Eine Ausstellung für Geniesser
15.10.2026 Wynental, TeufenthalReto Baumann organisiert zum 12. Mal die Art Feldmatte in Teufenthal. Sechs Kunstschaffende präsentieren an den folgenden beiden Wochenenden ihre Werke. Begleitet wird der Anlass vom Weingut Hartmann aus Remigen.
In den auf zwei Stockwerken verteilten ...
Reto Baumann organisiert zum 12. Mal die Art Feldmatte in Teufenthal. Sechs Kunstschaffende präsentieren an den folgenden beiden Wochenenden ihre Werke. Begleitet wird der Anlass vom Weingut Hartmann aus Remigen.
In den auf zwei Stockwerken verteilten Ausstellungsräumen herrscht wenige Tage vor der Vernissage am 16. Oktober eifriges Gewusel. Bilder lehnen an den Wänden, Regale werden sorgsam mit unterschiedlichen Glasgefässen bestückt. Wenige Meter entfernt kommt die Wasserwaage zum Einsatz – hängt das Gemälde nun gerade oder nicht. Ein weiterer Blick zeigt, es fehlen noch wenige Millimeter. Dazwischen stehen unterschiedlich grosse, bunte Frauenfiguren aus Ton. Eine davon hält ein Smartphone in der Hand, ganz in ein Gespräch vertieft, eine andere trägt einen Becher und die dritte im Bunde ist mit einigen Pinseln ausgestattet.
«Wenn die übrigen Werke an den Wänden sind, werden die Tonfiguren und die Skulpturen von Reto Baumann, dem Organisator, ihre Plätze finden», erklärt Künstlerin Sascha Steiner das Vorgehen am Einrichtungstag. Erfahrung mit der Töpferei habe sie schon lange: «Vor etwa 50 Jahren habe ich einen Kurs bei den Landfrauen gemacht und sofort gewusst, das ist mein Material», erzählt sie lebhaft. «Das war ein Schlüsselerlebnis.» Das Elementare, das Schöne am Arbeiten mit Ton beschäftige sie seitdem.
Genaues Hinschauen
«Seit einigen Jahren fertige ich Frauenfiguren, auch Nanas genannt», führt Steiner aus. Aus Inspirationen aus dem Alltag habe sich ihr Thema «Was Frauen so tun» entwickelt. «Es sind kleine Beobachtungen, etwa wie jemand telefoniert oder stolz auf ein neues Tattoo ist», schildert es die Künstlerin lächelnd. Der Weg vom Ton zur Figur sei aufwendig, aber auch erfüllend. «Besonders das Bemalen, denn es braucht mehr als eine Schicht. Aber ich mag das sehr, es ist beinahe wie meditieren.» Der Kontakt zu Reto Baumann sei während einer anderen Ausstellung im Mai zustande gekommen, bei der Werkauswahl habe sie freie Hand gehabt. «Jetzt stimmen wir uns bei der Einrichtung ab, wie und wo die Exponate zueinander passen.»
Reto Baumann, der Organisator der Ausstellung, ist ebenfalls Künstler. Gleich neben den Ausstellungsräumen hat er sein Atelier. Aus alten Eisenteilen wie Zangen, Sensen und sogar Kuhglocken fertigt er neue Objekte, beispielsweise ein Segelschiff und Figürliches. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen. «Die Ausstellung findet zum 12. Mal statt», informiert er. Ihm sei es wichtig, verschiedene Künstlerinnen und Künstler aus der Region an der Ausstellung vorzustellen: «Dafür besuche ich sie gern in ihren Ateliers, auch um zu sehen, ob die Chemie stimmt.» Vielfalt und Abwechslung mache die «Art Feldmatte» aus. Zu sehen gibt es gegenständliche Malerei neben abstrakten Werken, dazu filigrane Kunstwerke aus Glas in ganz verschiedenen Formen, Farben und Grössen. Geschaffen hat sie der Glasico Hans-Peter Eichenberger aus Lenzburg, der gerade Vasen, Schalen und Gefässe in einem Regal arrangiert.
Wie schon bei den Kunstwerken von Reto Baumann eröffnet bei den übrigen Werken ein genauerer Blick neue Perspektiven. So wirft Sandra Plaar einen prüfenden Blick auf die Hängung eines grossen Gemäldes. Ein wenig muss noch nachjustiert werden. Plaar nennt ihre Kunst «intuitiv abstrakt» und so offenbaren sich beim Anschauen interessante Strukturen, Risse und Übergänge. «Hier zeige ich 17 Bilder aus drei Jahren», erzählt sie und ergänzt mit einem Lächeln: «Am Abend der Vernissage gibt es von mir eine Vorführung: . Da bin ich mit den Vorbereitungen beschäftigt.»
An der Wand gegenüber sollen die Bilder von Aquarellkünstlerin Katharina Eppenberger ihre Plätze finden. «Ich bin gespannt, wie es später wirkt», sagt sie mit einem prüfenden Blick zu den Bildern, die noch angelehnt am Boden aufgereiht stehen. Verschiedene Landschaften ziehen den Blick dabei auf sich, während ein Stockwerk tiefer einige von Eppenbergers Blumenaquarellen bereits aufgehängt sind. Ebenso faszinierend ist die Textilkunst aus der Hand von Jacqueline Bättig – neben Farbe und Leinwand sei besonders die Nähmaschine ihr Hauptwerkzeug, stellt sie ihre Arbeiten vor. Als Besucher fällt es da leicht, sich in den interessanten Details ihrer Bilder zu verlieren.
Kunst und Wein passen gut zusammen
Während des Aufbaus steht Reto Baumann allen mit Rat und Tat zur Seite, holt benötigtes Werkzeug und platziert gekonnt eine Skulptur in den Raum. «Das Weingut Hartmann kommt am Freitag dazu», erläutert er. Kunstwerke anschauen und verschiedene Weine degustieren – das passe einfach sehr gut zusammen, befindet Baumann. «Das Weingut ist nun zum zweiten Mal dabei.» Es achte auf Nachhaltigkeit und Qualität. «Es ist schön, dass sie sich im Weinlesemonat die Zeit für unsere Ausstellung nehmen», betont der Organisator. Als weitere Programmpunkte seien Matinéen für die Ausstellungssonntage eingeplant: Am 18. Oktober ab 11 Uhr wird Christian Winiker spanische und südamerikanische Gitarrenmusik spielen. Den Sonntag darauf tritt die Peter Aebersold Band auf. Dann dürfen sich die Besuchenden auf «Blues elegant verpackt im Mantel von Funk und Soul» freuen.
Inzwischen wird im Untergeschoss über die Platzierung zweier kleinerer Frauenfiguren von Sascha Steiner diskutiert. Neben diesen hat sie ebenfalls fein bemalte Stelen mitgebracht. Nach mehrmaligem Hin- und Herrücken, umstellen und kritischen Blicken haben alle Figuren ihren Platz gefunden. Entspannt geht es in eine kleine Pause – bevor weiter eingerichtet wird, es stehen immer noch einige Bilder an den Wänden. Verena Schmidtke
Art Feldmatte in der Industrie Feldmatte, Teufenthal: Vernissage Freitag, 16. Oktober 19 – 22 Uhr; Samstag, 17. Oktober 14 – 19 Uhr; Sonntag, 18. Oktober 11 – 15 Uhr; Samstag, 24. Oktober 14 – 19 Uhr; Sonntag, 25. Oktober 11 – 15 Uhr. www.art-feldmatte.ch





