Leserbrief zum Thema «PFAS» - WB vom 17. 9. 26
Vielen Dank an die SP, die das Thema PFAS aufgegriffen hat und zu einem Vortrag über das Thema am 10. September eingeladen hatte. Die Vortragende hat das Thema sehr fundiert und sachlich dargestellt.
Mich ...
Leserbrief zum Thema «PFAS» - WB vom 17. 9. 26
Vielen Dank an die SP, die das Thema PFAS aufgegriffen hat und zu einem Vortrag über das Thema am 10. September eingeladen hatte. Die Vortragende hat das Thema sehr fundiert und sachlich dargestellt.
Mich stört die Berichterstattung des WB, die als Aufmacher der letzten Ausgabe «PFAS sind nicht per se gefährlich» getitelt hat. Das ist zwar richtig zitiert, nur erweckt diese Kopfzeile den Eindruck, als ob das Vorhandensein von PFAS doch nicht so schlimm wäre.
Nach meiner Meinung (und nach der der meisten Wissenschaftler) ist das Vorhandensein von PFAS in der Umwelt ein gröberes Problem. Es gibt genügend Studien über die umweltund humantoxikologischen Auswirkungen dieser Substanzklasse mit nicht so rosigen Aussichten:
1. PFAS bauen sich – wenn überhaupt – nur äusserst schlecht in der Umwelt ab. Sie werden nicht umsonst als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. Einmal in der Umwelt, gehen sie nicht einfach weg.
2. PFAS reichern sich in den Organismen an und können dort negative Auswirkungen haben.
3. Gesetzgebungen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass die Nutzung von PFAS weiter eingeschränkt wurde, aber noch nicht komplett untersagt ist. Es ist aus meiner Sicht vollkommen unverständlich, dass in der Landwirtschaft immer noch PFAS-haltige Pestizide eingesetzt werden dürfen.
Es ist erfreulich, dass selten PFAS-Grenzwerte gerissen werden (wobei man diskutieren kann, ob die Grenzwerte menschen- oder eher industriefreundlich gesetzt wurden), daher ist Panik nicht angesagt. Das Thema Ewigkeitschemikalien wird uns auf Jahrzehnte beschäftigen; es sind Wachsamkeit, strenges Monitoring und mehr Studien zur Humantoxikologie mehr als angebracht.
Bernhard Irrgang, Menziken