Rauchen war gestern
16.04.2026 MenzikenDie Praxisgemeinschaft Galli-Mittelbach lud vergangenen Donnerstag zu einem Rauchstopp-Vortrag ein. Eine Raucherin denkt mit.
Claudio Galli und Daniel Mittelbach haben seit gut einem Jahr eine Gemeinschaftspraxis an der Gütschstrasse 2 in Menziken. Claudio Galli ...
Die Praxisgemeinschaft Galli-Mittelbach lud vergangenen Donnerstag zu einem Rauchstopp-Vortrag ein. Eine Raucherin denkt mit.
Claudio Galli und Daniel Mittelbach haben seit gut einem Jahr eine Gemeinschaftspraxis an der Gütschstrasse 2 in Menziken. Claudio Galli bringt nebst der Hypnosearbeit eine umfassende Erfahrung in der psychologischen Beratung mit ein, während Daniel Mittelbach unter anderem angewandte Psychologie und Coachings im Angebot hat. Gemeinsam schaffen sie einen geschützten Raum, in dem persönliche Entwicklung und nachhaltige Veränderung möglich werden können.
«Da ich bereits einiges ausprobiert habe, um mit dem Rauchen aufzuhören, war ich gespannt, was hinter dem Programm steckt. Denn aufhören ist das eine, aber der Versuchung danach widerstehen zu können, empfinde ich selbst als noch grössere Herausforderung. Schliesslich ist die Zigarette fest in meinen Routinen verankert und wenn ich gestresst bin, kann es auch mal eine Zigarette mehr sein und wenn ich gemütlich einen Kaffee trinke, ja dann eben auch …»
«Wenn ich aufhören könnte, würde ich nebst der Gesundheit eine Unmenge an Zeit und Geld zu gewinnen. Doch wie soll ich mit solch einem Zeitgewinn nicht an die Zigarettenpause denken?»
Auch wenn Raucherentwöhnung immer schon ein Thema ihrer Arbeit war, haben die beiden Empathen nun ein Konzept erstellt, das die Raucherentwöhnung möglichst zwangsfrei gestaltet. «Wir haben beide früher auch geraucht», sagen Galli und Mittelbach lächelnd. Eine Aussage, die mir während des Vortrags verdeutlicht, warum das Programm so detailliert gestaltet ist.
Das dreiteilige Programm umfasst eine Vorbereitung, die Hypnose und eine Nachsitzung. «Rauchen ist keine Willenssache», sagen die beiden entschlossen. Vielmehr ist es ein Automatismus, der erst verstanden werden müsse.
Vorbereitung
Um langfristig mit dem Rauchen aufhören zu können, befassen sich die Teilnehmenden vorab mit den individuellen Funktionen des Rauchens: Was macht das Rauchen für mich? Ist es eine Belohnung? Ist es eine Überbrückung? Fragen, die helfen, das «Warum» zu verstehen, anstatt im Ungewissen dagegen anzukämpfen. «Das Rauchen ist gelernt. Die Sucht ist mit dem vegetativen Nervensystem verbunden», erklärt Daniel Mittelbach.
«Die Fragen lassen meine Gedanken in Fahrt kommen. Sicherlich verhalf mir das Rauchen bereits in einigen Situationen, an neuen Orten sozialen Kontakt aufzubauen. Aber eine «Belohnung» beziehungsweise eine «Pause» würde auch zutreffen. Meine Neugier ist geweckt, mehr über mich und mein Rauchverhalten zu erfahren.»
Hypnose
In der Vorbereitung wird auch bereits der «Quitt-Day», der Tag des Aufhörens, festgelegt.
«Ein Gedanke, der mir im ersten Moment ein zwiespältiges Gefühl von Wunsch und innerem Widerstand auslöst.»
Nachdem unter anderem die Triggerpunkte analysiert und die Bedeutung der Sucht verstanden wurden, folgt die Hypnose am Quitt-Day. In der individuellen Hypnosesitzung können Muster und Trigger aufgelöst werden. Das Arbeiten im Unterbewusstsein und das erarbeitete Verständnis minimieren den inneren Widerstand, sich gegen das Rauchen zu entscheiden, was oft trotz Willens nicht erreicht wird. «Ich hatte einmal eine Person bei mir, die geraucht hat, aber es eigentlich gar nicht so mochte. In der Hypnose konnten wir herausfinden, dass das Zigarettenrauchen eine emotionale Verbindung zu ihrem geliebten Grossvater herstellte», erzählt Claudio Galli eindrucksvoll. «Wir konnten diese Verbindung durch den Zigarettenrauch lösen.»
«Nicht nur hört sich dies für mich viel entspannter an, als mit reinem Widerstand aufzuhören, vielmehr wirkt für mich die vorherige Auseinandersetzung der Frage «Warum», nachhaltig und langfristig. Denn in der Regel bringt erst das Wissen das nötige Verständnis.»
Wieder zuhause
«Schliesslich sind wir beim Vortrag, bei meinen kopfzerbrecherischen Gedanken der Lückenfüllung nach dem Aufhören angelangt.»
Denn wieder im gewohnten Alltag, birgt der Automatismus eine erneute Gefahr. Deshalb haben die ehemaligen Raucher Daniel Mittelbach und Claudio Galli in ihrem Rauchstopp-Programm auch für die Zeit danach mitgedacht. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits Alternativen erarbeitet und ihr Umfeld sowie ihr Zuhause dementsprechend vorbereitet. «Das Verlangen nach Nikotin kann natürlich immer wieder kommen. Konkrete Pläne helfen dabei, dies durch alltagstaugliche Alternativen zu kontrollieren», sagt Claudio Galli. Schliesslich ist der letzte Programmpunkt eine Nachsitzung, in der individuell nochmals zusammengearbeitet wird.
Wer das ganze Programm und die beiden fachkompetenten Hypnotiseure kennenlernen möchte, hat am 30. April nochmals die Chance dazu.
Janine Flückiger


