«Ich freue mich, Silber gewonnen zu haben»
30.07.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, Schöftland302 Teenager aus rund 80 Ländern trafen sich vom 12. bis 19. Juli in Vilnius (Litauen), um an der Internationalen Biologie-Olympiade (IBO) das Leben zu erforschen. Unter ihnen befand sich auch der Schöflter Benjamin Meyer.
Wer eine Kantonsschule besuchte, der ...
302 Teenager aus rund 80 Ländern trafen sich vom 12. bis 19. Juli in Vilnius (Litauen), um an der Internationalen Biologie-Olympiade (IBO) das Leben zu erforschen. Unter ihnen befand sich auch der Schöflter Benjamin Meyer.
Wer eine Kantonsschule besuchte, der kennt sie: die Wissenschaftsolympiaden. Jedes Jahr finden 11 solcher Olympiaden statt, in denen Jugendliche ihr Wissen in den Bereichen Astronomie, Biologie, Chemie, Geographie, Informatik, Linguistik, Mathematik, Philosophie, Physik, Robotik und Wirtschaft beweisen können. Der aus Schöftland kommende Benjamin Meyer gewann an der Schweizer Biologie-Olympiade im April eine Gold-Medaille und qualifizierte sich somit für das Internationale Finale in Litauen. Dort wurde er mit einer Silber-Medaille ausgezeichnet.
«Die IBO war für mich ein absoluter Hit», erklärt Benjamin Meyer gegenüber dem Wynentaler Blatt. «Sehr ähnlich wie an der Schweizer Biologie-Olympiade waren die neuen Kontakte, die man knüpfen kann, das Beste daran. Zusätzlich dazu waren die Ausflüge in Vilnius auch super, besonders weil Vilnius eine bezaubernde kleine Stadt ist.» Dass es ihm nicht für eine Gold-Medaille gereicht hat, scheint den Schöftler nicht gross zu stören: «An der IBO ist es immer so, dass die ersten etwa 20 Goldmedaillen an die selben Länder gehen. Nennenswert vor allem USA, China und andere asiatische Länder, in denen solche Wettbewerbe sehr ernst genommen werden. Daher sind für die übrigen Goldmedaillen sehr limitiert und man sieht sehr wenige Europäer darunter.» Da die Konkurrenz aus den anderen Ländern so stark sei, ist es schwer, diese zu schlagen. «Zudem waren zwei Praktika zu Themen, die mir absolut nicht liegen», meint er weiter. Eines davon sei das Sezieren der Mundwerkzeuge von Fliegen gewesen. «Das Sezieren generell liegt mir weniger.» Mit seiner Leistung ist er zufrieden: «Ich freue mich trotzdem, ein so gutes Ergebnis erhalten zu haben.»
«Das nationale Finale ist härter»
Um an der IBO bereit zu sein, führte die Schweizer Delegation gemeinsam mit der Delegation aus Deutschland ein einwöchiges Trainingslager durch. «Dies fand dieses Jahr auf der Riederalp statt.» Zudem half Benjamin Meyer auch die Erfahrung aus den anderen Wettkämpfen, die er schon bestritt. «In der Theorie war ich relativ gut aufgestellt.» An den Prüfungstagen der IBO selbst empfiehlt er vor allem guten Schlaf. «Aber auch Essen und ein polnischer Energydrink haben mir sehr geholfen.»
An der IBO werden sechs Prüfungen in einer Woche absolviert. Darunter zwei dreistündige schriftliche Prüfungen und vier Praktika. «Wir Schweizer werden im nationalen Finale abgehärtet. Dieses ist um Meilen anstrengender als die IBO», sagt Benjamin Meyer lachend. Daher sei es an der IBO etwas entspannter gewesen. «Die Prüfungen sind aber trotzdem eher stressig, da die Zeit extrem knapp bemessen ist. Da hilft eigentlich nur, daran zu denken, dass es beim ganzen immer noch in erster Linie um Spass geht und sich einfach nicht zu sehr stressen zu lassen.» Seine Lieblingsaufgabe war die gesamte Biochemie/ Molekularbiologie Prüfung. «Diese Prüfung nannten wir auch liebevoll «Pipettiermarathon».» Da er dies gerne macht, gefiel ihm besonders dieser Teil. «Es wurden von anderen Teilnehmenden einige Todsünden der Biologie begangen. Einige pipettierten zum Beispiel ohne Spitzen», erklärt er schmunzelnd.
Zeit für Freizeit
Wer Benjamin Meyer zuhört, der merkt sofort, dass er mit Leib und Seele dabei ist und grosse Freude an diesem einzigartigen Erlebnis hatte. Neben den Prüfungen kam an der IBO auch die Freizeit nicht zu kurz. Zwischen den Prüfungen gab es einige Ausflüge. «Auf einem Ausflug nach allen Prüfungen haben wir zusammen mit dem slowakischen Team und unseren Guides einen Park in Vilnius besucht», erinnert er sich. «Nach einer Weile sind zwei Slowaken verschwunden, um sich Scooter zu mieten. 15 Minuten später sassen wir etwas weg vom Pfad am Fluss, als die Slowaken plötzlich auf einem pedalbetriebenen Golfwagen den Hang hinunter ratterten. Diese ganze Situation war wahrscheinlich eines der lustigsten Erlebnisse der ganzen Woche.»
Nun, nach der IBO ist das Abenteuer der Wissenschafts-Olympiaden für Benjamin Meyer vorbei. «Ich werde als Volunteer sicher wieder mitmachen», sagt er überzeugt. Aber jetzt geniesst er eine Reise durch Europa, bevor es im Oktober an die Mostratec in Brasilien geht. Dort darf er gemeinsam mit seinem Kollegen Leandro Fondado ihre Kanti-Abschlussarbeit «Poly S100G: A Novel Approach to Wound Adhesives Using Protein Engineering» präsentieren. Am Finale von Schweizer Jugend forscht wurden sie mit diesem besonderen Erlebnis beschenkt (das Wynentaler Blatt berichtete).
Melanie Köchli


