«Maria’s Esszimmer im Seetal» gehört zu den bestbewerteten Restaurants der Schweiz. Beim diesjährigen Swiss Guest Award erreichte das Restaurant in Beinwil am See Rang 14 der 745 Betriebe umfassenden Deutschschweizer Bestenliste – mit einer ...
«Maria’s Esszimmer im Seetal» gehört zu den bestbewerteten Restaurants der Schweiz. Beim diesjährigen Swiss Guest Award erreichte das Restaurant in Beinwil am See Rang 14 der 745 Betriebe umfassenden Deutschschweizer Bestenliste – mit einer Durchschnittsbewertung von 4,9 von 5 möglichen Punkten.
Für Gastgeberin und Inhaberin Mirjam Strub kam die Nachricht überraschend. Zunächst hatte sie die Rangliste falsch gelesen: «Ich habe zuerst gemeint, wir seien auf Platz 31», erzählt sie lachend. Erst am nächsten Morgen klärten die Mitarbeitenden den Irrtum auf. «Die Köche sagten zu mir: ‹Wir sind auf Rang 14, nicht 31›.» Die Freude sei entsprechend gross gewesen.
Echte Kundenbewertungen
Der Swiss Guest Award basiert auf Gästebewertungen, die über das Reservierungssystem Foratable gesammelt werden. Besonders freut sich Strub über das hervorragende Resultat, weil die Bewertungen freiwillig entstehen. «Wir sagen den Gästen nie: Bitte gebt uns ein Feedback», betont sie. «Diejenigen, die bewerten, machen das von sich aus.» Gerade deshalb habe die Auszeichnung für sie besonderes Gewicht.
Das Team trägt die Idee mit
Dass nicht jeder Besuch perfekt sei, gehöre dazu. «Wenn es jemandem am Nebentisch einmal zu laut ist, gibt es halt beim Ambiente nicht die beste Note», sagt sie offen. Entscheidend sei für sie vielmehr die Atmosphäre im Betrieb. «Es schaffen wirklich alle extrem gern hier», sagt Strub über ihr Team. Maria’s Esszimmer werde nicht nur von ihr allein getragen, sondern von Menschen, die die Idee mit Freude mittragen würden.
Ein Traum wird wahr
Diese Idee zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Restaurants. Die Wurzeln reichen zurück in Strubs Kindheit. Schon als kleines Mädchen habe sie lieber hinter dem Buffet geholfen, statt am Tisch zu sitzen. Nach ihrer Ausbildung im Hotelbereich, der Familienzeit mit zwei Söhnen und vielen Jahren Erfahrung wurde aus dem Traum Realität. 2017 eröffnete sie im traditionsreichen Restaurant Seetal ihr eigenes Lokal: Maria’s Esszimmer im Seetal.
Der Name ist bewusst gewählt. «Maria klingt einfach schöner als Mirjam», erklärt sie auf der Website des Restaurants. Beide Namen seien im Lateinischen verwandt. Das Konzept setzt auf nostalgische Gerichte mit einer verspielten Präsentation, auf Kerzenlicht im Winter und Gartenatmosphäre im Sommer. Verarbeitet werden möglichst regionale Produkte: Fisch aus dem Hallwilersee, Fleisch von der Seetal- Metzg in Seon, Brot vom nahegelegenen Bäcker Baumann oder Erdbeeren direkt vom Seenger Feld.
Familieninterner «Wettkampf»
Dass die Rangierung beim Swiss Guest Award auch innerhalb der Familie ein Thema ist, zeigt eine heitere Anekdote. Der eine Sohn führt inzwischen sein eigenes Restaurant in Schaffhausen – die noah’s Schützenstube – und machte in diesem Jahr in der Rangliste einen grossen Sprung nach vorne. «Da habe ich zu ihm gesagt: Komm, in zwei Jahren machen wir Platz eins und zwei», erzählt Strub schmunzelnd. Die Antwort ihres Sohnes: «Noch besser – wir teilen uns den ersten Platz.»
Verbissen nach Spitzenplätzen strebt Mirjam Strub aber nicht. «Wenn du das unbedingt willst, verkrampfst du dich», sagt sie. Entscheidend sei, dass sich die Gäste wohlfühlen. Manchmal offenbar fast zu wohl. Und so erzählt die Vollblut-Gastronomin mit leuchtenden Augen und einem Schmunzeln auf den Lippen die Geschichte aus der Zeit, als man wegen den Corona-Massnahmen um 23 Uhr schliessen musste: «Da war der Aargauer Regierungsrat Markus Dieth zu Gast. Und er fand es so gemütlich bei uns ... er wollte einfach nicht gehen. Bis ich ihm sagte: ‹Markus, jetzt muss ich dich wirklich rausschmeissen›.» Wer schon einmal die gemütlich freundliche Atmosphäre und die feine Küche von Maria’s Esszimmer geniessen durfte, wird des Regierungsrats Sitzleder verstehen.
Roland Marti