Motiviertes Team hinter der Theke
08.10.2026 Suhren-/Rueder-/Uerkental, SchlossruedMit dem Chäsiladen in Schlossrued geht es weiter. Mit Cornelia Frey und ihrem Team wurde mit Volldampf gestartet. Drei Tage dauerten die Eröffnungsaktivitäten und endeten in einer veritablen Dorfchilbi mit Musik und Glücksrad, Wurst und Brot.
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Mit dem Chäsiladen in Schlossrued geht es weiter. Mit Cornelia Frey und ihrem Team wurde mit Volldampf gestartet. Drei Tage dauerten die Eröffnungsaktivitäten und endeten in einer veritablen Dorfchilbi mit Musik und Glücksrad, Wurst und Brot.
Für die Bevölkerung im Ruedertal und sogar in der ganzen Region war es ein Freudentag, als bekannt wurde, dass der Chäsiladen mit Postagentur nach dem Wegzug von Nicole Frei weitergeführt werden wird. So ist es nicht verwunderlich, dass sich am vergangenen Samstag, zum grossen Eröffnungsfest, Scharen von hoffentlich künftigen Kunden einfanden, um eine Gratiswurst mit Brot zu geniessen, den Klängen des Adhoc-Ensembles Zmoos-Aegerter zu lauschen und Einkäufe beim neuen Team hinter der Theke zu tätigen. Die Chäsi-Fassade war mit vielen bunten Luftballons dekoriert, die sehr einladend wirkten. Und die beschwingte Musik mit Akkordeon, Schwyzerörgeli und Bass sorgte, zusammen mit dem elektronischen Glücksrad, für Chilbistimmung. Über dem ganzen Szenario schwebte der verlockende Duft gebratener Würste. Diese Ambiance lud einerseits zum Verweilen ein, andererseits hatte das Verkaufsteam, bestehend aus Cornelia Frey, ihrer Schwester, Tochter Alysha und Cornelias Arbeitskollegin Dona, kaum Zeit, diese Stimmung zu geniessen, sie hatten alle Hände voll zu tun. Es bleibt zu hoffen, dass das die nächsten Jahre so weitergehen werde.
Etwas Chäsi-Geschichte
Im Jahre 1921 zog Robert Leuenberger mit seiner Familie in die alte Chäsi in Schlossrued ein. Zuvor war er Käser in Ursenbach. Er starb 1938, während sein Sohn Robert in der Rekrutenschule weilte. So musste Robert junior zusammen mit seiner Mutter den Käsereibetrieb weiterführen. Nachdem er sich mit Ida Maurer verheiratet und eine Familie gegründet hatte, nahm er die Weiterbildung in Angriff und schloss mit der Meisterprüfung ab. In der Folge hatte er zahlreichen Lehrlingen das Käsereihandwerk beigebracht. Seine Frau Ida, das «Chäser-Idi» wie sie liebevoll genannt wurde, stand ihm dabei immer zur Seite. Sie führte ein kleines Lädeli, wo drei Sorten Käse im Angebot standen und sagenhaft schmeckendes Yoghurt mit allen möglichen Saisonfrüchten. Daneben zog sie vier Kinder auf, drei Knaben und ein Mädchen. Die Chäsi war morgens und abends der Treffpunkt für die Bauern der Umgebung. In den besten Zeiten brachten insgesamt 47 Landwirte ihre Milch dahin, um sie zu Käse verarbeiten zu lassen. Sowohl Robert und Ernst, die beiden Söhne, erlernten den Beruf des Käsers, wobei Robert diesen später nicht mehr ausübte.
Der Chäsi-Neubau
1964 konnte die Familie Leuenberger die neue Chäsi mit einem grosszügiger konzipierten Chäsiladen beziehen. 1980 übernahm Aschi (Ernst) Leuenberger den Betrieb, Vater Robert starb 1985. In den Jahren 1994 bis 1996 war Walter Friedli Käser in Schlossrued. Mit seinem Wegzug wurde die Käseproduktion eingestellt, der Laden konnte vergrössert werden. Später kam noch die Postagentur dazu. Die Milch der inzwischen bereits wesentlich kleiner gewordenen Käsereigenossenschaft wurde in die Käserei in Walde geliefert. Heute fahren Milchlastwagen von Betrieb zu Betrieb und sammeln die Milch auf den Höfen direkt ein. Inzwischen sind die Milchlieferanten auf knapp eine Handvoll gesunken.
Aera Trudi Tanner
Nach dem Zwischenspiel von Walter Friedli übernahm Trudi Tanner, «s Chäsi-Trudi» den Chäsiladen und führte diesen während 27 Jahren mustergültig. Aus der ganzen Region kamen die Kundinnen und Kunden, denn die Auswahl an Käse und das Fachwissen von Trudi waren bemerkenswert. Ihr zur Seite stand in den ersten Jahren Ruth Würgler-Leuenberger, die Käserstochter. Sie kannte das Métier seit ihrer Kindheit, als sie ihrer Mutter bei der Yoghurt-Herstellung half. «Hunderte von Gläschen mussten jeweils gewaschen und für die nächste Produktion bereit gestellt werden», erinnert sie sich. Insgesamt wurden es 45 Jahre, während denen Ruth Würgler stets auf Abruf bereitstand und immer wieder half, wenn Not an der Frau war. Als Trudi das Rentenalter erreichte, trat Nicole Frei in ihre Fussstapfen und übergab nun den Chäsi-Laden an Cornelia Frey und ihr Team. Für die Ruedertaler ist das ein Glücksfall, denn wenn der Chäsi-Laden nicht mehr wäre, würde ein schönes Stück Lebensqualität verloren gehen. Und vielleicht könnte der Chäsi-Laden wieder zum Dorftreffpunkt werden, wie damals, als die Bauern noch ihre Milch in die Chäsi lieferten.
Frieda Steffen



