Soll die Gemeinde die ehemalige Druckerei kaufen?
15.10.2026 MenzikenHeute noch wird das «Wynentaler Blatt» im Gebäude der ehemaligen Druckerei Baumann produziert, doch gedruckt wird die Zeitung schon seit über 15 Jahren nicht mehr vor Ort. Wo früher Druckmaschinen standen, richtete sich über viele Jahre die Stiftung ...
Heute noch wird das «Wynentaler Blatt» im Gebäude der ehemaligen Druckerei Baumann produziert, doch gedruckt wird die Zeitung schon seit über 15 Jahren nicht mehr vor Ort. Wo früher Druckmaschinen standen, richtete sich über viele Jahre die Stiftung Lebenshilfe Reinach ein. Nach deren Wegzug, will der Besitzer die Liegenschaft verkaufen.
Das Gebäude, das von aussen als Standort des «Wynentaler Blatts» erkennbar ist, und wo heute noch die einzige Zeitung mit lokaler Berichterstattung produziert wird, steht zu weiten Teilen leer. Gedruckt wird die Zeitung jedoch in Aarau. Wo früher Druckmaschinen standen, mietete sich lange Zeit die Stiftung Lebenshilfe ein. Diese hat nun neue Räumlichkeiten im «Voco Areal» in Reinach bezogen. Der Besitzer der früheren Druckerei Baumann erwägt nun, die Liegenschaft zu veräussern. Unverbindliche Gespräche fanden mit der Gemeinde Menziken bereits statt, doch der Gemeinderat wollte einen Kauf vorerst nicht weiterverfolgen.
FDP will Kauf prüfen lassen, um Spekulationen vorzubeugen
Nun aber kommt die Initiative für eine genauere Prüfung aus der Bevölkerung, genauer von der FDP Menziken. Deren Vorstand hat an der Gemeindeversammlung vom 11. November 2026 vor, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Adrian Meier, Präsident der Ortspartei begründet: «Die Attraktivität einer Wohngemeinde misst sich unter anderem am Erscheinungsbild des Ortszentrums.» Hier will die FDP ansetzen und eine qualitativ hochwertige Entwicklung im Ortszentrum ermöglichen.
Ob der Antrag tatsächlich gestellt wird, hängt noch von der Zustimmung der Parteiversammlung ab, unterstreicht Meier. Diese findet am 28. Oktober 2026 statt.
Die Liegenschaft zwischen Zwingstrasse und Gütschstrasse liegt mitten im Dorf, die Parzellen Richtung Dorfzentrum, auf denen die Feuerwehrgebäude und die Bäckerei Hofmann stehen, gehören bereits der Gemeinde. Die Feuerwehr wird in absehbarer Zeit an einen zentralen Standort in der Bromen in Reinach umziehen und dann stehen auch diese beiden Liegenschaften leer. Würde die Gemeinde die alte Druckerei erwerben, verfügte sie im zentrumsnahen Teil des Dorfes über viel Spielraum, das Dorfbild selber zu gestalten, oder auch, was eine sichere Strassenführung angeht. Ein grosser Vorteil für das Dorf, wie Adrian Meier sagt: «Mit dem Kauf wird eine potenzielle Spekulation auf der grossen Parzelle im Ortszentrum verhindert und die Gemeinde kann sich überlegen, was sie machen will.»
Die Geschichte wiederholt sich
Die Gemeinde Menziken besitzt neben den bereits genannten Parzellen noch weitere Liegenschaften im Zentrum: Die Schulanlagen und das Gemeindehaus, das alte Pfarrhaus an der Kirchenstrasse sowie Land und mehrere Gebäude entlang der Russirainstrasse, direkt hinter dem Menzoschulhaus. Soll die ehemalige Druckerei nun dazu kommen? Nach gestelltem Antrag müsste sich die Gemeinde damit offiziell beschäftigen und würde dem Volk frühestens an der Sommergmeind 2027 einen Vorschlag unterbreiten.
Vor genau 15 Jahren stand der Gemeinderat (in anderer Zusammensetzung) vor einer ähnlichen Frage. Damals war der Kauf des Waag-Areals für 1,4 Millionen Franken Thema. Die Parzelle ist eingebettet zwischen Gemeindehaus, Schule und Hauptstrasse. Der Gemeinderat wollte die Parzelle erwerben, doch in einer Referendumsabstimmung stimmte das Volk im September 2011 nicht zu. Damals stand ein Gegengeschäft im Raum, das viel Opposition auslöste. Ob es in Sachen Erwerb der ehemaligen Druckerei diesmal anders läuft, wird sich zeigen. Der Preis für die Liegenschaft der alten Druckerei dürfte deutlich über dem damaligen Preis für das Waag-Areal liegen.
Was bedeutet das für die Büros des Wynentaler Blatts?
Neben zwei Mietwohnungen, die sich im Gebäudekomplex befinden, ist das Wynentaler Blatt aktuell Hauptmieter der Gewerbeflächen. Sollte die Liegenschaft veräussert werden, bedeutet das wohl nicht den sofortigen Umzug der Zeitung. Aktuell bestehen keine Pläne für eine Überbauung oder dergleichen, wegen derer der heutige Standort des «Wynentaler Blatts» weichen müsste. Klar ist aber, dass die Lage für Investoren attraktiv ist.
Remo Conoci

