Eine Investition in die Jugend
11.06.2026 ReinachAm Dienstagabend fanden sich 220 Reinacherinnen und Reinacher im Saalbau ein. Grund dafür war die Einwohnergemeindeversammlung. Das Wichtigste vorab: Die Sanierung des Sportplatz Moos wurde bewilligt.
Bereits im Voraus sorgte das Traktandum 6 der ...
Am Dienstagabend fanden sich 220 Reinacherinnen und Reinacher im Saalbau ein. Grund dafür war die Einwohnergemeindeversammlung. Das Wichtigste vorab: Die Sanierung des Sportplatz Moos wurde bewilligt.
Bereits im Voraus sorgte das Traktandum 6 der Einwohnergemeindeversammlung von Reinach über die Sanierung der Sportanlage Moos für Diskussionen. Doch es war bei weitem nicht das einzige Traktandum, das am Dienstagabend im gut gefüllten Saalbau auf dem Programm stand.
Das Protokoll der Budget-Gemeindeversammlung vom November, die Jahresrechnung 2025 und der Rechenschaftsbericht 2025 waren alle schnell behandelt und erhielten die Zustimmung des Souveräns. Bei der Kreditabrechnung der Sanierung Tennishalle kam die neu gewählte Gemeinderätin Franziska Goldenberger zu ihrem ersten Auftritt. Sie erklärte kurz, weshalb der Kredit um über 170'000 Franken überschritten wurde. Dank ihren Ausführungen kam es auch hier zu keinen Fragen und das Geschäft wurde einstimmig angenommen.
Der Verpflichtungskredit für die Akustikdecken und Elektroverteilungen im Schulhaus Neumatt wurde von Gemeinderat Bruno Rudolf vorgestellt. «Es muss gemacht werden», betonte er. Schliesslich habe das Schulhaus keine FI-Schalter, die inzwischen dringend nötig sind. «Die Umsetzung der ersten Etappe ist in den Herbstferien geplant.» Bei der aktuell zurückgestellten Gesamtsanierung des Schulhauses könne man die Decke und Elektroverteilung 1 zu 1 übernehmen, erklärte Rudolf weiter. Mit einer einzelnen Gegenstimme wurde der Kredit bewilligt.
Diskussion und Rückweisungsantrag
Dann folgte endlich das Traktandum, das wohl die meisten Anwesenden in den Saalbau gebracht hat: Der Verpflichtungskredit von 3’300’000 Franken für die Sanierung der Sportanlage Moos mit Kunstrasen. «Die Sportanlage gehört der Gemeinde Reinach», stellte Gemeindeammann Jules Giger gleich zu Beginn klar. Der Fussballclub Menzo-Reinach sei der Hauptbenutzer. «Auslöser für die Sanierung sind neue Richtlinien, die Sportanlage Moos entspricht nicht mehr den Normen des Schweizerischen Fussballverbandes.» Der Boden sei uneben, in den Pfosten habe es Risse und «es wird immer schwieriger, Ersatzmaterial für die alten Anlagen zu beschaffen», erklärte Giger. Geplant ist ein unverfüllter Kunstrasen. «Der gesamte Aufbau ist sickerfähig.» Auf eine Frage zum Thema Mikroplastik erklärte Giger: «Das können wir nicht schönreden.» Es gäbe Mikroplastik durch den Kunstrasen, aber das gäbe es auch an anderen Orten im Alltag. Zudem könne man aktuell noch von Fördergeldern profitieren, dazu brauche es aber eine Baubewilligung bis Ende 2027.
Die Diskussion nahm schnell Fahrt auf. Gleich die zweite Wortmeldung stellte einen Rückweisungsantrag mit der Begründung: «Für mich ist der Zeitpunkt völlig fehl am Platz.» Darauf meldeten sich mehrere Personen und sprachen sich für den Sportplatz aus. «Da unten spielen Kinder», betonte ein Votant. Valter Bekaj, Vizepräsident des FC Menzo-Reinachs meldete sich ebenfalls zu Wort: «Aktuell werden 40 Prozent der Trainings abgesagt.» Mit einem Kunstrasen könne sich der Verein weiterentwickeln. «Die Unruhen bei den A-Junioren sind passiert, das können wir nicht verleugnen», erklärte er weiter, aber man gebe alles, damit dies nicht wieder passiere (das Wynentaler Blatt berichtete). «Wenn der Rückweisungsantrag angenommen wird, dann kommen wir nochmals mit diesem Geschäft», sagte Jules Giger. In der Abstimmung wurde der Rückweisungsantrag mit 62 Ja- zu 108 Nein-Stimmen abgewiesen.
In der folgenden Diskussion wurden nochmals Fragen an den Gemeinderat gestellt und Argumente für und gegen die Sanierung dargelegt. Viele waren sich jedoch einig: Der Sportplatz sei eine Investition in die Jugend und in die Zukunft von Reinach. In der abschliessenden Abstimmung wurde die Sanierung der Sportanlage Moos mit 125 Ja- zu 58 Nein-Stimmen gutgeheissen. Dieses Resultat wurde mit lautem Applaus gefeiert.
Schönes Wetter bestellt
Zum Ende informierte Gemeindeammann Jules Giger noch kurz über das kommende Jugendfest, welches vom 26. bis 28. Juni stattfindet. «Schönes Wetter haben wir bestellt. Wir freuen uns auf ein schönes Fest.» Nach über zwei Stunden war die Gemeindeversammlung beendet. Alle Beschlüsse unterliegen dem fakultativen Referendum.
Melanie Köchli


