Gestärkt in die Zukunft
28.05.2026 Seetal, Dürrenäsch, LeutwilAm 10. Juni stimmen die Gemeinden Dürrenäsch und Leutwil über Projektierungskredite in Höhe von je 80’000 Franken ab. Ziel sind Abklärungen für eine mögliche Fusion.
«Aus zwei mach eins», lautet die ...
Am 10. Juni stimmen die Gemeinden Dürrenäsch und Leutwil über Projektierungskredite in Höhe von je 80’000 Franken ab. Ziel sind Abklärungen für eine mögliche Fusion.
«Aus zwei mach eins», lautet die Vision der Drahtzieher für eine Fusion. Es geht darum, gestärkt in die Zukunft zu gehen, effizient und doch weiterhin bürgernah. Josef Willi, Gemeindeammann von Dürrenäsch und Lukas Spirgi, Gemeindeammann von Leutwil, führten durch den Abend und standen anschliessend den Bürgerinnen und Bürgern der beiden Gemeinden zu Fragen und Anliegen Red und Antwort. Christian Wernli und Patrick Deicher von der BDO AG Aargau und Luzern sowie Martin Süess vom Departement Volkswirtschaft und Inneres sind als begleitende Fachpersonen in das Projekt involviert. Sie sprachen weitgehend über Erfahrungen bei Gemeindezusammenschlüssen, unter anderem auch im Michelsamt und in verschiedensten Regionen im Aargau und im Kanton Luzern.
Erfolgreiche Zusammenarbeit
Dürrenäsch und Leutwil sind sich heute schon nahe. Sie arbeiten in Schule, Kirchgemeinde, Feuerwehr, Steueramt, Abfallentsorgung, Wasserversorgung, in der Bauverwaltung und im Sozialdienst bereits erfolgreich zusammen und organisieren Jungbürger- und Bundesfeiern gemeinsam. Mit einer Fusion würden Doppelspurigkeiten verhindert und Ressourcen und Synergien könnten gezielter genutzt werden. Hingegen würde das Vereins- und Gemeindeleben so bleiben, wie es ist und Traditionen und lokale Eigenheiten würden nicht in Leidenschaft gezogen.
Die Arbeit in der Verwaltung nimmt durch Gesetze und Vorschriften stetig zu. Politische Ämter sind schwieriger zu besetzen, die Sicherstellung eines attraktiven Service public bleibt eine grosse Herausforderung und die regionale und politische Einflussnahme schwindet, je kleiner eine Gemeinde ist. Die Gemeindeverantwortlichen von Dürrenäsch und Leutwil sehen deshalb eine Fusion als «logische und naheliegende Partnerwahl mit realistischer Option», gerade auch, weil Nachbargemeinden aktuell kein Fusionsinteresse mit anderen Gemeinden zeigen. «Die Gemeinde würde widerstandsfähiger und kann auf zukünftige Herausforderungen besser reagieren», so das Fazit der vereinigten Gemeindeverantwortlichen zum grundsätzlichen Stand der Dinge.
Was aber würde denn nun anders, im Falle einer Fusion? Es gäbe eine gemeinsame Verwaltung und politische Gremien würden gemeinsam besetzt. Auch der Gemeindename würde ändern und die Ortsbürgergemeinden müssten sich, gleich wie die Einwohnergemeinden, zusammenschliessen. Finanzen seien nicht das Hauptmotiv für eine Fusion. Dennoch drehten sich mehrere Fragen von Anwesenden um den «hohen Betrag von je 80’000 Franken, nur für Abklärungen». Hierfür sind aber auch Kantonsbeiträge von je 35’000 Franken zu erwarten. Langfristig zeigt sich, dass eine Fusion die Finanzlage der Gemeinden sogar verbessern würde, auch dank Fusionsbeiträgen des Kantons in Höhe von rund 3,5 Millionen Franken. Ein späterer Steuersatz nach der Fusion würde dem tieferen der beiden Gemeinden angepasst. Und da der Kantonsbeitrag die Nettoschuld von Leutwil übersteigen würde, verbesserte sich die Bilanzsituation der fusionierten Gemeinden sehr deutlich. Man würde gar mit einem vergleichsweise hohen Nettovermögen von rund 4,7 Millionen Franken starten.
Grundlagen schaffen
Vorerst aber geht es bei der Abstimmung vom 10. Juni rein um die Annahme der Projektierungskredite. Es müssen Grundlagen für eine mögliche Fusion, voraussichtlich per 2030, geschaffen und in einem Schlussbericht zusammengefasst werden, um später eine sachlich fundierte Entscheidung treffen zu können. Die Gemeinden erwarten die Mitarbeit der Bevölkerung in begleiteten Fachgruppen zu Themen wie Recht, Finanzen, Kultur, Bildung und Infrastruktur. Bei den Gemeindehäusern wurden auch «Fusions-Briefkästen» eingerichtet. Sie ermöglichen den Einbezug von Fragen, Bedenken oder Anregungen der Bürgerinnen und Bürger zum Prozess. Die Verantwortlichen hoffen, dass diese Möglichkeit auch genutzt wird.
Cornelia Forrer

