Sandro Burki soll Präsident des FC Aarau werden
28.05.2026 SportDem FC Aarau gelingt es erneut nicht, sich für die Super League zu qualifizieren. Nach der Generalversammlung, die am Dienstag stattgefunden hat, hoben die Verantwortlichen insbesondere die positiven Seiten der letzten Monate hervor. Dazu gehört die Wahl von Sandro Burki ins Amt ...
Dem FC Aarau gelingt es erneut nicht, sich für die Super League zu qualifizieren. Nach der Generalversammlung, die am Dienstag stattgefunden hat, hoben die Verantwortlichen insbesondere die positiven Seiten der letzten Monate hervor. Dazu gehört die Wahl von Sandro Burki ins Amt des geschäftsleitenden Verwaltungsratspräsidenten.
Die Ernüchterung über den verpassten Aufstieg ist auch am Tag der Generalversammlung der FC Aarau AG und darüber hinaus noch zu spüren. Die Phase der Verarbeitung des Erlebten darf für die Fans noch etwas Zeit beanspruchen. 1:2 ging das entscheidende Barrage-Spiel im Letzigrund verloren, vor 18 000 Zuschauern, die Hälfte davon Aargauer. Für immer unbeantwortet bleibt die Frage, ob man den Nichtaufstieg selber zu verantworten hat, oder doch der Schiedsrichter schuld ist. Sicher ist, dass sich das Team gegen den Grasshopper Club mehr als gut geschlagen hat und einmal mehr nur wenig gefehlt hat, um sich für eine tolle Saison selber zu belohnen.
Vizepräsident Nico Barazetti, Geschäftsleiter Sandro Burki, Sportchef Elsad Zverotic und die Mitglieder des Verwaltungsrats blicken derweil bereits wieder mit Zuversicht in die Zukunft. Sie müssen, denn die Vorbereitungen auf die neue Saison laufen bereits auf Hochtouren. Eine entscheidende Personalie wird die Besetzung der Präsidentschaft des Vereins sein. Ende April trat Markus Mahler von diesem Amt zurück. Hierzu verfolgt der Verwaltungsrat einen Plan: Er will Sandro Burki zum geschäftsleitenden Verwaltungsratspräsidenten machen. Er teilt dies in einer Mitteilung vom Dienstag mit. An der Generalversammlung gleichentags konnte Burki noch nicht gewählt werden, weil es dafür ein Traktandum braucht.
So wird Burki an einer ausserordentlichen Generalversammlung gewählt. Seine Wahl gilt als reine Formsache, weil die drei Hauptaktionäre hinter der Wahl stehen und Burki auch bei Fans und Sponsoren sehr beliebt ist. Die Situation ist deutlich angenehmer als jene in St. Gallen, wo bis gestern ein erbitterter Machtkampf zwischen Verwaltungsräten und Aktionären lief. Die Ernennung Burkis kann übrigens auch virtuell durcheführt werden, was durchaus Sinn macht, um Zeit und Geld zu sparen.
Beides ‒ Zeit und Geld ‒ kann der FC Aarau gut gebrauchen, wobei die hier nur am Rande erwähnte Werbepartnerschaft mit einem Online-Casino aus Lugano auch Skepsis auslösen darf. Mit der bisherigen Vermarktung hatte der FC Aarau im Geschäftsjahr 2025 nämlich Erfolg, wie ein Blick in die Geschäftszahlen zeigt: Erstmals in seiner Geschichte hat die FC Aarau AG mehr als 10 Millionnen Franken Umsatz generiert (+12%), dabei haben Zuschauer- und Cateringerträge Rekordhöhen erreicht und auch im Fanartikel-Verkauf wurde der Gewinn verdoppelt. Auf der Ausgabenseite schlagen die Personalkosten am höchsten zu Buche: 6,26 Mio. Franken wurden für Spieler, Staff und alle anderen Angestellten im Brügglifeld ausgegeben, auch dieser Betrag ist um knapp 900’000 Franken gestiegen. Der Verlust von 1368 Franken kann demnach vernachlässigt werden. Wichtiger ist, dass der Verein es neuerdings schafft, die verursachten Kosten durch Einnahmen zu decken.
Ziel: Vorne mitspielen
Doch die Zitrone lässt sich nicht unendlich auspressen, das dürfte auch dem designierten Präsidenten Sandro Burki klar sein, der als Spieler, Sportchef und Geschäftsleiter jede Facette des Business kennt. Der Hunger auf Erfolg ist unter den Fans und Sponsoren in den letzten Jahren stetig gestiegen. Dass die Spielzeit 2026/27 eine schwierige wird, zeichnet sich jedoch ab: Spieler wie Elias Filet, Marvin Hübel, David Acquah, Leon Frokaj und Nassim Zoukit haben mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Es gehört zum Geschäftsmodell des FCA, Spieler, die sich weiterentwickelt haben gewinnbringend weiterzuvermitteln. Erträge, die sehr wohl in Spieler mit Potential investiert werden können, aber auch die Nachwuchsförderung darf nicht vernachlässigt werden. Diesbezüglich kommen im Fanionteam aktuell zu wenig junge Spieler zum Einsatz. Einer, der einst der Aarauer Fussball-Jugend entsprungen ist, ist Olivier Jäckle. Nach über 400 Spielen beendete er seine Karriere als aktiver Fussballer.
Welches sind also die Ziele des FC Aarau für die neue Spielzeit? Ein anderes Wording als «Ein FC Aarau der vorne mitspielen kann» würden Fans und Sponsoren nicht akzeptieren und passt auch nicht zur Entwicklung des Clubs. Doch die regelmässigen Dämpfer müssen genau so in die Planung einbezogen werden: Der Präsident der FC Aarau AG, Markus Mahler, ist Ende April aus gesundheitlichen Gründenzurückgetreten, wie schon sein Vorgänger Philipp Bonorand, drei Jahre zuvor. Ein Job, ganz offensichtlich, der seinen Tribut fordert. Die Stadion- und damit die Sicherheitsfragen bleiben weiterhin ein heisses Eisen. Und würde es dem FCA sportlich nicht laufen, gingen wohl auch Zuschauerzahlen und Einnahmen entgegen der bisherigen Entwicklung zurück. Viele Gefahrenherde, in einem fragilen und schwer berechenbaren Business.
Norbi Fischer verlässt den FC Aarau
Erste Neuigkeiten im Hinblick auf die neue Saison wurden bereits bekannt: Athletiktrainer Norbert «Nobi» Fischer verlässt den FC Aarau und wird Assistenztrainer von Michael Winsauer beim SC Kriens. Der 48-jährige Freiämter war im Jahr 2018 aufs Brügglifeld zurückgekehrt, wo er einst als junger Spieler mehrere Juniorenstufen durchlaufen hatte und später im Juniorenbereich als Cheftrainer tätig war.
Im Weiteren hat der Club das Vorbereitungsprogramm bekannt gegeben. Nach dem traditionellen Kräftemessen mit der 2.-Liga-Auswahl des Aargauer Fussballverbands (26. Juni, 19 Uhr, Zofingen), empfängt der FC Aarau am Samstag, 18. Juli um 16 Uhr den FC Union Berlin aus der 1. Bundesliga im Brügglifeld. Der Trainer der «Eisernen», Mauro Lustrinelli hat seine Stelle eben erst angetreten, aber auch so dürfte der Traditionsclub für ein volles Stadion sorgen.
Ein Höhepunkt der Saison steht also schon fest, ob weitere folgen können, wird sich schon in den nächsten Wochen zeigen, wenn die Transferaktivitäten los gehen.
Remo Conoci

