Welcher Ort, welche Menschen war für Sie als Jugendlicher (Alter zwischen 14 und 18) wichtig? Und warum haben Ihnen diese Gegebenheiten etwas bedeutet?
Meine Eltern und Freunde waren meine wichtigsten Bezugspersonen. Meine Freizeit verbrachte ich auf dem ...
Welcher Ort, welche Menschen war für Sie als Jugendlicher (Alter zwischen 14 und 18) wichtig? Und warum haben Ihnen diese Gegebenheiten etwas bedeutet?
Meine Eltern und Freunde waren meine wichtigsten Bezugspersonen. Meine Freizeit verbrachte ich auf dem Fussballplatz. Nach der Schulzeit wurde auch der Jugendtreff «Budeli» der Kirchgemeinde Seengen zu einem prägenden Ort. Wir fanden Gemeinschaft, Vertrauen und einen Gemeindehelfer, der uns zuhörte und begleitete. Aus einer tollen Clique entstand ein Ort, in dem wir wertvolle Erfahrungen sammelten, zunehmend Verantwortung übernahmen und bald das Vertrauen der Kirche erwarben, den Treff autonom zu leiten. Diese Zeit hat mich nachhaltig geprägt.
Warum brauchen Jugendliche heute einen Treffpunkt und die Unterstützung durch Jugendarbeit?
Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie entscheidend diese Lebensphase ist. Jugendliche wachsen heute in einer Welt voller Veränderungen, Unsicherheiten und Möglichkeiten auf. Umso wichtiger ist es, dass wir ihnen zuhören, Freiräume bieten und sie in ihrer Entwicklung stärken. Die offene Jugendarbeit leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Sie ergänzt Elternhaus, Schule und Vereine und erreicht Jugendliche, die andernorts wenig Unterstützung finden. Als Gemeinde tragen wir Mitverantwortung, jungen Menschen Perspektiven, Vertrauen und echte Mitgestaltung zu ermöglichen.
Gibt es einen Moment, wo sie den Effekt dieses Engagements beobachten konnten? Ein Besuch in der offenen Turnhalle, ein Event, der von den Jugendlichen gestaltet wurde usw. Oder gab es einen Jugendlichen selbst, der Ihnen sein Gefühl gespiegelt hat?
Die Jugendkommission Seengen organisierte im Herbst ein Grill & Chill für Jugendliche, als ersten Anlass in der Zeit ohne Jugendarbeiter. In vielen Gesprächen spürte ich die Freude und Dankbarkeit der Jugendlichen, aber auch ihre Erwartungen an uns als Gemeinde. Zwei Aussagen haben mich besonders berührt: «Wir fühlen uns hier wohl und sicher» und «Die Jugendarbeitenden haben uns zugehört und wir durften mitbestimmen.» Genau darum geht es: Jugendliche ernst nehmen, ihnen Vertrauen schenken und Orte schaffen, an denen sie sich willkommen fühlen und mitgestalten können.