Grosse Unterstützung für das Spital
30.07.2026 MenzikenNach dem Bekanntwerden der Teilschliessung des Asana Spitals wurden von verschiedenen Seiten Forderungen nach Massnahmen laut. Grossrätin Lucia Lanz lancierte gar eine Petition.
Es gibt kein Thema, das im Wynental aktuell für so viel Gesprächsstoff sorgt ...
Nach dem Bekanntwerden der Teilschliessung des Asana Spitals wurden von verschiedenen Seiten Forderungen nach Massnahmen laut. Grossrätin Lucia Lanz lancierte gar eine Petition.
Es gibt kein Thema, das im Wynental aktuell für so viel Gesprächsstoff sorgt wie die geplante Teilschliessung des Asana Spitals in Menziken. In den Restaurants, Badis und beim Einkaufen ist es allgegenwärtig. Doch nicht nur die Einwohner und Einwohnerinnen der Region machen sich Sorgen um die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Wynental, auch externe Politiker und Politikerinnen befassen sich mit dem Thema.
Am 30. Juni reichte die Grossrätin Lucia Lanz aus Beinwil am See ein Postulat betreffend «Strategie für die regionale Gesundheitsversorgung und Regionalspitalplanung im Kanton Aargau» beim Regierungsrat ein. Darin fordert sie und die Fraktionen SP und Grüne, dass der Regierungsrat prüft und darüber Auskunft gibt, wie die gesundheitliche und spitalmedizinische Grundversorgung koordiniert und gesichert werden kann.
Über 2000 Personen unterschreiben
Einige Tage vor dem Einreichen des Postulats erstellte die Politikerin eine Petition auf der Plattform «petitio» mit dem Namen «150 Arbeits- und Ausbildungsstellen im Bezirk Kulm sichern!» Innert kurzer Zeit wurden die 200 Unterstützer übertroffen. Bis zum Ende unterschrieben 2024 Personen die Petition.
Die Forderungen im Postulat und in der Petition sind sehr ähnlich. In beiden Dokumenten werden verschiedene Forderungen zur Gesundheitsversorgung gestellt. Dabei geht es nicht nur um das Spital Menziken, sondern um Regionalspitäler allgemein. Gemäss Petition soll «der Kanton Aargau die Verantwortung gegenüber den Regionalspitälern wahrnehmen.» Das Postulat ist detaillierter formuliert und fordert eine Strategie. Diese soll aufzeigen «welche medizinischen Mindestangebote in den verschiedenen Versorgungsregionen des Kantons wohnortsnah verfügbar sein müssen.»
Was auffällt: In der Petition und dem Postulat finden die Auswirkungen auf die Mitarbeitenden Erwähnung. «Die Regionalspitalplanung darf nicht erst dann zum Thema werden, wenn ein Standort kurz vor der Schliessung steht. Es braucht jetzt eine vorausschauende Strategie, die die Versorgung der Bevölkerung, die Arbeitsbedingungen des Personals, die regionale Entwicklung und die Kosten des Gesamtsystems gemeinsam betrachtet», heisst es im Postulat.
Regierungsrat hat nun 1 Monat Zeit
Lucia Lanz startete die Petition, weil «der Verlust von rund 150 Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ein massiver Schlag für das Arbeitsplatzangebot und die Gestaltung des Wirtschaftsraums im Bezirk Kulm ist.» Man dürfe den Wegfall dieser Gesundheitsangebote nicht einfach zur Kenntnis nehmen, sondern es müsse darüber diskutiert werden. Gleichzeitig freut sie sich, dass so viele Menschen aus der Region die Petiton unterschrieben haben: «Das ist schlicht grossartig.» Das zeige, dass die Bevölkerung mit dieser Entwicklung nicht einverstanden sei. «Die geplante Abschiebung von Angeboten in den Kanton Luzern entzieht der hiesigen Bevölkerung jegliche politische Mitgestaltung», sagt die Grossrätin weiter. Es sei klar, dass die Bevölkerung bei der Gestaltung der Gesundheitsversorgung mitreden wolle. «Es ist höchste Zeit, die Berücksichtigung der Regionen und ihren festen Platz in der Spitalplanung unmissverständlich einzufordern.» Es sei inakzeptabel, dass der vom Regierungsrat geplante Rettungsschirm von einer Milliarde Franken nach aktuellem Stand fast ausschliesslich den Zentrumsspitälern zugute kommen soll. Man dürfe die ländlichen Regionen nicht finanziell im Regen stehen lassen.
Lucia Lanz überreichte die Petition bereits dem Regierungsrat. «Er ist nun gefordert, innerhalb einer Monatsfrist zu den konkreten Forderungen Stellung zu nehmen», erklärt sie. Zudem spricht sie auch das Postulat im Grossen Rat an, denn auch hier stehe die Beantwortung noch aus. «Die Reaktionen auf die Petition sowie auf das Postulat werden die Grundlage für unsere nächsten politischen Aktivitäten und Massnahmen bilden.» Es brauche eine gesunde, dezentrale Spitalplanung, die durch eine kostendeckende Finanzierung langfristig abgesichert sei. Die «Pflästerli-Politik, die nur wenigen Grossen nützt» müsse beendet werden. Nur so sei es auch in Zukunft möglich, die regionale Gesundheitsversorgung wieder nachhaltig aufzubauen.
Melanie Köchli


