Premiere für den Para-OL
25.06.2026 SportDer diesjährige Rymenzburger OL fand am Sonntag in Reinach als Sprint-OL statt. Insgesamt traten am diesjährigen Rymenzburger OL bei bestem Laufwetter 352 Läuferinnen und Läufer an, teilweise in einer neuen Kategorie.
Mit der mehrfachen ...
Der diesjährige Rymenzburger OL fand am Sonntag in Reinach als Sprint-OL statt. Insgesamt traten am diesjährigen Rymenzburger OL bei bestem Laufwetter 352 Läuferinnen und Läufer an, teilweise in einer neuen Kategorie.
Mit der mehrfachen WM-Medaillengewinnerin Natalia Gemperle sowie den internationalen Spitzenläuferinnen Lilly Graber und Rachel Marxer und dem Nachwuchs-Kaderathleten Simon Humbel war das Teilnehmerfeld in den Spitzenkategorien auch in diesem Jahr prominent besetzt. Die Athletinnen und Athleten nutzten den Lauf als Formtest und sorgten für spannende Entscheidungen.
In der Kategorie DAL setzte sich Henriette Radzikowski (17:09) durch. Natalia Gemperle und Lilly Graber erreichten das Ziel zeitgleich auf dem zweiten Rang (17:17). In der Kategorie HAL gewann Simon Humbel (17:20) vor Nick Gebert (18:20) und Aidan McKenna (18:40).
Als Teil des McDonald’s Cups standen am Rymenzburger OL auch Jugendliche sämtlicher Nachwuchskategorien sowie das Nachwuchskader Aargau am Start. Die jüngsten Teilnehmenden konnten gemeinsam mit ihren Eltern beim Schulhaus-OL erste Erfahrungen im Orientierungslauf sammeln. Damit bot der Anlass einmal mehr ein breites Angebot für jedes Alter. Mit 22 Läuferinnen und Läufern war auch der Nachwuchs der OLG Rymenzburg am Rymenzburger OL vertreten. Für die besten Vereinsergebnisse sorgten Minna Merz aus Beinwil am See mit ihrem Sieg in der Kategorie D10, ihre Schwester Ellen Merz als Drittplatzierte in derselben Kategorie sowie Linnea Giger aus Gontenschwil mit Rang drei in der Kategorie D14.
Para-OL als Maturaarbeit
Erstmals wurde im Rahmen einer Maturaarbeit an der Kantonsschule Beromünster ein Para-OL für Teilnehmende im Rollstuhl oder auf einem Spezialdreirad durchgeführt. Tobias Steffen aus Rickenbach setzte damit die Idee eines rollstuhlgerechten Orientierungslaufs in die Realität um und wollte den OL-Sport auch für Menschen mit einer Querschnittlähmung zugänglich machen.
Der Durchführung ging ein erheblicher Aufwand voraus. Neben umfangreichen Recherchen stand Steffen auch im Austausch mit dem Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil sowie verschiedenen Rollstuhlvereinen. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die Planung und Umsetzung des Anlasses ein.
Bei der Bahnlegung galt es, zahlreiche Besonderheiten zu berücksichtigen. Die Posten wurden so gesetzt, dass sie mit dem Rollstuhl erreichbar waren. Dazu gehörten gut befestigte Wege und Zugänge ohne Treppen. Zudem wurde die Bahnlegung so gestaltet, dass die Teilnehmenden durch die WSB-Unterführung mit der geringsten Steigung geführt wurden. Für den Para-OL wurden auf der OL-Karte sogar die hohen Randsteine speziell eingezeichnet. Vor dem gemeinsamen Start erhielten die Teilnehmenden zudem eine Einführung in den Orientierungslauf, da einige von ihnen aus dem Rollstuhlsport und nicht aus dem OL-Sport stammten.
Wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft
Mit der Durchführung des Wettkampfs ist die Maturaarbeit noch nicht abgeschlossen. Ein wichtiger Bestandteil bildet die Reflexion des gesamten Projekts. Die ersten Rückmeldungen der Teilnehmenden des Para-OL waren überaus positiv. Besonders geschätzt wurde die Möglichkeit, den Orientierungslauf in einer rollstuhlgerechten Form erleben zu können.
Sowohl der Aargauer als auch der Schweizer OL-Verband sowie das Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil haben bereits Interesse an den Ergebnissen der Arbeit bekundet.
Kevin Steffen

