FC Menzo: «Wir werden die Liga dominieren»
13.08.2026 SportGenau die Hälfte der Teams in der 3. Liga Gruppe 1 der Männer stammt aus dem Seetal, dem Wynental und dem Suhrental. Der FC Gränichen verpasste den Aufstieg in die 2. Liga letzte Saison nur knapp, der FC Beinwil am See, der SC Seengen und der FC Kölliken sind ...
Genau die Hälfte der Teams in der 3. Liga Gruppe 1 der Männer stammt aus dem Seetal, dem Wynental und dem Suhrental. Der FC Gränichen verpasste den Aufstieg in die 2. Liga letzte Saison nur knapp, der FC Beinwil am See, der SC Seengen und der FC Kölliken sind zurück aus der 4. Liga und der FC Menzo Reinach sieht sich selber als den ganz grossen Favoriten. Ein Überblick zum Saisonstart.
Am kommenden Wochenende starten die Amateur-Fussballer in ihre neue Saison. In der 3. Liga wartet am Wochenende schon das erste spannende Derby: Im Strandbad kommt es zur Begegnung zwischen dem FC Beinwil am See und dem FC Menzo. Die «Böjuer» kehren nach drei Jahren zurück in die 3. Liga. Der Aufstieg gelang dank eines fulminanten Schlusspurts mit sechs Siegen in sechs Spielen und einem Torverhältnis von 28:2 Toren. Der Kader bleibt nach dem Aufstieg nahezu unverändert und Joël Alpstäg stösst nach einem Jahr Militärdienst wieder zum Team. Es gibt aber auch einen gewichtigen Abgang: Captain Fabian Merz beendete seine aktive Fussballkarriere. «Damit verliert die Mannschaft nicht nur ihren Spielführer, sondern auch einen äusserst verdienten Teamkameraden. Sein Rücktritt hinterlässt sportlich wie menschlich eine Lücke», sagt Beinwils Medienchef Benjamin Fankhauser auf Anfrage. Sportlich gelte es zunächst, sich in der 3. Liga zu etablieren «und möglichst früh die nötigen Punkte für den Ligaerhalt zu sammeln», führt Fankhauser weiter aus. Dies will man mit dem bewährten Trainerteam um Daniel Fuhrer und Fixu Eichenberger erreichen.
Grosse Töne aus Menziken
Ganz anders tönt es beim FC Menzo Reinach: Präsident Shkumbin Mulaj nimmt den Aufstieg ins Visier: «Ich sehe uns mit dieser Manschaft als Favorit in der 3 Liga und wir werden die Liga dominieren», sagt er auf Anfrage. Selbstsichere Töne − oder scherzhafte Selbstüberschätzung? Mehr war aus der Fluckmatt nicht zu erfahren.
Das Team steht noch immer unter Beobachtung des Aargauer Fussballverbands AFV. Nach schlimmen Ausschreitungen bei einem Junioren-Spiel im April 2025 (nationale Medien berichteten intensiv), wurde der Club verpflichtet, seine Strukturen zu bereinigen und Massnahmen zu ergreifen, damit sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Auch Strafen wurden ausgesprochen. Im Juni 2026 gelang dem FC Menzo die Rehabilitation (nationale Medien interessierte das nicht mehr). Man darf gespannt sein, wie sich vorerst das Nachbarschaftsduell entwickeln wird. Anpfiff im Strandbad ist am Samstag, 15. August, um 17.30 Uhr.
Im Suhrental setzt man auf Ligaerhalt
Auch im Suhrental kommt es zu einem Nachbarschaftsduell. Hier treffen der FC Entfelden und der FC Kölliken aufeinander. Während Entfelden sich seit Jahren im oberen Drittel der 3.-Liga-Tabelle befindet, ohne aber etwas mit der Aufstiegsentscheidung zu tun zu haben, hat der FC Kölliken eine kleine Odyssee hinter sich. Nach der Pandemie lief es auf der Sportstätte Walke, in der 2. Liga spielend, nicht immer gut. Mehrheitlich kämpfte man gegen den Abstieg und rutschte bis in die 4. Liga ab. Auch hier haben wir beim Medienchef nachgefragt, welche Ziele man sich beim FCK gestellt hat: «Mit Gabriell Berisha, Manuel Berisha, Ali Tishuki, Arton Tishuki kommen vier Ehemalige zurück zum Verein, wir streben mit dem Einsatz junger Spieler den Ligaerhalt an», sagt dazu Marco Werthmüller. Gerade Gabriell Berisha bringt der Mannschaft mit seiner Erfahrung in der Defensive mehr Stabilität. In der Offensive könnte Stürmer Nicolas Wyss auch dieses Jahr das Team mitreissen und für Punkte sorgen. Und wer gehört zu dem Ligafavoriten? «Es dürfte eine ausgeglichene Gruppe werden mit Oftringen, Frick und Gränichen in der Favoritenrolle», so Werthmüller.
