Mit Rhythmus und Fantasie entdecken
13.05.2026 GontenschwilAm Montag, 11. Mai erlebten die Schülerinnen und Schüler der Schule Gontenschwil einen besonderen Kulturtag, der mit der Kulturkommission Gontenschwil durchgeführt wurde.
Zwei unterschiedliche Angebote prägten den Vormittag der Gontenschwiler ...
Am Montag, 11. Mai erlebten die Schülerinnen und Schüler der Schule Gontenschwil einen besonderen Kulturtag, der mit der Kulturkommission Gontenschwil durchgeführt wurde.
Zwei unterschiedliche Angebote prägten den Vormittag der Gontenschwiler Primarschule. Ein Drum Circle für die 3. bis 6. Klassen sowie das Improvisationstheater «Koffer Geschichten» für die jüngeren Jahrgänge. Der Anlass ist Teil des kantonalen Lehrplans Aargau und wird im Rahmen von Kultur und Schule finanziert: 50 Prozent übernimmt der Kanton Aargau, 25 Prozent die Kulturkommission Gontenschwil und 25 Prozent die Schule Oberkulm. Damit wird kulturelle Bildung nachhaltig verankert und für alle Schulen zugänglich gemacht.
Drum Circle: Ein gemeinsamer Puls entsteht
Unter der Leitung des Rhythmik-Pädagogen Mathias Schiesser entstand in der Turnhalle ein musikalisches Gemeinschaftserlebnis für die dritte bis sechste Klasse. Eineinhalb Stunden höchste Konzentration, aber auch Spass, Lebensfreude, Begeisterung. Lachende Gesichter, wohin man blickte. Das Konzept basierte auf gemeinsamem Trommeln und Body Percussion. Kommunikation erfolgte ausschliesslich über Rhythmus – ohne Worte.
Zu Beginn lernte die Gruppe, sich konzentriert auf Schiesser auszurichten: gemeinsam stoppen, lauter oder leiser werden und präzise auf seine Bewegungen reagieren. Erst als diese Grundlage sicher sass, forderte er einzelne Kinder auf, selbst Impulse zu geben. Mit einfachen Gesten wie einer Handbewegung, einem Ball oder einem Blick entstanden neue rhythmische Ideen, auf die die Gruppe sofort reagierte. Es war kein Dirigieren im klassischen Sinn, sondern ein spielerisches, intuitives Steuern des musikalischen Geschehens.
Szenen in Klangfarben aus aller Welt
Klanglich bewegte sich das improvisierte Orchester zwischen Szenen, die die Stimmung eines Alpabzugs wiedergaben, und kraftvollen Passagen, die an eine stampfende Tierherde erinnerten, die durch die Steppe donnert. Die Vielfalt der Instrumente wie Handtrommeln, Triangeln und die Talking Drum, die «sprechende Trommel», eröffnete neue Ausdrucksformen. Der Drum Circle erfüllte zentrale Ziele des Aargauer Lehrplans: Gemeinschaft fördern, Kooperation stärken, musikalischen Ausdruck entwickeln, Musik aus verschiedenen Kulturen erkennen und soziale Integration durch gemeinsames Musizieren erleben.
«Koffer Geschichten»: Improtheater, das sich aus Kinderideen speist
Für die jüngeren Klassen öffnete sich im zweiten Block die Welt des Improvisationstheaters. Das Zürcher Ensemble Tsurigo, eines der bekanntesten Improtheater der Schweiz, präsentierte sein Kinderformat «Koffer Geschichten». Dabei gibt es kein festes Bühnenstück – die Szenen entstehen überraschend spontan aus den Ideen der Kinder. Schauspielerin Martina Schütze und Musiker Christian Riesen setzen die Inputs der Kinder unmittelbar um und zeigen ihnen, dass der erzählerischen Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.
Ein leerer Koffer voller Geschichten
Ein grosser, pinkfarbener Koffer bildete den Ausgangspunkt. Vermeintlich leer, füllte er sich unter der Spielfreude der Beteiligten mit Geschichten. Die Kinder verwandelten sich in Schränke mit herausquellenden Schubladen, wandelnde Türen, Bettgestelle oder Hunde. Martina Schütze führte die Gruppe mit sicherem Gespür durch die entstehenden Szenen und gab den spontanen Einfällen der Kinder einen roten Faden. Musikalisch präzise begleitet, entstanden Bilder, die sich nahtlos aneinanderfügten. Die Kinder wurden Teil ihres Märchens. Eines, welches nur ihnen gehörte und nur sie so richtig verstanden.
Gemeinsames Erleben als Mittelpunkt
Der Kulturanlass zeigte eindrücklich, wie stark kulturelle Angebote wirken können, wenn sie Kindern Raum geben. Aktiv sein, agieren lernen statt nur passiv zu konsumieren. Etwas, was die Primarschüler der beiden unteren Klasse spielerisch erfahren durften.
Dominique Rubin


