und Nutzer der Bibliothek beziehungsweise, was bräuchte es, um neue Menschen für uns zu begeistern?» So fasst Simone Huber ihre «Berufsneugier» zusammen. Was eine Umfrage alles bewirken kann, hat die Leiterin der Bibliotheken Meisterschwanden und Birrwil schon einmal getestet. «Wir haben im Frühjahr 2025 in Meisterschwanden eine Online-Umfrage gestartet», schildert sie. Wer jetzt dafür negative Gründe wie einen Rückgang der Abonnentenzahlen vermutet, liegt falsch. «Es geht darum, Kundinnen und Kunden die Möglichkeit zu geben, mit ihrer Meinung etwas in Gang zu bringen.»

Eine Bibliothek sei schliesslich längst nicht mehr einfach ein Raum voller gut gepflegter Bücherregale. «Die Technik hat neue Medien und das digitale Lesen mitgebracht. Das darf man nicht ignorieren.» Für junge Eltern würde die Bibliothek dank Veranstaltungen wie dem Verslimorgen immer mehr zum Begegnungsort. «Nicht zu vergessen das Thema Öffnungszeiten», fügt Simone Huber hinzu.

Innerhalb von vier Wochen haben im vergangenen Jahr an die 100 Personen an der Umfrage teilgenommen. Das Ergebnis war dementsprechend vielfältig. «Zum einen haben wir viele Komplimente bekommen, was uns in unserem Vorgehen bestätigt hat.» Zum anderen seien schnell umsetzbare Ideen dabei gewesen. «Eine Box für die Medienrückgabe ausserhalb der Öffnungszeiten», zählt Simone Huber auf, «ein neues Genre im Regal.» Manche Anliegen stünden noch auf der To-do-Liste. «Wo es technische Änderungen braucht, dauert es immer etwas länger.»

Thema «Open Library»

Hat sie schon eine Ahnung, in welche Richtung die Reaktionen in Birrwil gehen könnten? «Das ist sehr schwer zu sagen. Das kann von mehr Platz, mehr Sitzgelegenheiten, anderer Leseförderung bis zu den Öffnungszeiten gehen.» Sie selbst recherchiere immer mal wieder zum Thema «Open Library». «Ich denke, der individuelle Zugang zur Bibliothek könnte langfristig ein Pluspunkt für die Einrichtung sein.»

Aktuell gehe es aber erst einmal um die Öffentlichkeitsarbeit für die Umfrage. «Offiziell gestartet wird am 24. August.» So bald als möglich werde sie den dazu notwenigen QR-Code per Newsletter versenden, ihn auf der Website der Bibliothek online stellen sowie an das Dorfblättli Birrwils und andere Zeitungen schicken. Sie möchte nach den Schulferien Lehrpersonen und Eltern erreichen. Sogar ein Event steht auf dem Plan. «Am 19. September findet in Birrwil der Büchermärt statt. Dort verschenken wir ausgeschiedene Bücher und verschaffen ihnen so ein zweites Leben. Und diesmal informieren wir ausserdem über die Umfrage.» Sie wünsche sich viele Meinungen. «Schön wäre es, wenn viele «Nochnicht-Nutzer dabei wären. Sie könnten uns verraten, wie wir sie als Kunden gewinnen könnten.» Simone Huber ist gespannt und überzeugt. «Wenn Bibliotheken mit ihren Angeboten in Bewegung bleiben, sind sie alles ausser langweilig.»

Graziella Jämsä

Infos auf birrwil.biblioweb.ch


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