Historisches Heimdebakel
11.06.2026 SportDer FC Gunzwil erleidet gegen Brunnen kompletten Schiffbruch und kassiert eine herbe 1:9-Heimpleite gegen die Schwyzer, welche sich aufgrund der Niederlage von Goldau in Willisau weiter Hoffnungen auf den Aufstieg machen können. Vor dem Spiel wurden sechs verdiente Gunzwiler ...
Der FC Gunzwil erleidet gegen Brunnen kompletten Schiffbruch und kassiert eine herbe 1:9-Heimpleite gegen die Schwyzer, welche sich aufgrund der Niederlage von Goldau in Willisau weiter Hoffnungen auf den Aufstieg machen können. Vor dem Spiel wurden sechs verdiente Gunzwiler verabschiedet.
Der Auftakt gehörte sechs Spielern des FC Gunzwil, welche ihre Fussballschuhe zumindestens beim Fanionteam in Zukunft an den Nagel hängen. Iwan Rogger, Pascal Jurt, Luca Fleischli, Matias Nurmi, Till Fleischli und Philippe Kronenberg wurden gebührend verabschiedet und verdankt. Alle Spieler waren über Jahre hinweg Leistungsträger. Bei Till Fleischli und Philipp Kronenberg waren es am Schluss deutlich über 300 Spiele für die 1. Mannschaft und Routinier Kronenberg durfte sogar sein 20-Jahr-Jubiläum feiern, debütierte er doch in der Saison 2007/2008 beim FC Gunzwil.
Brunnen mit Effizienz und Klasse
Das Unheil nahm in der 16. Minute nach einem schön herausgespielten Doppelpass und dem 0:1 durch Schelbert seinen Lauf. Fortan dominierte der Gast aus Brunnen die Partie nach Belieben und war der Bolliger-/Erni-Elf spielerisch und auch körperlich hoch überlegen. Zehn Minuten später liess zum ersten Mal Pandurovic seine Klasse aufblitzen und schloss eiskalt zum 0:2 ab. Nur drei Minuten später zappelte der Ball dank Abaidia bereits wieder wieder im Netz. Brunnen liess nicht locker und ging nur weitere vier Minuten später mit 0:4 in Front durch Dizdarevic, es sollte nicht der letzte Treffer für die Nummer 10 der Gäste sein. Wieder nur vier Minuten später erzielte Pandurovic mit einem herrlichen Schuss ins Lattenkreuz ein Traumtor, sein zweites an diesem Abend und bereits das fünfte Tor für Brunnen. Damit war der Torhunger der Gäste vorerst gestillt.
Brunnen übernahm auch in der 2. Halbzeit sofort das Zepter und nur drei Minuten nach Wiederanpfiff hätte Dizdarevic zwingend den nächsten Treffer erzielen müssen, aber er verfehlte in dieser Szene das leere Tor, nachdem er Felix elegant umkurvte. In der 56. Minute erzielte dann der soeben eingewechselte Furrer, er kam für den abtretenden Nurmi, welcher gleichzeitig das 200. Spiel für die 1. Mannschaft bestritt, den 1:5-Ehrentreffer für Gunzwil. Wer nun aus Heimoptik die Hoffnung hatte, Brunnen würde es ein bisschen ruhiger angehen lassen, wurde nur eine Minute durch das 1:6 durch Dizdarevic eines Besseren belehrt. Nur fünf Minuten später musste dann Kronenberg spektakulär auf der Linie retten, um den nächsten Einschlag hinter Felix zu verhindern. Brunnen liess danach dem Heimteam ein bisschen mehr Platz und so durften sich auch die Michelsämter noch ein bis zwei gute Aktionen in der Schlussphase notieren lassen, ohne jedoch ein weiteres Mal zu reüssieren. In der 76. Minute folgte der wohl emotionalste Wechsel an diesem Abend. Der abtretende Till Fleischli wurde durch seinen Bruder Luca Fleischli ersetzt. Für Luca war es nach seiner Erkrankung das zweite Comeback nach 2024 und gleichzeitig ebenfalls der Schlussstrich unter seiner sportlichen Karriere beim FC Gunzwil. Luca Fleischlis Geschichte zeigt, was mit Einsatz, Durchhaltewillen und Motivation möglich ist. Die Schlussphase gehörte dann wieder komplett dem Gast aus dem Kanton Schwyz, welcher einen kaum zu stillenden Torhunger hatte. Einmal Pandurovic und noch zweimal Dizdarevic schraubten das Score auf eine schwindeleregende Höhe zum Endstand von 1:9 (!) hoch. Damit kassierten die Michelsämter die zweithöchste Heimniederlage in der Geschichte. Vor sage und schreibe 51 Jahren musste man sich dazumal dem FC Willisau vor heimischem Publikum mit 0:9 geschlagen geben.
Saisonabschluss auswärts beim SC Obergeissenstein
Man muss neidlos anerkennen, dass Brunnen die beste Mannschaft der Liga ist, aber trotzdem schmerzt das Resultat enorm und es werden die richtigen Schlüsse daraus gezogen werden müssen.
Für den FC Gunzwil geht es in der letzten Runde auswärts nach Luzern zum SC Obergeissenstein. Anpfiff ist am 13. Juni, 18 Uhr.
Marc Müller

