«Das klingt so herrlich», aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart spielte Thomas Schumacher zum Einmarsch der Spielleute in die erfreulich gut besetzte reformierte Kirche in Oberentfelden. Zum 19. Mal haben Liebhaber der Drehorgelmusik die Spieler aus der ganzen ...
«Das klingt so herrlich», aus der Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart spielte Thomas Schumacher zum Einmarsch der Spielleute in die erfreulich gut besetzte reformierte Kirche in Oberentfelden. Zum 19. Mal haben Liebhaber der Drehorgelmusik die Spieler aus der ganzen Schweiz zusammengetrommelt, zu einem Anlass, der längst Tradition ist.
Im Chor der reformierten Kirche Oberentfelden waren sie aufgestellt, die wunderschönen Instrumente mit ihren verschiedenen «Innenleben». Da gibt es die Hofbauer Panflöte, 38/76 mit Percussion, die Raffin Trompetenorgel, die Raffin Konzertorgel, die Stüber Trompetenorgel oder die Deleika. Jedes Instrument erzeugt einen anderen Klang und hat verschiedene Variationsmöglichkeiten und Register. Eines aber ist überall gleich: Die Instrumente sind wohlgehütete und sorgsam gepflegte Kleinode, die ihren Besitzern die Herzen stets von Neuem erfreuen. Und mit der Musik bringen sie auch Freude in die Herzen der Zuhörer.
Werke, die passen
Kurt Huber machte den Anfang mit dem Popsong «We are the world». Sein Instrument weist besondere Fähigkeiten auf und ist gleichzeitig ein Schlagzeug. Im zweiten Teil liess er zum offiziellen Abschluss des Konzertes das «Hallelujah» von Leonard Cohen erklingen. Peter Sommerhalder widmete sich der Filmmusik von Anton Karas mit «Der dritte Mann». Dem fügte er das berührende «Trompetenecho» Mosch-Avsenik zu. Mirjam Schumacher – zusammen mit ihrem Vater Thomas Schumacher ist sie seit vielen Jahren immer dabei – spielte «Trumpet – tune and air» von Henry Purcell sowie «Herbst», 1. Satz «Allegro» aus Vivaldis «Vier Jahreszeiten». Gertrud Laube gab ein «Neapolitanisches Ständchen» aus «O mia bella Napoli» von Gerhard Winkler zum Besten. Und sie sehnte den «Frühling» herbei, 1. Satz «Allegro» aus den «Vier Jahreszeiten». Thomas Schumacher liess munter die «Punkte springen» und im zweiten Teil spielte er «Parade de tinnen Soldatjes» von Leon Jessel. Heidi Hunziker wagte sich mit viel Charme an «Heinzelmännchens Wachtparade». Opus 6 in D-Dur für Klavier von Kurt Noack und überraschte im zweiten Teil mit der «Barcarole» aus «Hoffmanns Erzählung von Jacques Offenbach. Und schliesslich animierte Lorenz Mathys mit dem «Kaiserwalzer» von Johann Strauss zum Tanzen. Im zweiten Teil liess er das Posthorn erklingen.
Professionell moderiert
Durch das Programm führte Béatrice Bosshard kompetent und erläuterte für die Zuhörer auch das Innenleben der verschiedenen Orgeltypen. Das Konzert sei «eine Augenweide und ein Ohrenschmaus, sozusagen ein Gourmet-Menü». Sie erklärte, dass die Spielleute oft ein kleines Plüschäffchen dabei haben. Dies sei ein Relikt aus der Zeit der Leierkasten-Männer, die jeweils einen richtigen Affen mitführten, einerseits zur zusätzlichen Attraktion, besonders für Kinder, andererseits aber zum Geldeinziehen bei den Zuhörern, denn wer kann einem solch süssen Tier schon widerstehen. Bei den anwesenden Mitspielern fehlte dieses Plüschäffchen zum grossen Teil. Aber das Grosskind von Lorenz Mathys führte eines mit und zeigte es voller Stolz.
Frieda Steffen