Gegen 200 Gäste zählte das Erzähltal in Gontenschwil. Vater und Sohn Gautschi berichteten von der generationenübergreifenden Faszination des Dreschens.
Moderator Bruno Hartmann, Präsident der Kulturkommission, fühlte seinen beiden ...
Gegen 200 Gäste zählte das Erzähltal in Gontenschwil. Vater und Sohn Gautschi berichteten von der generationenübergreifenden Faszination des Dreschens.
Moderator Bruno Hartmann, Präsident der Kulturkommission, fühlte seinen beiden Gesprächspartnern, Vater Felix und Sohn Lukas Gautschi, mit interessanten Fragen auf den Zahn. Hartmann versprach nicht Zahlen, Daten und Fakten, sondern Geschichten – und er sollte Wort halten.
Zunächst einmal galt es zu klären, wieso die Veranstaltung «Dreschen im Baan» hiess, wo doch Gautschis Hof an der Bahnstrasse steht. Tatsächlich war früher vom Bann die Rede, später änderte die Schreibweise auf Baan und seit 2006 lautet die Adresse offiziell Bahnstrasse. «Aber die Schreibweise ist egal. Es ist ein wunderbarer Flecken Erde. Postalisch kommt sowieso alles an. Und sonst ruf ich meinen Kollegen bei Google Maps an und lasse es ändern», sagte Felix Gautschi mit einer augenzwinkernden Anspielung auf den Lake America.
Doch zurück zum Thema Dreschen, das beide während ihren beruflichen Karrieren vor allem maschinell erlebten oder noch erleben. Der schweisstreibende Vorgang mit dem Dreschflegel funktionierte zwar auch, doch wurde das Korn dabei malträtiert. Bei heutigen Erntemaschinen wird die Spreu per Luftdruck vom Korn geblasen, wobei die Kunst darin besteht, die genau richtige Einstellung zu finden.
Die Besucherinnen und Besucher erfuhren, wie die Technik und die Erfahrung die Getreideernte im Wandel der Zeit verändert haben. Eindrücklich dokumentiert wurde dies nicht nur durch die zwei Generationen Landwirte. Gut sichtbar standen auch zwei Generationen Mähdrescher in der Scheune. Der kleine mit Jahrgang 1964, der grosse aus dem Jahr 1999. Dazwischen lagen Welten, nicht nur grössenmässig, auch punkto Bedienung und Technik. Mittels eindrücklichen Fotos und Videos und den Schilderungen von Vater und Sohn Gautschi liessen sich die Gäste von der Entwicklung des Dreschens beeindrucken.
Vater Felix und Sohn Lukas Gautschi diskutierten aber auch aktuelle Themen wie Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe oder den Preis, den sie als Produzenten für 100 Kilo Körner erhalten. 1990 lag dieser noch bei über 100 Franken, heute gibts gerade mal 57 Franken. Obwohl komplex, schafften es die beiden, diese Preisentwicklung verständlich zu erklären. Dazu gab es aber auch viele heitere Anekdoten, die das Gespräch sehr kurzweilig machten.
Zum Abschluss des interessanten Nachmittags erfreute Bänzlis Gemüsesuppe mit Bauernbrot die Gaumen der Gäste.
Roland Marti