Neue «Wohnräume» für Mauer- und Alpensegler
23.04.2026 ReinachDie EWS Energie AG unterstützt BirdLife und den Naturund Vogelschutzverein Menziken Burg beim Aufstellen und Unterhalten von Nistplätzen für Mauer- und Alpensegler.
Der Mauersegler gehört laut Bird-Life Schweiz zwar noch nicht zu den gefährdeten ...
Die EWS Energie AG unterstützt BirdLife und den Naturund Vogelschutzverein Menziken Burg beim Aufstellen und Unterhalten von Nistplätzen für Mauer- und Alpensegler.
Der Mauersegler gehört laut Bird-Life Schweiz zwar noch nicht zu den gefährdeten Arten; sein Brutbestand wird schweizweit jedoch nur noch auf 50’000 bis 75’000 Paare geschätzt. Der geschützte Vogel, der ursprünglich ein Felsenbrüter war, hat sich über die Jahre an menschliche Siedlungen angepasst und nistet heute fast ausschliesslich an Gebäuden. Leider kann seine Anpassungsfähigkeit nicht mehr mit dem Tempo des heutigen Überbauungsstresses mithalten. Während überall alte Gebäude abgerissen werden, verliert er gleichzeitig seine langjährigen Brutplätze. Mit den neuen Wohnüberbauungen, welche mehrheitlich mit Flachdächern ohne Vordach gebaut werden, fehlt es ihm an Nischen und Gebälken, wo er seinen Nachwuchs aufziehen kann.
Unterstützung der EWS Energie AG für den NVMB
Seit mehreren Jahren stellt die EWS Energie AG dem Natur- und Vogelschutzverein Menziken Burg (NVMB.) eine Hebebühne sowie einen Facharbeiter zur Verfügung. Der NVMB, der gleichzeitig auch eine BirdLife Station ist, kann dank dieser Unterstützung die Nistkästen für die Mauer- und Alpensegler kontrollieren und neue Kästen aufhängen. Auch in diesem Jahr kam der Anstoss für die Aktion von Barbara Eichenberger über Kay Sommerhalder (Netz & Anlagen der EWS Energie AG). Die Kästen werden übrigens vom hiesigen Schreiner Hansueli Christen gefertigt und können beim NVMB direkt bezogen werden.
Insgesamt wurden 72 Mauerseglerkästen und 18 Alpenseglerkästen gereinigt. Zusätzlich montierte das Team fünf neue Mauersegler- und Alpenseglerkästen. Rund 90 Prozent der Kästen sind bereits besetzt.
Streit um den Wohnungsplatz
Wie jedes Jahr zeigte sich auch diesmal, dass Spatzen viele der Kästen frühzeitig mit Nistmaterial füllen – oft mit bis zu zehn Zentimeter hohem Material. Sie nutzen die Kästen jeweils vor den Mauer- und Alpenseglern, die später im Jahr eintreffen. Die neu montierten Kästen wurden von den Brutvögeln dankbar angenommen. Das zeigt, wie wichtig diese Arbeit für die Mauersegler ist – und wie dringend sie auf solche Nistplätze angewiesen sind.
Bei genügend Nistplätzen ist die Doppelnutzung der Spatzen und Mauersegler kein Problem. Schwierig wird es, wenn nur wenige Kästen zur Verfügung stehen. In dieser Situation können sich Segler wie Spatzen aus dem Nest werfen. Auch Stare können die Kästen in Beschlag nehmen. Leider finden sich oft Kotspuren der Stare bei den Öffnungen. Die Reinigung dieser Spuren beim Eintritt ist wichtig, damit der Segler ungehindert ein- und herausfliegen kann.
Ein noch schwerwiegenderes Problem dürfte die starke Zunahme an Verunreinigungen wie Plastik und Schadstoffen in den Nestern sein. Es ist umso bezeichnender, wie stark unsere Welt im Plastik erstickt, wenn man bedenkt, dass die Vögel mehrheitlich ihr ganzes Leben in der Luft verbringen. Die regelmässige Reinigung der Kästen ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Tiere.
Mehr Fragen betreffend BirdLife und dem Schutz der Segler können an kontakt@nvmb.ch gestellt werden. Ein Praxisleitfaden für die Förderung der Brutplätze für Segler am Bau gibt es bei der Vogelwarte Sempach unter www.vogelwarte.ch.
Mauer- und Alpensegler
• Fluggeschwindigkeit: 5 bis 11 Flügelschläge pro Sekunde, 110 km/h im Horizontalflug, bis zu 250 km/h im Sturzflug.
• Zugstrecke: bis zu 7000 Kilometer ohne Zwischenhalt ins Winterquartier in Afrika, hauptsächlich südlich des Äquators.
• Nahrung: Insekten und Spinnen, sog. «Luftplankton» – das ist ein weiterer Grund, auf Gifte zu verzichten!
Dominique Rubin