Trockene Spielflächen überall
Der SC Schöftland II hat in dieser Saison mit 14 Abgängen umzugehen. Diesen stehen erst zwei Neuverpflichtungen gegenüber. Sportlich vor einer herausfordernden Zeit, nimmt man das Projekt Ligaerhalt in Angriff und will eigene Nachwuchsspieler fördern. Der Start erfolgt für die zweite Mannschaft des SC Schöftland am Samstag, 15. August, auf der trockenen Sportanlage Rütimatten − zu Gast ist der FC Muri. Mit Sorge schaut der SCS-Präsident Danilo Patané, auf die Spielfelder: «Unsere Rasenplätze konnten aufgrud der Trockenheit nicht bewässert werden und befinden sich in einem sehr bedenklichen Zustand.» Für die ganze Vorrunde gilt, dass lediglich die 2.- und 3.-Liga-Teams darauf spielen dürfen. «Alle anderen Partien, sowie sämtliche Trainings finden auf dem Kunstrasen statt», so der Präsident weiter. Schöftland steht nicht alleine mit dem Problem da, die Terrains in der ganzen Region sind eigentlich unbespielbar − tatsächlich könnte es zu Spielabsagen kommen, was bei weiter anhaltender Trockenheit zum Problem werden könnte.
Gränichen mit Ambitionen
Echte Chancen um den Aufstieg mitzuspielen hat der FC Gränichen. In der vergangenen Saison kam man unvermittelt zu einer «Finalissima», nachdem das komplizierte Reglement des Aargauer Fussballverbandes dazu führte, dass plötzlich zwei Teams in die 2. Liga aufsteigen konnten. Die als Halbfinals anberaumten Spiele wurden zu direkten Aufstiegsspielen, der FC Gränichen unterlag nach einer starken Saison jedoch dem FC Würenlingen 1:3.
Weil das Team in grossen Teilen zusammengeblieben ist, sind die Aufstiegshoffnungen im Wynental durchaus berechtigt. Trainer Radomir Vasic, dessen Vertrag soeben um zwei Jahre verlängert wurde, stellt denn auch den Teamgeist in den Vordergrund: «Wir haben ein starkes Kollektiv und diverse Schlüsselspieler, welche mit unserer Spielweise den Unterschied machen können. Mit einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern haben wir gute Voraussetzungen», sagt er gegenüber dem Wynentaler Blatt. Ebenfalls verlängert wurden die Verträge mit Assistenztrainer Florian Müller und Goalietrainer Livio Buchser. Als Favoriten um den Aufstieg nennt Vasic die Teams aus Oftringen, Frick, Entfelden und Rupperswil. Der Startschuss für den FC Gränichen fällt am kommenden Samstag, um 18 Uhr auf der ZehnderMatte. Zu Gast ist der FC Othmarsingen.
Auch der SC Seengen ist zurück
Noch einmal zurück ins Seetal. Der SC Seengen wird am Freitagabend um 20.15 Uhr die 3. Liga mit dem Spiel gegen den FC Küttigen 2 eröffnen. Gegenüber dem Aufstiegsteam hat sich wenig verändert. «Eine unserer grössten Stärken ist sicherlich, dass die Mannschaft über die letzten Jahre mehrheitlich zusammengeblieben ist», sagt Sportchef Mario Fischer gegenüber dem Wynentaler Blatt. Eine gute Chance in der 3. Liga zu bestehen sieht er durchaus: «Wir haben in unserem aktuellen Kader in jeder Reihe ein bis zwei Spieler, die den Unterschied ausmachen können.» Gleichzeitig gelänge es dem Club immer wieder, Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ins Fanionteam zu integrieren.
Fazit zur dritten Liga
FC Beinwil am See, SC Seengen und FC Kölliken: Die Rückkehr von drei Mannschaften aus unserer Region in die 3. Liga sorgt für Vorfreude und Derbystimmung. In einer ausgeglichenen Liga, ohne klare Auf- oder Abstiegskandidaten, ist eine Prognose über den Ausgang der Saison schwierig. Am meisten als Aufstiegskandidaten genannt wurden von den angefragten Clubs der FC Frick, der FC Oftringen und der FC Gränichen. Und was ist mit dem FC Menzo Reinach? Der bekam nur eine Stimme, die eigene.
Blick in die anderen Ligen
Aus der 3. Liga verabschiedet hat sich indes der FC Gontenschwil. Der Gang in die 4. Liga beschert dem einst stolzen Zweitligisten und Aargauer Cupsieger zwar auch einige Derbies, aber eben nur noch gegen zweite oder gar dritte Teams. Am kommenden Freitag um 20 Uhr startet Gonti auf dem Neumättli gegen den FC Wohlen 3 ins Unterfangen Wiederaufstieg.
