Gemeinderat und KI kamen gut an
18.06.2026 Wynental, GränichenDie Einwohnergemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle verlief in grosser Harmonie. Sämtliche Anträge des Gemeinderats stiessen auf Zustimmung.
207 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger folgten der Einladung mit der 11 Punkte ...
Die Einwohnergemeindeversammlung vom vergangenen Donnerstagabend in der Mehrzweckhalle verlief in grosser Harmonie. Sämtliche Anträge des Gemeinderats stiessen auf Zustimmung.
207 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger folgten der Einladung mit der 11 Punkte umfassenden Traktandenliste. Gemeindeammann Andreas Fetscher kündigte an, dass 85 «Folien» geplant seien. Wer sich nun aber auf einen langweiligen Folienmarathon einstellte, wurde bald positiv überrascht. Die gezeigten Präsentationsseiten kamen daher wie aus einem Guss, gut strukturiert und fast alle auch aus der Distanz lesbar.
Beim Rechenschaftsbericht 2025 beschränkte sich Fetscher nicht auf die bekannten Kennzahlen. Er streifte kurz die laufenden Projekte und erklärte, dass der Gemeinderat in seiner jetzigen Zusammensetzung nun langsam von der Akutbehandlung in die langfristige Planung komme.
Aufwandüberschuss von 1,3 Millionen
Gemeinderat Beat Steiner präsentierte die Jahresrechnung 2025, welche mit einem Aufwandüberschuss von 1,28 Millionen Franken abschloss, nachdem das Budget noch ein ausgeglichenes Ergebnis vorgesehen hatte. Hauptgrund dafür sind deutlich gestiegene Kosten in Bereichen, welche die Gemeinde nur marginal beeinflussen kann, allen voran die Pflegefinanzierung. Auch die Jahresrechnung wurde einstimmig gutgeheissen. Genau wie die zwei traktandierten Kreditabrechnungen, die zwar beide mit Kreditüberschreitungen abschlossen. Diese konnten aber schlüssig und transparent begründet werden.
Oberstufen Campus und 4-fach-Kindergarten angenommen
Weiter ging es mit dem Verpflichtungskredit für die Bauprojektierung des Neubau Oberstufen Campus in Höhe von 1,6 Mio. Franken. Nachdem zu diesem Thema vor einigen Wochen bereits ein Informationsanlass angeboten wurde (das Wynentaler Blatt berichtete), konnte sich Gemeindeammann Fetscher auf die nötigsten Informationen beschränken. In der Fragerunde gab es gerade mal zwei Wortmeldungen. Und so konnte nach sehr kurzer Zeit über dieses wegweisende Geschäft abgestimmt werden. Es wurde mit klarer Mehrheit bei einigen wenigen Gegenstimmen angenommen. Andreas Fetscher war sichtlich überrascht, wie glatt dieses Traktandum über die Bühne ging.
Es folgte der Verpflichtungskredit für das Bauprojekt Neubau 4-fach Kindergarten Chilefeld von 3,512 Mio. Franken. Auch dieser war bereits Thema in einer eigenen Infoveranstaltung und so konnte man sich auch hier auf eine kurze Zusammenfassung beschränken. Das Geschäft war unbestritten und passierte die Abstimmung mit vereinzelten Gegenstimmen. Der Verpflichtungskredit in Höhe von 840’000 Franken wurde diskussionslos und einstimmig genehmigt. Ebenso der Verpflichtungskredit in Höhe von 565’000 Franken für das Leitungsumlegungsprojekt Unterfeldstrasse.
Änderungsanträge verworfen
Trotz vorgängigem Informationsanlass und verständlicher Präsentation an der Gemeindeversammlung gab es zum Thema neues Abfallreglement mehr Diskussionsbedarf. Gemeindeammann Andreas Fetscher führte durch dieses Traktandum und informierte über die aktuellen Sammelsysteme und gab einen Überblick über die Gebührenentwicklung und den Inhalt des neuen Abfallreglements. Die SP brachte zwei Anträge vor; drei ergänzende Artikel und das Beibehalten gestaffelter Gebühren nach Betriebsgrösse. Die Änderungsanträge wurden klar abgelehnt und so folgten die Stimmberechtigten auch in diesem Geschäft mit grossem Mehr dem Vorschlag des Gemeinderats.
Gränichen wird Energiestadt
Unter Verschiedenes und Umfrage informierte der Gemeinderat, dass Gränichen neu das Label Energiestadt erhält. Über sein «Programm Energiestadt» begleitet der Trägerverein die Gemeinden auf dem Weg zu vorbildlichen, nachhaltigen und innovativen Protagonisten in den Bereichen Energie, Klima, Verkehr und Umwelt.
Zu guter Letzt lüftete Gemeindeammann Andreas Fetscher das Geheimnis um die gezeigten Folien. Diese seien mittels KI generiert worden. Auch wenn die verwendeten Illustrationen keine Orte oder Gebäude aus Gränichen darstellten, so waren die gezeigten Seiten doch für die Transparenz und Verständlichkeit ein Gewinn.
Da mit 207 Stimmberechtigten das Quorum nicht erreicht wurde, unterliegen alle Entscheide der Gemeindeversammlung dem fakultativen Referendum.
Roland Marti


