Während die meisten Attraktionen des WSB-Fests in Aarau stattfanden, nutzten viele grosse und kleine Bahnfans die seltene Gelegenheit, die WSB-Werkstatt in Schöftland von innen zu besichtigen. Sie erfuhren aus erster Hand, wie Wartung, Instandhaltung und moderne Bahntechnik den ...
Während die meisten Attraktionen des WSB-Fests in Aarau stattfanden, nutzten viele grosse und kleine Bahnfans die seltene Gelegenheit, die WSB-Werkstatt in Schöftland von innen zu besichtigen. Sie erfuhren aus erster Hand, wie Wartung, Instandhaltung und moderne Bahntechnik den zuverlässigen Betrieb der WSB sicherstellen.
Pünktlich und sicher drehen die Zugskompositionen der WSB ihre Runden zwischen Menziken und Schöftland. Damit dies so bleibt, müssen sie regelmässig in die Wartung. In der Werkstatt Schöftland sorgt ein Team von Fachleuten dafür, dass die Fahrzeuge sicher und störungsfrei auf den Schienen unterwegs sind. Beim WSB-Fest konnten Interessierte einen exklusiven Blick hinter diese Kulissen werfen.
Seit 1901 werden in Schöftland Fahrzeuge der Wynental- und Suhrentalbahn gewartet. Aus der einst kleinen Werkstatt ist ein moderner Instandhaltungsbetrieb geworden. Heute kümmert man sich hier um ganz unterschiedliche Fahrzeuggenerationen – vom historischen Salonwagen Bse 4/4 aus dem Jahr 1901 bis zu den modernen Saphir-Zügen von Stadler.
Alle 30 Tage zur Kontrolle
Jedes Fahrzeug wird mindestens einmal monatlich einer systematischen Wartung unterzogen. Dabei werden unter anderem Bremsen, Türen, Kupplungen, Beleuchtung und Rauchmelder kontrolliert. Auch Drehgestelle, Getriebeölstände und mögliche Leckagen werden überprüft. «Wir wollen lieber im Positiven sein», erklärt ein Mitarbeiter. Gemeint ist: Wartungen werden nicht erst dann vorgenommen, wenn etwas kaputtgeht. Mögliche Probleme sollen erkannt werden, bevor sie zu einem Ausfall führen.
Die Fahrzeuge legen jährlich zwischen 70’000 und 140’000 Kilometer zurück. Nach den ersten 150’000 Kilometern erfolgt die erste Revision der Drehgestelle, dann werden die Radreifen durch Reprofilierung wieder in den vorgeschriebenen Zustand gebracht. Jeweils nach 750’000 Kilometern erfahren die Drehgestelle eine umfassende Hauptrevision, in der wichtige Teile ersetzt werden. Auch der Wagenkasten, das ist der Raum, in dem Passagiere ihren Platz finden, kommt regelmässig an die Reihe: Die ältere ABe-4/8-Flotte wird derzeit einer umfassenden Wagenkastenrevision unterzogen. Neue Polster und Bodenbeläge sowie ein neuer Anstrich sollen dafür sorgen, dass die Fahrzeuge noch bis etwa 2035 komfortabel und ansehnlich unterwegs sind.
Bahnfans von nah und fern liessen sich die Gelegenheit nicht entgehen und profitierten von den für einmal offenen Türen in Schöftland. Bereits am Samstag um 11 Uhr, als sich die Tore öffneten, wartete eine stattliche Menschenmenge auf Einlass. Sie erhielten einen interessanten Einblick in die hier ausgeführten Arbeiten und sahen bis fast in ihre Einzelteile zerlegte Züge. Bei ihren zukünftigen Fahrten werden sie sich wohl gerne an diese interessante Erfahrung erinnern.
Roland Marti