Angesichts der bevorstehenden Schliessung des Akutspitals Menziken beklagt der Menziker SVP-Ortsparteipräsident zu wiederholtem Mal und mit markigen Worten die Untätigkeit der «Politik». Wie er selber ist auch der Gesundheitsdirektor bei der SVP, den Vizepräsidenten der ...
Angesichts der bevorstehenden Schliessung des Akutspitals Menziken beklagt der Menziker SVP-Ortsparteipräsident zu wiederholtem Mal und mit markigen Worten die Untätigkeit der «Politik». Wie er selber ist auch der Gesundheitsdirektor bei der SVP, den Vizepräsidenten der SVP Aargau aus der Region kennt er wohl persönlich – warum also die öffentliche Empörung? Im Aargauer Grossen Rat habe ich viel Zeit und Herzblut in Gesundheitsversorgung und Spitalwesen investiert und biete mich hier als Grüner Prügelknabe an. Ja, Herr Leuzinger, ich habe es nicht geschafft, das Spital Menziken zu retten – selbst wenn mir alle Kulmer Grossrätinnen und -räte einhellig geholfen hätten … Die Spielregeln des Krankenhauswesens, wonach Spitäler rentieren müssen («10% EBITDA»), habe aber nicht ich erfunden, sondern genau jene liberal-konservativen Kräfte, die im Bezirk Kulm dank treu ergebener Wählerbasis seit Jahrzehnten alle Wahlen gewinnen (wer jetzt an Kälber und Metzger denkt, ist selber schuld!). Die ebenso trotzige wie unrealistische Parole «Wir wollen unser Spital zurück» mag zum Dampfablassen taugen, ein Lösungsansatz ist sie nicht. Der besonnene Regionalverband AargauSüd hingegen fragt, wie die Gesundheitsversorgung im oberen Wynental künftig auch ohne eigenes Akutspital sichergestellt werden kann und fördert die nötige Entwicklung. Wenn die involvierten Leistungserbringer, Politik, Behörden, Bevölkerung und Patienten (Mehrfachrollen sollen ja vorkommen) alle zusammenspannen, kann ein zukunftsgerichteter Gesundheitsstandort gelingen. Gerne können auch Sie, Herr Leuzinger, zu praktikablen Lösungen beitragen!
Severin Lüscher, Schöftland