Wenn Künstlerinnen und Künstler ihre Werke ausstellen, geben sie immer einen Teil von sich selbst preis. Die Herangehensweise, das Subjekt und die Darstellung können dabei von Person zu Person variieren. Genau dies ist aktuell in der Ausstellung «Zwei ...
Wenn Künstlerinnen und Künstler ihre Werke ausstellen, geben sie immer einen Teil von sich selbst preis. Die Herangehensweise, das Subjekt und die Darstellung können dabei von Person zu Person variieren. Genau dies ist aktuell in der Ausstellung «Zwei Künstlerinnen – zwei Bildwelten» zu sehen.
«Ich bin stets auf der Suche nach dem unentdeckten Neuen und verlorenen Alten», sagt Daniela Klingenstein über sich selbst. Ihre Fotografien befassen sich hauptsächlich mit «Lost Places», Orten, die ins Vergessene geraten sind. Dabei gelingt es ihr, die Stimmung eines Ortes in einem einzelnen Bild einzufangen und damit eine ganze Geschichte zu erzählen. Neben der Arbeit mit der Kamera ist sie auch malerisch tätig. Im Atelier von Elivra Schmed zeigt sie eine Auswahl ihrer Werke, die mit Pinsel auf Leinwand entstanden sind. «Ich erkunde gerne die Vielfalt der gestalterischen Möglichkeiten», erklärt Daniela Klingenstein ihre variierte Herangehensweise an ihr Gestalten.
Janine Flückiger, die zweite Künstlerin, die ihre Werke der Welt zeigt, befasst sich hauptsächlich mit der Natur: «Manchmal gibt es Momente, die ich nicht mit einem Foto festhalten möchte, sondern lieber als Bild.» Die vermittelte Stimmung ist meist eine Sehnsucht und eine Freude. Für die im Wynental wohnende Künstlerin ist es die erste Ausstellung. «Ich möchte meine persönliche Welt mit anderen teilen», sagt sie bestimmt. Trotzdem verspüre sie eine gewisse Nervosität, schliesslich teilt sie ihre ganz persönliche Betrachtungsweise mit anderen.
Ein stolzer Bruder
«Es ist faszinierend, wie unterschiedlich und doch nah die verschiedenen Werke einander sind», erklärt ein Mann an der Vernissage. «Beide setzen die Farben gezielt ein, das gefällt mir», meint eine Frau, während sie den Blick durch einen der Räume gleiten lässt. «Es ist interessant zu sehen, wie die Werke jetzt aussehen», sagt Janine Flückigers Bruder mit hörbarem Stolz in der Stimme. Er hat während des Schaffens seiner Schwester immer wieder Bilder des Prozesses erhalten, aber die Werke in ihrer vollendeten Form noch nicht gesehen.
Die Ausstellung erzählt klar zwei unterschiedliche Geschichten zweier unterschiedlicher Künstlerinnen. Doch wird durch die Liebe zur Farbe, zur Kunst und dem Mix aus Natur und Geometrie eine Brücke zwischen den Bildwelten geschlagen. Für Elvira Schmed, die den Platz für die Präsentation gibt, ist es eine besondere Ausstellung: «Es passt, dass ihr eure Werke bei mir ausstellt. Daniela befasst sich mit dem Alten und Vergessenen während Janine sich mit dem Entstehen von Neuem befasst. Als ich dieses Haus gekauft habe, war es zum Abriss bereit und heute entsteht hier neue Kunst.» Sie freue sich, ihre Räume zwei talentierten Künstlerinnen zur Verfügung zu stellen und ist sich sicher: «Wir werden von beiden noch sehen und hören.»
Melanie Köchli
Die Ausstellung ist noch vom Freitag bis Sonntag geöffnet. Die genauen Zeiten sind auf: elviraschmed.ch/agenda zu finden.