Grossrätin Colette Basler aus Zeihen nahm die Einladung aus Gontenschwil für die Festrede der diesjährigen Bundesfeier gerne an. In ihrer Ansprache deckte sie ein paar Unterschiede aber auch ein paar Gemeinsamkeiten zwischen ihrem Wohnort im Fricktal und dem Wynental ...
Grossrätin Colette Basler aus Zeihen nahm die Einladung aus Gontenschwil für die Festrede der diesjährigen Bundesfeier gerne an. In ihrer Ansprache deckte sie ein paar Unterschiede aber auch ein paar Gemeinsamkeiten zwischen ihrem Wohnort im Fricktal und dem Wynental auf.
Zu den Aufgaben der Kulturkommission Gontenschwil gehört unter anderem die Organisation der Bundesfeier. Wie ernst die Kommissions-Mitglieder ihre Aufgabe nehmen, liess sich erahnen, als Festrednerin Colette Basler zu Beginn ihrer Ansprache erwähnte, dass sie noch nie so früh für eine Bundesfeier angefragt wurde wie nun von den Gontenschwilern. Noch im 2025 sei es gewesen, sagte die Grossrätin, und sie habe sich sehr über die Einladung gefreut, nicht zuletzt, da sie mit einem Gruss von Frau Gemeindeammann Renate Gautschy einherkam. Die beiden kennen sich aus gemeinsamen Zeiten im Grossen Rat. «Ich habe Colette Basler immer als ausgewogene und differenzierte Person mit klarer Meinung, aber nie meinungsresistent erlebt. Mit ihr habe ich gerne zusammengearbeitet.»
Dass die Kulturkommission nicht nur mit langer Vorbereitungszeit agiert, sondern durchaus auch für kurzfristige Entscheide gut ist, bewies sie, indem sie die Bundesfeier, trotz oder gerade wegen des sonnigen Wetters, in die Mehrzweckhalle verlegte. Diese «Schlechtwettervariante» kam vielen, die sich um zu wenige Schattenplätze Sorgen machten, entgegen und tat der Stimmung nicht den geringsten Abbruch. Für angenehme musikalische Unterhaltung sorgte die Musikgesellschaft unter der bewährten Leitung von Dieter Würgler und für Speis und Trank schauten die über 30 Mitglieder des Gemischten Chors.
Akribisch vorbereitet
Sie habe sich ausgiebig auf ihren Auftritt in Gontenschwil vorbereitet, um nicht schon bei der korrekten Aussprache des Ortsnamens zu scheitern, sagte Colette Basler. So sei sie mit ihrem Mann eine Woche zuvor schon durch dieses Naherholungsgebiet im Oberwynental gewandert, um das ’nie endende’ Dorf und dessen Leute ein wenig zu spüren und um etwas zu lernen. Dabei habe sie Erstaunliches festgestellt: «Ihr habt von euren Hügeln einen wunderbaren Blick auf den Homberg. Das haben wir von unserem Hof in Zeihen auch. Aber wir sehen einen anderen Homberg – und es wurmt mich ein bisschen, dass eurer mit 787 Metern vier Meter höher ist als der Zeiher Homberg. Vielleicht müssen wir unseren wieder mal nachmessen», flachste die Rednerin, und es waren nicht die einzigen Lacher, die sie mit ihrer erfrischenden Rede erntete.
Basler spielte mit einigen Fakten zu Gontenschwil, seinen Eigenheiten und Traditionen und zitierte schliesslich aus der Präambel der Bundesverfassung: «Die Stärke des Volkes misst sich am Wohl der Schwachen.» So mache Gontenschwil mit seiner aktiven Dorfgemeinschaft und seinen vielen Vereinen vieles genau richtig. Das Dorf habe eben das Herz am richtigen Fleck. Und nicht nur eines, nein, sogar deren zwei, spielte die Rednerin auf das Gontenschwil er Gemeindewappen an.
Nach dem offiziellen Teil verdankte Renate Gautschy den Gemeindehauswart Konrad Hug für 25 Jahre stilles aber unermüdliches Schaffen im Dienste der Gemeinde. Auch ihm zu Ehren intonierte die Musikgesellschaft den Marsch «Zur Feier des Tages».
Roland Marti