Friedensstifter?!
22.10.2026 RegionStreit und Zwist kommen in unterschiedlichen Umgebungen vor: In Ehe und Familie, am Arbeitsplatz, in Vereinen und Kirchen. Auslöser können Fragen des Verhaltens, des Geldes, der Erziehung, der Politik, der Religion oder Weiteres sein. «Glückselig die Friedensstifter, denn ...
Streit und Zwist kommen in unterschiedlichen Umgebungen vor: In Ehe und Familie, am Arbeitsplatz, in Vereinen und Kirchen. Auslöser können Fragen des Verhaltens, des Geldes, der Erziehung, der Politik, der Religion oder Weiteres sein. «Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden (Töchter und) Söhne Gottes heissen», erklärt Jesus (Matthäusevangelium 5,9).
Warum sagt Jesus dies? Er selbst hat Frieden gestiftet zwischen Gott Vater und uns Menschen. Denn unsere Schuld trennte uns vom heiligen Gott: «denn es gefiel der ganzen Fülle (Gottes), in ihm (= Jesus) zu wohnen und durch ihn alles mit sich zu versöhnen – indem er Frieden gemacht hat durch das Blut seines Kreuzes» (Kolosserbrief 1,19-20). Es hat Jesus alles gekostet, uns mit Gott zu versöhnen: Er ist für uns gestorben, um uns damit seine bedingungslose Liebe auszudrücken. Deswegen gilt: «Denn er (= Jesus) ist unser Friede» (Epheserbrief 2,14).
Kurz nach seinem Tod und seiner Auferstehung von den Toten hat der Glaube an Jesus Frieden gestiftet zwischen den Menschen mit jüdischem und denjenigen mit griechisch-heidnischem Hintergrund (vgl. Epheserbrief 2,17). Vorher waren beide verfeindet und hatten wenig Berührungspunkte. In den ersten Kirchgemeinden waren beide Gruppen dann vereint als Schwestern und Brüder im Glauben an Jesus. Zusätzlich hat Jesus sowohl Frauen als auch Männer, sowie freie Herren und abhängige Sklaven miteinander versöhnt – wir sprechen heute von Arbeitgebern und -nehmern (vgl. Galaterbrief 3,28).
Jesus lehrt uns, in unserem Umfeld Frieden zu stiften. Dazu ging er als Vorbild voran: Als unter den Jüngern ein Streit entfachte, wer der Grösste und damit Wichtigste unter ihnen sei, rief Jesus alle seine Nachfolger zusammen, um den Streit mündlich zu klären (vgl. Markusevangelium 9,35). «Negatives nie schriftlich, Positives immer schriftlich!», gab mir ein Pfarrfreund als Leitlinie mit auf den Weg. Weder per E-Mail noch per WhatsApp-Nachrichten können wir einen Streit schlichten, sondern nur das Datum für ein Gespräch miteinander vereinbaren, an dem wir uns in die Augen schauen. In der Bibel schenkt Gott uns viele weitere Hinweise, wie wir anderen Menschen Gottes Liebe weitergeben können. Im Gebet zeigt Gott uns den nächsten Schritt, den wir gehen sollen; stärkt und tröstet uns.
Jesus verspricht uns: «Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, sei auch nicht furchtsam. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich!» (Johannesevangelium 14,27+1).
Michael Freiburghaus, ref. Pfarrer Leutwil-Dürrenäsch
