Am offiziellen Pfarreigottesdienst mit Kräutersegnung in der römisch-katholischen Kirche Schöftland hiess es auch Abschied nehmen. Mit den Neuzuzügen konnten die Lücken zum Glück gleich wieder geschlossen werden.
Der sonntägliche ...
Am offiziellen Pfarreigottesdienst mit Kräutersegnung in der römisch-katholischen Kirche Schöftland hiess es auch Abschied nehmen. Mit den Neuzuzügen konnten die Lücken zum Glück gleich wieder geschlossen werden.
Der sonntägliche Gottesdienst der Pfarrei Heilige Familie in Schöftland versprach etwas Besonderes zu werden und war dementsprechend gut besucht. Es war der Tag der Kräuter, und so fand selbstverständlich auch die Kräutersegnung statt. Allerdings hiess es auch Abschied nehmen von zwei verdienten Persönlichkeiten, die das kirchliche Geschehen über viele Jahre hinweg markant geprägt haben: René Dublanc – letztes Jahr wurde er als Chorleiter verabschiedet, blieb aber als Kirchenmusiker noch erhalten – geht jetzt definitiv in Pension, ebenso Astrid Baumgartner, deren Ideen, insbesondere bei der Kinderund Jugendarbeit weiterleben werden. Der Kirchenchor, unter der neuen Leitung von Albina Toplana, begleitete den Gottesdienst in altbewährter Manier, und an der Orgel sass nicht mehr René Dublanc, sondern ein junger talentierter Musiker namens Willy Haroun, der auch gleich ein Müsterchen seines virtuosen Könnens lieferte.
René Dublanc
Im Jahre 2007 trat er in die Dienste der Pfarrei der Heiligen Familie in Schöftland ein und übernahm zusätzlich die Leitung des Kirchenchores. Während fast 20 Jahren begleitete er die Gottesdienste mit grosser Feinfühligkeit. Er passte die Musik der herrschenden Stimmung an und wählte für den Chor die passendsten Lieder zum Predigtthema. Damit hat er all die Jahre das kirchliche Leben mitgeprägt, das im grossen Weihnachtsoratorium an vorletzten Weihnachten zum Höhepunkt seiner musikalischen Karriere wurde. Mit Herzblut und Engagement investierte er viel Zeit und schrieb beispielsweise, wo nötig, auch Begleitsätze, die auf «seinen» Chor zugeschnitten waren. Kurzum: Er diente all die Jahre zum Wohle der ganzen Kirchgemeinde. Sein Nachfolger, Willy Haroun, tritt ein grosses Erbe an, aber er wird sich, mit viel Talent und Charme zweifellos den Zugang zur musikalischen Kirchenwelt erobern.
Astrid Baumgartner
Vorab wurden von einer begeisterten Mutter die Vorzüge der HGU-Familien geschildert. Da die Pfarrei Heilige Familie ein grossen Gebiet umfasst, wurde es immer schwieriger, kleinere Kinder altersgerecht in die kirchliche Gemeinschaft zu intergrieren. Astrid Baumgarter hat deshalb den HGU gefördert: Der Religionsunterricht findet in der Pfarrei ausserhalb der Schule in der Freizeit statt. Die 1.- und 2.-Klasskinder treffen sich in kleinen Gruppen bei Müttern zu Hause zum Heimgruppenunterricht HGU. Astrid Baumgartner hat junge Mütter mit viel Einfühlungsvermögen dazu ermuntert, solche Gruppen zu leiten und hat ihnen jede gewünschte Hilfe angeboten. Sie ermöglichte damit jungen Familien, unter sich ein Netzwerk zu bilden und anstehende Probleme gemeinsam zu lösen. Die Katechetin war stets hilfsbereit und hatte immer ein offenes Ohr. Zudem war sie das wandelnde Gedächtnis, weshalb der frühere Pfarreileiter, Beat Niederberger, von einem «Elefantenhirn» sprach. Sie war kreativ und ideenreich und hatte für alles immer das richtige Werkzeug in Griffnähe. Sie kannte zudem alle und jeden und wusste, wo welche Hilfe gefunden werden konnte.
Francesco de Faveri, der Sakristan, überraschte die beiden Scheidenden mit einem besonderen Dankeschön, das eigentlich einer Liebeserklärung, «nur viel weicher», gleich kam: Er liess das Lied «I ha di gärn» abspielen.
Frieda Steffen