«Nichts tun ist die schlechteste Lösung»
07.05.2026 Wynental«VERAS darf nicht zur verpassten Chance werden», sagt Grossrätin Lucia Lanz – und warnt an der Medienkonferenz, dass nichts tun für die Region die schlechteste Lösung wäre.
An der Medienkonferenz des überparteilichen Komitees ...
«VERAS darf nicht zur verpassten Chance werden», sagt Grossrätin Lucia Lanz – und warnt an der Medienkonferenz, dass nichts tun für die Region die schlechteste Lösung wäre.
An der Medienkonferenz des überparteilichen Komitees «Veras Ja» machte Stefan Huwyler, Präsident der Aargauischen Verkehrskonferenz und FDP Grossrat, gleich zu Beginn deutlich, wie dringlich die Verkehrssituation im Raum Suhr geworden ist. Das Komitee, dem rund 90 Persönlichkeiten aus fünf Parteien sowie zahlreiche Mobilitäts- und Wirtschaftsverbände angehören, zeigten, warum das Projekt nachhaltig ist und die Lebensqualität der betroffenen Bevölkerung steigert.
Um die Ausgangslage zu verdeutlichen, zeigte Huwyler Bildmaterial, das vielen im Saal nur allzu vertraut war: Staukolonnen, die sich Tag für Tag von Oberentfelden, vom Autobahnzubringer oder aus dem Wynental Richtung Aarau schieben. Wer diese Strecke regelmässig befährt, weiss, dass man trotz eingeplantem «Stau-Zeitfenster» oftmals die Termine nicht einhalten kann. Für Huwyler ist klar, dass Veras weit mehr ist als «nur» eine lokale Entlastung. Das Projekt sei ein entscheidender Schritt für die Funktionsfähigkeit des gesamten Grossraums Aarau-Suhr und das Wynental und auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
Die Entflechtung des Verkehrs
Claudio Erdin, Geschäftsführer des TCS Aargau, knüpfte an diese Ausgangslage an. In den vergangenen Jahren seien Bahn, Bus, Strasse, Velo- und Fussverkehr immer besser aufeinander abgestimmt worden, sagte er. Die geplante Entflechtung von Bahn und Strasse stärke den öffentlichen und verflüssige gleichzeitig den motorisierten Verkehr. Neue Veloverbindungen und sichere Fusswege seien zentrale Bestandteile des Projekts. Veras sei ein Beispiel dafür, wie moderne Mobilitäts- und Raumplanung zusammenspielen könne.
Der Leidensdruck der Bevölkerung
Wie stark die Bevölkerung unter der heutigen Situation leidet, schilderten Hans Peter Zehnder, Präsident der IG Ostumfahrung Suhr, und die Suhrer Frau Gemeindeammann Carmen Suter Frey. Die Belastung treffe nicht nur Suhr, sondern auch die umliegenden Gemeinden. Dass Gränichen freiwillig zwei Millionen Franken an das Projekt beisteuere, zeige, wie gross der Leidensdruck sei, ergänzte Zehnder. «Weniger Stau bedeutet mehr Lebensqualität», fasste er zusammen. Carmen Suter Frey betonte die dringende Notwendigkeit der Entflechtung des Verkehrs. Für die Bevölkerung sei die Situation seit Jahren nicht mehr zumutbar. Veras sei kein reines Strassenprojekt, sondern ein umfassendes Vorhaben, das langfristig sichere, funktionierende und nachhaltige Mobilität sowie eine abgestimmte Raumplanung im Grossraum Suhr ermögliche.
Veras ist für den Bezirk existentiell
Grossrätin Lucia Lanz lenkte den Blick auf das Wynental und den Bezirk Kulm. Für sie ist Veras eine «Lebensader», die für den Bezirk Kulm entscheidend sei – gerade in einer Region, in der die Arbeitssituation anspruchsvoll und die Wohnbevölkerung gemäss dem Amt für Statistik des Kantons Aargau in den kommenden Jahren um 18 bis 20 Prozent wachsen dürfte. Ein solches Wachstum brauche funktionierende Verkehrsstrukturen. Veras sei ein generationengerechtes Projekt, das man nicht aufschieben dürfe. Ohne die Umfahrung werde sich die Situation weiter verschärfen, betonte sie. Eine Ablehnung wäre für die Bevölkerung des Bezirks Kulm und des Wynentals eine verpasste Chance. Ebenso für den Wirtschaftsstandort, der auf verlässliche Erreichbarkeit angewiesen sei.
Agglomerationsprogramm des Bundes
Benjamin Giezendanner rückte die wirtschaftlichen Folgen der Staus in den Vordergrund. Diese verursachten erhebliche Kosten für Pendlerinnen und Pendler sowie für das Gewerbe.
Mit der Umfahrung könnten diese Belastungen deutlich reduziert werden.
Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 384 Millionen Franken. Giezendanner verwies darauf, dass Veras Teil des Agglomerationsprogramms des Bundes sei, das insgesamt 1,6 Milliarden Franken umfasst. Die Finanzierung von Veras ist bereits gesichert und erfolgt über die kantonale Strassenkasse – also durch die Verkehrsteilnehmenden selbst. Für die Steuerzahlenden entstehen dadurch keine zusätzlichen Belastungen. Der Wirtschaftsstandort Wynental sei auf funktionierende Verkehrswege angewiesen: «Wenn Angestellte jeden Morgen und jeden Abend im Stau stehen, kostet das nicht nur Nerven, sondern auch Geld.» Für Unternehmen sei die heutige Situation ein Wettbewerbsnachteil, der sich mit Veras deutlich reduzieren lasse. Marianne Kamm, Verbandssekretärin der Astag Aargau, lenkte den Blick auf die Nebenstrassen. Der heutige Ausweichverkehr belaste Quartiere und gefährde insbesondere Kinder und Velofahrende. Mit Veras entstünden klarere Verkehrsströme, mehr Platz für Zubringerdienste und Rettungsfahrzeuge sowie eine spürbare Entlastung der Wohngebiete. Das Projekt biete eine Lösung, die allen Verkehrsteilnehmenden zugutekomme.
Nichts machen ist die schlechteste Lösung
Wie angespannt die heutige Situation ist, zeigte sich auch beim anschliessenden Fotoshooting des Komitees. Velofahrende mussten sich klingelnd und mit sichtbarer Vorsicht im Slalom zwischen Hauptstrasse, Gebäude und Fussgängerinnen vor dem Möbel Pfister hindurchbewegen – ein Bild, das die Enge und Unsicherheit der aktuellen Verkehrsführung eindrücklich vor Augen führte. Am Ende der Medienkonferenz wurde deutlich: Hinter Veras steht nicht nur ein breites politisches Komitee, sondern eine ganze Region, die sich eine Entlastung und eine zukunftsfähige Verkehrslösung erhofft. Für Grossrätin Lucia Lanz ist klar: «Nichts machen ist die schlechteste Lösung – gerade mit Blick auf die nächste Generation.»
Dominique Rubin


