Graffiti-Workshop, Tag der offenen Tür, Mitwirken am Christkindlimärt, offene Turnhalle, Bubble-Balls – die Liste an Aktivitäten liesse sich fortsetzen. «Nicht zu vergessen der Jugendtreff an sich», merkt Marinela Jaksic an. Eineinhalb Jahre trug sie dort die ...
Graffiti-Workshop, Tag der offenen Tür, Mitwirken am Christkindlimärt, offene Turnhalle, Bubble-Balls – die Liste an Aktivitäten liesse sich fortsetzen. «Nicht zu vergessen der Jugendtreff an sich», merkt Marinela Jaksic an. Eineinhalb Jahre trug sie dort die Verantwortung, im Mai wird es einen Wechsel geben. Ein Gespräch vor Ort.
Später Mittwochnachmittag kurz vor 18 Uhr. Die Gesprächsrunde im Jugendtreff ist in vollem Gange. Von Unterrichtserlebnissen bis zur Umgestaltung der Räumlichkeiten an der Rankstrasse 4 – die Zeit ist immer zu knapp für alle Themen. Letzte Abmachungen, bevor die Kids sich auf den Heimweg machen und Ruhe einkehrt.
Fällt es angesichts dieser Temperamente nicht schwer an Abschied zu denken? «Ja und nein. Natürlich werden mir die Jugendlichen fehlen. Aber eigentlich denke ich noch gar nicht an meinen Weggang», erklärt Marinela Jaksic. Lorena Ibishi, die aktuell im Praktikum ist, nickt und sieht Marinela Jaksic an: «Du bist überall voll dabei, gibst Inputs, organisierst – dass du am Tag der Veranstaltung nicht mehr vor Ort bist, fällt dir immer nachher ein.»
Der persönliche Rückblick
Aber auch wenn in den Frühlingsferien der Treff umgestaltet wird, die Vorbereitungen fürs Jugendfest laufen – gibt es so etwas wie ein persönliches Resümee? Beispielsweise was die aufsuchende Jugendarbeit angeht? «Sie hat sich gut etabliert», schildert die studierte Sozialarbeiterin. Während der Treff meist Jungen und Mädchen aus der Mittelstufe und Anfang Oberstufe am direktesten anspreche, hätten Sechzehn- oder Siebzehnjährige eigene Aufenthaltsfavoriten. Alle zwei Wochen sei man darum in den Gemeinden unterwegs gewesen. «Die Erfahrungen haben aber gezeigt, dass ein abendliches Draussensein während der kalten Jahreszeit nur bedingt sinnvoll ist.» Darum habe man sich mit dem Schulleiter unterhalten und vereinbart, dass man auch regelmässig während bestimmten Pausenzeiten auf dem Schulhausplatz Ansprechpartner ist.
Marinela Jaksic ist dankbar, dass die Vernetzung in den Gemeinden so unkompliziert ist. «Ob Nachbarn, Verwaltung, Schule oder Gemeinderäte – die Menschen sind unglaublich hilfsbereit und offen für Ideen.» Von den guten Kontakten soll auch ihr Nachfolger Alessio Patelli profitieren. «Wir werden so viele wie möglich gemeinsam besuchen, damit er sich vorstellen kann.» Sie ist sich sicher: «Sie werden ihn ebenso freundlich empfangen, wie sie mich damals willkommen geheissen haben.» Marinela Jaksic selbst wechselt das Berufsfeld. Sie wird Berufsbeiständin bei Sozialen Dienstleistungen. «Ich bin jemand, der nicht nur unglaublich gerne lernt.» Sie hält einen Moment inne und fügt noch einmal hinzu: «Es ist mehr als das, ich habe das Bedürfnis zu lernen.» Nachdem sie nun in verschiedenen Gemeinden die Jugendarbeit habe mitgestalten dürfen, freue sie sich auf neue Herausforderungen. «Und das wird es auf jeden Fall werden. Zum einen aufgrund des Fachwissens, zum anderen wegen der individuellen Bedürfnisse der Gesprächspartner.»
Was nimmt sie aus der Zeit im Seetal mit? «Mich hat immer beeindruckt, wie offen die Jugendlichen mit faktischen Veränderungen und neuen Menschen umgegangen sind.» Statt Gegebenheiten über Gebühr zu diskutieren, hätten sie losgelegt. «Dieses einfach mal mutig sein, ist mein Ansporn. Machen und sehen, was kommt.»
Graziella Jämsä