Eine Auszeit auf vier Rädern
25.06.2026 RegionFreiwillige US-Car-Fahrer holten Familien aus der ganzen Deutschschweiz ab und führten sie in einem eindrücklichen Konvoi durch das Freiamt, Wynental und Suhrental. Die erste von zwei Sternenfahrten 2026 zeigte einmal mehr, wie viel Freude ein Tag abseits des Alltags schenken ...
Freiwillige US-Car-Fahrer holten Familien aus der ganzen Deutschschweiz ab und führten sie in einem eindrücklichen Konvoi durch das Freiamt, Wynental und Suhrental. Die erste von zwei Sternenfahrten 2026 zeigte einmal mehr, wie viel Freude ein Tag abseits des Alltags schenken kann.
Wenn die Motoren der US-Cars anlaufen, ist die Vorfreude auf den Gesichtern der Kinder längst sichtbar. Chrom, V8-Klang, Pick-ups, Mustangs, Oldtimer und Muscle Cars: Für viele der teilnehmenden Familien ist die Sternenfahrt weit mehr als eine Ausfahrt. Sie ist eine willkommene Auszeit von einem Alltag, der oft von Krankheit, Sorgen, organisatorischem Aufwand oder anderen schwierigen Lebenssituationen geprägt ist.
Auch bei der ersten von zwei Sternenfahrten im Jahr 2026 machten sich freiwillige Fahrerinnen und Fahrer aus der US-Car-Szene früh am Morgen auf den Weg. Sie holten Familien aus der ganzen Deutschschweiz ab, vom Berner Seeland bis ins St. Galler Rheintal, und brachten sie zum gemeinsamen Treffpunkt nach Muri AG. Von dort aus setzte sich der Konvoi in Bewegung. Die erste Etappe führte durch das Freiamt und das Wynental bis ins Suhrental.
Begleitet wurde der eindrückliche Fahrzeugkorso auch in diesem Jahr von den freiwilligen Bikern der Angel Dogs. Sie sorgten während der Fahrt für zusätzliche Sicherheit und dafür, dass der lange Konvoi möglichst geordnet unterwegs war. Die Angel Dogs engagieren sich als gemeinnütziger Verein insbesondere für Menschen mit Epilepsie und die Finanzierung von Epilepsie-Begleithunden. Bei der Sternenfahrt sind sie seit Jahren verlässliche Begleiter auf zwei Rädern.
Ein besonderer Zwischenhalt erwartete die Familien in Hirschthal. Das Gartencenter Huplant, das dieses Jahr 25-Jahr-Jubiläum feiert, offerierte den Teilnehmenden ein feines Mittagessen im hauseigenen Café Florina. Für die Kinder, Eltern, Fahrer und Helfer bot sich dort Gelegenheit zum Durchatmen, Austauschen und Staunen. Manche Kinder nutzten die Pause, um ihr Lieblingsauto noch einmal aus der Nähe zu betrachten, andere genossen einfach den Moment, in dem der Alltag für ein paar Stunden in den Hintergrund rückte, oder spielten im Schatten der Pflanzen des exklusiv für die Teilnehmenden der Sternenfahrt geöffneten Gartencenters. «Wir freuen uns sehr, dass die Sternenfahrt bei uns im Gartencenter Huplant in Hirschthal Halt macht», kommentiert Inhaber Adrian Huber. «Kindern, die es im Alltag nicht leicht haben, für einen Tag ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern – das ist für uns als Familienunternehmen eine Herzensangelegenheit.» Nach dem Mittagessen führte die Route weiter, am Hallwilersee vorbei und durch das Wynental zurück nach Muri. Dort wurden die Familien verabschiedet. Zum Abschluss durften sich die Kinder als Erinnerung an den besonderen Tag ein Modellauto aussuchen, bevor sie von den Fahrerinnen und Fahrern wieder nach Hause gebracht wurden.
Alles ehrenamtlich
Sternenfahrt ist eine Interessengemeinschaft. Organisiert wird der Anlass durch ein ehrenamtliches Organisationskomitee, das die aufwendige Planung übernimmt. Unterstützt wird die Sternenfahrt zudem von Partnerorganisationen. Auch die Fahrerinnen und Fahrer leisten ihren Beitrag freiwillig. Sie stellen nicht nur ihre Zeit und ihre Fahrzeuge zur Verfügung, sondern tragen auch die Kosten für Treibstoff und Fahrzeugunterhalt selbst.
Sternenfahrt-Gründer Reto Frank bringt den Sinn des Anlasses auf den Punkt: «Eine solche Auszeit ist für die Familien enorm wichtig. Sie ist kostenlos, aber eigentlich unbezahlbar.» Wer die leuchtenden Kinderaugen beim Einsteigen, das Winken entlang der Strecke oder die stillen Momente der Dankbarkeit am Ende des Tages gesehen hat, versteht schnell, was damit gemeint ist.
Florian Gegier



