Für etwas weniger «Qual der Wahl»
07.05.2026 Seetal, MeisterschwandenDer erste Teil der Schulanlage Eggen hat seinen fünfzigsten Geburtstag hinter sich, der zweite geht mutig darauf zu. Bei einem Menschen kämen erste Wehwehchen, bei einem Gebäude ist das nicht anders. Darüber sind sich die Meisterschwander einig. Jetzt gilt es, die ...
Der erste Teil der Schulanlage Eggen hat seinen fünfzigsten Geburtstag hinter sich, der zweite geht mutig darauf zu. Bei einem Menschen kämen erste Wehwehchen, bei einem Gebäude ist das nicht anders. Darüber sind sich die Meisterschwander einig. Jetzt gilt es, die passende Behandlung zu finden.
Schon 2020 war klar, will man die Schulanlage Eggen fit für die Zukunft machen, wird man investieren müssen. Baumasse, Energiestandard, Gebäudestrategie, Projektierungswettbewerb – 2023 sah es so aus, als hätte man mit dem Sieger «Flipper» die Lösung gefunden. Das Modell wurde anhand von Schulraumbedürfnissen, Vereinsanliegen und anderen Aspekten konkretisiert. Die Vorlage des Kostenpunktes von 39 Millionen fiel in die Zeit, in welcher der Gemeinderat sich mit der kritisch werdenden Finanzlage Meisterschwandens auseinandersetzte. «Flipper» wurde sistiert. Im Hintergrund erarbeiteten die Verantwortlichen neue Lösungen.
Im Rahmen eines Mitwirkungsverfahrens stellten Gemeindepräsident Ueli Haller, Vizepräsidentin Nicole Lanz und Gemeinderat Stephan Schüpbach drei Varianten vor. Die erste war «Flipper», so wie er geplant gewesen ist. Die zweite Möglichkeit war ein ökonomischer «Flipper». Statt 12 Schulzimmer wären es neun mit einem Ausgleichszimmer, das multifunktional von Vereinen genutzt werden könnte. Würden mehr Schulräume gebraucht, könnte man dieses Zimmer in kurzer Zeit umnutzen. Eine Aufstockung des Schulhauses entfällt, auf das Vereinshaus würde verzichtet. Der Kostenpunkt liegt laut Kalkulation bei 27 Millionen. Die dritte Möglichkeit wäre ein kompletter Neustart, wobei die bisherigen Investitionen abgeschrieben werden müssten. Ein neuer Projektierungskredit müsste beantragt werden, der Verlauf würde sich um mehrere Jahre verzögern.
Im Anschluss an die Präsentation diskutierten die gut 100 Teilnehmenden in Gruppen Vor- wie Nachteile der drei Bauprojekte. «Es waren sachliche, konstruktive Tischrunden», berichtete Nicole Lanz. Zum einen hätte sich herauskristallisiert: «Pflästerli-Taktik» sei nicht gewünscht. «Den Menschen ist bewusst, dass gehandelt werden muss. Betont wurde gleichzeitig, wie wichtig eine transparente Kommunikation für das Projekt ist.» Diesem Wunsch kommt die Gemeinde umgehend nach. Alle Unterlagen zum Mitwirkungsanlass finden sich, mit einem «Danke» versehen, zur Einsicht auf der Gemeindewebsite.
Graziella Jämsä
