Das Aargauer Stimmvolk hat dem Verpflichtungskredit für die Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr (VERAS) zugestimmt. Mit einem Ja-Anteil von 54,25 Prozent erhielt das Grossprojekt am Sonntag die notwendige Unterstützung an der Urne. Damit kann der Kanton das auf rund 384 ...
Das Aargauer Stimmvolk hat dem Verpflichtungskredit für die Verkehrsinfrastruktur-Entwicklung Raum Suhr (VERAS) zugestimmt. Mit einem Ja-Anteil von 54,25 Prozent erhielt das Grossprojekt am Sonntag die notwendige Unterstützung an der Urne. Damit kann der Kanton das auf rund 384 Millionen Franken veranschlagte Vorhaben weiterverfolgen.
Veras soll die Verkehrsprobleme im Raum Suhr entschärfen und die Anbindung des Wynentals an die Autobahn A1 verbessern. Herzstücke des Projekts sind eine neue SBB-Überführung, der rund 843 Meter lange Tunnel Wynematte sowie eine neue Strassenverbindung zwischen Suhr und Oberentfelden. Ergänzt werden die Bauwerke durch Massnahmen für den Fussund Veloverkehr sowie ökologische Aufwertungen.
Befürworter betonten im Abstimmungskampf die Entlastung der Siedlungsgebiete, die bessere Erreichbarkeit der Region und die Bedeutung des Projekts für Bevölkerung und Wirtschaft. Gegner kritisierten dagegen die hohen Kosten und warnten vor zusätzlichem Verkehr sowie Eingriffen in Landschaft und Kulturland.
Im Bezirk Kulm sprachen sich alle 16 Gemeinden für den Verpflichtungskredit aus. Das Wynentaler Blatt hat die Resultate der einzelnen Gemeinden zusammengetragen und präsentiert die Zusammenstellung:
Beinwil am See 58.9 % Ja
Birrwil 59.1 % Ja
Dürrenäsch 74.0 % Ja
Gontenschwil 65.6 % Ja
Holziken 69.2 % Ja
Leimbach 70.1 % Ja
Leutwil 65.0 % Ja
Menziken 63.1 % Ja
Oberkulm 72.7 % Ja
Reinach 62.3 % Ja
Schlossrued 56.8 % Ja
Schmiedrued 59.7 % Ja
Schöftland 64.1 % Ja
Teufenthal 79.0 % Ja
Unterkulm 73.2 % Ja
Zetzwil 75.5 % Ja
Das Projekt verspricht «das Wynental besser an die Autobahn A1 anzubinden», wie der Kanton auf der Website schreibt. Trotzdem ist dieses hohe Resultat im Bezirk Kulm wohl überraschend, schliesslich sprachen sich lokale Politiker wie Grossrat Severin Lüscher (Grüne) gegen das Projekt aus. An einem offenen Diskussionsabend der Grünen in Reinach betonte er, dass er die schwierige Situation in Suhr klar anerkennt, das Bauprojekt für ihn jedoch zu gross geraten sei.
Breit aufgestelltes Komitee
Grossrätin Lucia Lanz (SP) aus Beinwil am See hingegen vertrat klar die Ja-Seite und schrieb in einem Leserbrief im Vorfeld: «Das Strassenprojekt Veras sichert die soziale und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit unserer Region.» Sie stellte sich mit ihrer Meinung gegen die ihrer Kantonspartei und war gar Teil eines breit aufgestellten Komitees, das für ein Ja am Abstimmungssonntag kämpfte.
Das Komitee «Veras Ja» zeigte sich bereits am Sonntag zufrieden mit dem Resultat. «Wir freuen uns über das Vertrauen, das die Mehrheit der Bevölkerung dieser Vorlage ausgesprochen hat», hielt Kampagnenleiter Stefan Huwyler fest. Gleichzeitig verstünden sie das knappe Resultat als Auftrag, die Umsetzung verantwortungsvoll, transparent und im engen Dialog mit den Gemeinden und der Bevölkerung voranzutreiben.
Mit dem Volksentscheid erhält der Regierungsrat nun grünes Licht für eines der grössten Strassenbauprojekte der kommenden Jahre im Kanton Aargau.
Melanie Köchli
Roland Marti