Trotz Beginn der Fussball-WM verschlug es 76 Personen in die Aula des Bezirksschulhauses in Unterkulm. Das waren offensichtlich mehr als der Gemeinderat erwartet hatte, denn kurz vor Versammlungsbeginn wurde noch eine weitere Stuhlreihe aufgestellt.
«Vielleicht ...
Trotz Beginn der Fussball-WM verschlug es 76 Personen in die Aula des Bezirksschulhauses in Unterkulm. Das waren offensichtlich mehr als der Gemeinderat erwartet hatte, denn kurz vor Versammlungsbeginn wurde noch eine weitere Stuhlreihe aufgestellt.
«Vielleicht schaffen wir es bis zum Beginn um 21 Uhr», scherzte Gemeindeammann Heinz Haudenschild und spielte dabei offensichtlich auf das bevorstehende Eröffnungsspiel der Fussball-WM an, bevor er etwas ernster wurde. «Für mich ist es die erste Gemeindeversammlung in Unterkulm als Einwohner, aber auch als Amtsinhaber.» Daher bitte er um Entschuldigung für die Nervosität, die er und seine zwei neuen Gemeinderatskollegen hätten. Doch von dieser Nervosität war kaum etwas zu spüren. Souverän führte Haudenschild durch die Traktanden. Schnell waren das Protokoll der letzten Gemeindeversammlung und der Rechenschaftsbericht 2025 von den anwesenden Unterkulmerinnen und Unterkulmern bewilligt.
In die Rechnung der Einwohnergemeinde gab der Gemeindeammann einen tieferen Einblick. Es zeigt sich ein positives Ergebnis: Unterkulm schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 784’954.19 Franken ab. Budgetiert war ein Minus von 268’425 Franken. Grund für das gute Ergebnis waren hauptsächlich die höheren Steuereinnahmen. Auch diesem Traktandum stimmten die Stimmberechtigten zu.
Kreditüber- und unterschreitungen
Gleich drei Kreditabrechnungen lagen am Donnerstag zur Genehmigung vor: Das Kindergarten-Provisorium, der Neubau des Kindergartens und das Schliesssystem der Zivilschutzorganisation aargauSüd. Die Kreditabrechnung des Kindergarten-Provisoriums wies eine Überschreitung von 37’522.75 Franken aus. Begründet wurde die Überschreitung mit der längeren Mietdauer des Provisoriums. Auch die Kreditabrechnung Neubau Kindergarten wies eine Überschreitung aus. Diese belief sich auf 111’451.70 Franken bei einem bewilligten Kredit von 4’650’000 Franken. Hier waren die höheren Kosten mit den Umgebungsarbeiten sowie verschiedenen Projektanpassungen begründet. Das Schliessystem der Zivilschutzorganisation aargauSüd hingegen zeigte eine Unterschreitung von 1034.45 Franken auf. Der Souverän bewilligte alle drei Kreditabrechnungen ohne Gegenstimmen.
Zum Ende folgten viele spannende Informationen aus den aktuellen Geschäften der jeweiligen Ressorts der Gemeinderäte. So werden für verschiedene Komissionen und Vorstände noch interessierte Personen gesucht, die sich aktiv in die Geschehnisse der Gemeinde einbringen wollen. «Melden Sie sich bei uns, wir geben gerne Auskunft», sagte Vizeammann Simone Wiederkehr-Läuchli.
Gemeinderat Marco Pasinelli gab einen kleinen Einblick in die Schulraumerweiterung Färberacker. «Wir sind jetzt an der Umsetzung des Projekts», erklärte er und meinte, dass ein Start im letzten Drittel des Juni geplant sei. Der Bau soll Ende Juli 2027 fertig sein. Auch beim Grundwasserpumpwerk gab es Neuigkeiten: In der Bärnhaldematt wurde ein passender Ort gefunden. «Der Bericht sieht vielversprechend aus», betonte er. Ziel sei es, im Herbst 2027 der Gemeindeversammlung den Kredit zur Abstimmung vorzulegen. Auch um das sogenannte «Zobrist-Haus» kümmere man sich. «Wir haben Geld budgetiert, um eine Zustandsanalyse vom Haus zu machen.»
Heinz Haudenschild erklärte der Bevölkerung noch kurz, dass man sich um das Projekt der Erschliessung Feldmatte kümmere und das Gespräch mit dem Gemeinderat Teufenthal suche. Die Gemeinde Teufenthal informierte im April, dass man die Arbeiten am Projekt bis auf Weiteres einstelle. «Wir werden versuchen, eine zukunftsfähige Lösung zu erarbeiten», betonte Heinz Haudenschild, bevor er kurz nach 21 Uhr die Anwesenden in den Apéro und den Eröffnungsmatch der WM entliess.
Melanie Köchli
Alle Beschlüsse der Gemeindeversammlung unterliegen dem fakultativen Referendum.