Weniger stark vertreten ist unsere Region in der 2. Liga AFV. Lediglich der SC Schöftland hält hier die Stellung mit seiner ersten Mannschaft. Die Suhrentaler schafften vergangene Saison den Ligaerhalt gerade so und erleben auf diese Saison hin – ähnlich wie die zweite Mannschaft – einen regelrechten Umbruch. 13 Namen finden sich auf der Liste der Abgänge, einschliesslich jener des Trainers Oscar Muino. In der nun beginnenden Saison setzt der neue Coach Jan Schneider auf die Integration junger Spieler: gut die Hälfte der 10 neuen Spieler stammen aus der eigenen Juniorenabteilung: «Oscar Petersen & Sertan Yilmaz sind Neuzugänge mit hohem Potential, um unsere Defensive zu verbessern», erklärt Schneider gegenüber dieser Zeitung. «Zudem wird Gian Reto Bleuel von einer schwereren Verletzung zurückkommen und unsere Offensive bereichern.» Anvisiert wird ein Mittelfeldplatz
Abseits des Spielfelds ist der SCS ebenfalls aktiv: An der Generalversammlung im September wird der Verein ein neues Leitbild präsentieren und seine Statuten anpassen. Neu ist darin das Ethik-Statut von Swiss Olympic zu finden, das auf olympischen Werten wie Höchstleistung, Freundschaft und Respekt gründet. Dies ist eine Auflage seitens J+S, um weiterhin Beiträge zu erhalten.
Böjuer Frauen wollen wieder Selbstvertrauen tanken
Insgesamt vier Frauen-Teams aus unserer Region spielen diese Saison in der 3. und 4. Aargauer Liga. Die Fussballerinnen des SC Seengen konnten vergangene Saison gut an der Spitze der 3. Liga mithalten und mussten sich nur vom FC Entfelden und vom FC Mutschellen überholen lassen. Die Seengerinnen spielen bereits diesen Freitag ihr erstes Meisterschaftsspiel, um um 20 Uhr in Erlinsbach, und möchten auch dieses Jahr für positive Resultate sorgen.
Nach dem Abenteuer in der höheren Liga, treten die Frauen des FC Beinwil am See wieder in der 4. Liga an. Dort gilt es zunächst, wieder Fuss zu fassen, sich neu zu positionieren und mit positiven Erlebnissen Selbstvertrauen aufzubauen. Trainer Cerullo wird dem Team weiterhin mit seiner grossen Erfahrung zur Seite stehen.
Hier werden die Böjuerinnen auf alte Bekannte treffen. Gegen den FC Meisterschwanden und den FC Menzo Reinach wird es im Verlauf der Saison zu spannenden Spielen kommen. Los geht es mit dem Heimspiel gegen den FC Entfelden II am kommenden Samstag um 20 Uhr.
Remo Conoci
Die aktuellen Spiele:
Männer, 2. Liga AFV
Donnerstag, 13. August 2026
Küttigen ‒ Brugg 20.15 Uhr
Freitag, 14. August 2026
Suhr ‒ Villmergen 20.00 Uhr Niederlenz ‒ Lenzburg 20.15 Uhr Würenlingen ‒ Schönenwerd-Ni. 20.15 Uhr
Samstag, 15. August 2026
Schöftland ‒ Muri 17.00 Uhr Wettingen − Erlinsbach 18.00 Uhr
Dienstag, 18. August 2026
Mutschellen − Wohlen II 20.15 Uhr
Männer, 3. Liga
Freitag, 14. August 2026
Seengen − Küttigen II 20.15 Uhr Entfelden − Kölliken 20.15 Uhr Rohr − Schöftland II 20.15 Uhr
Samstag, 15. August 2026
Beinwil am See ‒ Menzo Rein. 17.30 Uhr Frick ‒ Zofingen 17.30 Uhr Gränichen ‒ Othmarsingen 18.00 Uhr Oftringen ‒ Rupperswil 18.00 Uhr
Frauen, 3. Liga
Freitag, 14. August 2026
Erlinsbach II - Seengen 20.00 Uhr Spreitenbach − Döttingen 20.15 Uhr
Samstag, 15. August 2026
Fislisbach − Rupperswil 19.00 Uhr
Sonntag, 16. August 2026
Mutschellen − Muri/Mutsch. 13.00 Uhr Rothrist − Schönenwerd-Nied. 17.00 Uhr
Frauen, 4. Liga
Samstag, 15. August 2026
Meisterschwanden − Menzo R. 17.00 Uhr Birr/Windisch − Brugg 18.00 Uhr Niederlenz − Niederwil 20.00 Uhr Beinwil am See − Entfelden 20.00 Uhr
Sonntag, 16. August 2026
Wohlen − Mutschellen 10.00 Uhr Lenzburg − Turgi 14.30 Uhr



