«Es ist eine Katastrophe, aber auch eine Chance»

  30.07.2026 Menziken

Vergangene Woche fand im Asana Spital Menziken die Generalversammlung des Spitalvereins Wynen- und Seetal statt. Hauptthema war die geplante Teilschliessung des Menziker Spitals.

«Es sind heute mehr Personen anwesend als sonst», begann Marc Siegenthaler die Versammlung. Der Präsident des Spitalvereins Wynen- und Seetal spielte damit offensichtlich auf die geplante Teilschliessung des Asana Spitals Menziken an, die seit Wochen für Diskussionen und Schlagzeilen sorgt. Dass deswegen ein grösseres Interesse an der Generalversammlung besteht, erscheint logisch.

Die ersten Traktanden wurden schnell und ohne grosse Diskussionen abgehandelt. Doch das Traktandum 6 «Zukunft Spitalstandort Menziken» nahm wie erwartet am meisten Zeit ein. «Es ist für uns eine Katastrophe», gab Marc Siegenthaler im Bezug auf die Teilschliessung zu. Vizepräsident Thomas Staub zeigte die aktuelle Situation auf: «In den letzten acht Jahren gingen die stationären Fallzahlen um 19 Prozent zurück.» Mit einem solchen Niveau könne man kein Akutspital finanzieren. Zudem habe das Spital seit dem Jahr 2018 nur in einem einzigen Jahr einen positiven Ertrag gehabt. Der operative Verlust im Jahr 2025 betrug 6,6 Millionen Franken. «Die Fortführungsfähigkeit ist nicht mehr gegeben.»

Die Arbeit müsse jedoch weitergehen. Fleissig habe der Vorstand nach Lösungen gesucht. Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) konnte man am Ende für die Übernahme einiger Teilbereiche gewinnen. Die Residenz Falkenstein führt zudem die 56 Langzeitpflegeplätze, die Physiotherapie, die Küche und Cafeteria weiter. Auch das Gebäudemanagement macht das Falkenstein. «Es ist eine gute Lösung, aber wir brauchen mehr», erklärte Siegenthaler überzeugt.

Möglichkeiten für die Zukunft

Mit der Teilschliessung werden auch Räumlichkeiten im Gebäude frei. Hier sei man am Abklären, welche Optionen es gebe. Die Anwesenden der Versammlung hatten schon diverse Ideen. Von Palliativ-Care bis zum Ausbau der Langzeitpflege gibt es viele Möglichkeiten, die Gesundheitsversorgung zu stärken. Während der Diskussion merkt man, wie viel Arbeit der Vorstand in letzter Zeit geleistet hat. «Wir müssen entscheiden, ob wir als Verein hier eine Basis haben wollen, auf der wir aufbauen können», sagte Marc Siegenthaler leidenschaftlich. Man habe das Maximum des Möglichen herausgeholt, sind sich viele der Anwesenden einig.

Wichtig sei, dass man jetzt nicht überstürzt handle, betont der Vorstand. Deswegen werde man in Kürze zusammenkommen, die verschiedenen Ideen sammeln und besprechen. Dabei sei man froh um Inputs von engagierten Personen. «Wir müssen schauen, dass wir etwas machen», sagte Marc Siegenthaler. Am Ende stimmten die Anwesenden dem Antrag zur Neuausrichtung des Spitalstandortes Menziken zu. Für viele ist klar, diese Teilschliessung müsse man auch als Neuanfang ansehen. Und um diesen Neuanfang möchte sich der Spitalverein in Zukunft kümmern.

Melanie Köchli


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote