Mit Swing und Schwung durch die Generationen

  11.06.2026 Menziken

Das Orchester Camerata aargauSüd lud zusammen mit den Menzo- und Neumatt-Singers zu einem Abend voller Musik für Generationen ein. Unter der Leitung von Lucia Canonica und Ruedi Lehnherr verwandelte sich der Saal der reformierten Kirchgemeinde zu einem Ort der musikalischen Begegnung der Generationen.

Die Camerata aargauSüd eröffnete den Abend mit Gyorgy Ligeti, Gustav Holst und rundete den ersten Teil des Abends mit einem leichten Walzer für Streichorchester von Antonin Dvorák ab. Während Ligeti mit seinen hochpräzisen Rhythmen und tiefen Klangfarben den Saal in einen Ballsaal mit ungarischen Gesellschaftstänzen verwandelte, begeisterte Gustav Holz St. Paul’s Suite die Zuhörer mit einem leichten urbanen Charme, der sich durch die Zuschauerreihen schlängelte. Dvoráks Walzer führte das Publikum mit einer charmanten Leichtigkeit in den Dreivierteltakt. Luzia Canonica verstand es, mit viel Herz das Orchester zu führen und die Musik in Bildern zu erleben.

Chor und Orchester vereint

Mit viel Swing, Charme und modernen Stücken von Oasis über die Beatles bis zu «Aquarius» aus dem Musical Hair – die Menzo- und Neumattsingers unter der Leitung von Ruedi Lehnherr überzeugten die Zuhörer mit jeder Note und Nuance. Ruedi Lehnherr nochmals in Action als Orchesterleiter für Chor und Band zu erleben, war neben dem Auftritt der Band einer der wunderbaren Höhepunkte des Abends. Mit Energie und Leidenschaft dirigierte er den Chor und das Orchester. Gelebte Musik, geliebte Musik. Eine gemeinsame Sprache von Begeisterung und der Liebe zur Musik füllte den Raum. Nicht nur für das Publikum, auch für die Singers dürfte das gemeinsame Auftreten mit Band und Orchester ein einmaliger Höhepunkt gewesen sein. Ein Abschluss, der etwas melancholisch war und dennoch die Quintessenz einer gemeinsamen Sprache …

Emotional war, als Ruedi Lehnherr seinen Chor vorstellte. Er war überwältigt, dass ehemalige Schüler, welche unterdessen bereits im dritten Lehrjahr stehen würden, immer noch im Chor mitmachen würden. Ein spannendes Detail am Rande. Die Millennium-Suite habe er seinerzeit seinem ältesten Sohn gewidmet, der damals geboren ist. Dass dieser Sohn nun als Verstärkung im Orchester sass, unter der Leitung seines Vaters und als Mitglied des Orchesters seiner Mutter, war der emotionale Höhepunkt des Abends.

Unzählige Zugaben und ein Einblick in die Mehrstimmigkeit des Chors rundeten den Abend ab. Das Publikum blieb sitzen, als wolle es den Moment noch ein wenig festhalten. Lehnherrs humorvolle Frage: «Wänd sie noni hei?» führte zu einer weiteren Zugabe und zeigt: Musik macht Freude – für alle Generationen.

Dominique Rubin


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